The First Avenger: Civil War

Captain America: Civil War (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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The First Avenger: Civil War Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR (OT) setzt dort ein, wo AVENGERS: AGE OF ULTRON aufgehört hat. Unter Führung von Captain Steve Rogers ist das neue Team der Avengers weiterhin für den Erhalt des Friedens im Einsatz, als sie in einen internationalen Vorfall verwickelt werden, der erhebliche Kollateralschäden verursacht. Daraufhin werden Forderungen nach einem neuen Führungsgremium lauter, das bestimmt, wann die Dienste der Avengers wirklich angefordert werden. Das aus dem politischen Druck entstehende Kräfteringen treibt das Team langsam auseinander – gerade als ein neuer, ruchloser Feind sich erhebt.

Das erste Mal nach seinem kommenden Debüt in ANT-MAN (Kinostart 23.07.2015) wird auch Paul Rudd („Anchorman – Die Legende kehrt zurück“) als Scott Lang / Ant-Man den Avengers zur Seite stehen.

In weiteren Rollen zu sehen sind Chadwick Boseman („42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende“, „Get on Up“) als T’Challa / Black Panther, Emily Van Camp („The Return of the First Avenger” „Revenge”) als Sharon Carter / Agent 13, Frank Grillo („The Return of the First Avenger“, „The Grey – Unter Wölfen“) als Brock Rumlow / Crossbones, William Hurt („Der Unglaubliche Hulk“, „Robin Hood“) als General Thaddeus Ross sowie Martin Freeman („Sherlock“, „Der Hobbit“) und Daniel Brühl („Rush – Alles für den Sieg“, „Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt“).


Chris Evans, Robert Downey Jr. und Scarlett Johansson | mehr Cast & Crew


The First Avenger: Civil War - Trailer




DVD und Blu-ray | The First Avenger: Civil War

Blu-ray
The First Avenger: Civil War The First Avenger: Civil War
Blu-ray Start:
06.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 148 min.

zur Blu-ray Kritik
The First Avenger: Civil War (3D Steelbook) The First Avenger: Civil War (3D Steelbook)
Blu-ray Start:
06.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 148 min.
DVD
The First Avenger: Civil War The First Avenger: Civil War
DVD Start:
06.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 142 min.

Filmkritik The First Avenger: Civil War

Filmwertung: | 9/10


Nach dem letztjährigen „Avengers: Age of Ultron“, dem zweiten Teil des megalomanischen und überbordenden Marvel Superhelden-Aufeinandertreffens, und den mal mehr, mal weniger gelungenen Einzelfilmen kulminiert das Marvel Cinematic Universe nach zwölf Filmen mit „The First Avenger: Civil War“ wohl mit seinem vorläufigen Höhepunkt. Ganz ohne Übertreibung und unkritisches Fanboy-Denken kann gesagt werden, dass der dritte Teil der Captain America-Filme nicht nur der wohl beste Film der Marvel Studios, sondern zweifelsohne eine der besten Comicverfilmungen überhaupt ist. The First Avenger: Civil War Szenenbild„Civil War“ ist ein großartiges, fulminantes und überraschend ernsthaftes und emotional nachhallendes Werk geworden, das alles und noch mehr beinhaltet, was man sich von einem solchen Film erhoffen kann. Wie schon in ihrem Vorgänger „Captain America 2: The Return Of The First Avenger“ bringen die Russo-Brüder und ihre Drehbuchautoren Christopher Markus & Steven McFeely die Marvel-Reihe auf einen willkommen menschlichen und grundierten Boden zurück. Während sie „The Winter Soldier“ durchaus treffend als politischen Paranoia-Thriller bezeichneten, ist der auf Mark Millars Comic-Reihe basierende „Civil War“ ihre Variante eines psychologischen Thrillers. Hier steht ganz und gar ein zutiefst nachvollziehbarer und dramatisch gewichtiger Konflikt zwischen seinen beiden Hauptfiguren Steve Rogers/Captain America (Chris Evans) und Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.) im Vordergrund, der die brillant erzählte Handlung enorm packend und mit emotionaler Wucht antreibt.

Meisterhaft gelingt es den Russos beide Figuren so vielschichtig zu gestalten, dass man als Zuschauer im ständigen Zwiespalt zwischen ihnen steht, hinterfragt, was Recht und Unrecht ist. Hier geht es um Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind, Schwarzweiß-Denken ist hier dankbarerweise ein Fremdwort. Umso bemerkenswerter ist es zudem, wie gut und mit welcher Leichtigkeit es gelingt, nicht nur die beiden Protagonisten umfangreich und psychologisch fundiert zu beleuchten, sondern eine Vielzahl von neuen und alten Figuren einzubauen, die alle ihre Momente haben und nicht reines Beiwerk, sondern integrale Teile der Erzählung sind. Hieran sind schon manche inhaltlich überfüllte Comicverfilmungen gescheitert, etwa „Spider-Man 3“, „The Amazing Spider-Man 2“ oder gerade kürzlich „Batman v Superman: Dawn of Justice“.

The First Avenger: Civil War Szenenbild Letzteren muss man auch unbedingt im Zusammenhang mit „Civil War“ ansprechen, denn das dritte Kapitel der Captain America-Saga macht wegen zahlreichen inhaltlichen Parallelen unmissverständlich deutlich, woran Zack Snyders zwar durchaus interessantes, aber letztlich aufgeblasenes und sich selbst zu wichtig nehmendes Aufeinanderprallen der Superhelden krankt: Während in „BvS“ die Motivationen der Protagonisten eher vage bleiben und ihr Konflikt sich auf nahezu lachhafte Weise auflöst, ist „Civil War“ ein strahlendes Musterbeispiel für behutsame, geduldige und vor allem bemerkenswert schlüssige Figurenzeichnung. Man versteht, was die Figuren antreibt, jeder hat seine logisch vorgetragene Agenda und sinnvoll argumentierten Hintergründe. Der rote Faden, der sich durch „Civil War“ zieht, ist der ideologische Konflikt zwischen Steve und Tony, doch es ist fast schon ein Wunder, mit welcher Sorgsamkeit hier alle der zahlreichen Nebencharaktere behandelt werden. Es kristallisieren sich zwei Teams unter den Avengers heraus, die meist aus Loyalität und persönlicher Bezogenheit jeweils hinter einem der genannten Protagonisten stehen. Den Russos und dem Autorenteam gelingt es fabelhaft und mit vorbildlicher Eleganz, jedem dieser Figuren ihre Momente zu geben, sie dreidimensional und menschlich zu zeichnen. Besonders hervorzuheben ist hier Wanda Maximoff/Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), die in „Age of Ultron“ noch wenig bemerkenswert war, hier aber schon frühzeitig eine starke Präsenz entwickelt, die mit den Konsequenzen ihrer großen Macht hadert.

In diesem Zusammenhang kann der nach dem übertriebenen und eher unfokussierten „Age of Ultron“ festgestellt werden, dass „Civil War“ schon frühzeitig einen bedeutend reiferen und erwachseneren Umgang mit seinen Figuren pflegt und reflektiert die Folgen der weltweiten Zerstörung behandelt. The First Avenger: Civil War SzenenbildHier ist es die gerade genannte Scarlet Witch, deren erschütterter Gesichtsausdruck nach einer ihrer folgenschweren Aktionen für einen gänsehauterregenden Moment sorgt, den man sich schon viel früher in einem der MCU-Filme gewünscht hätte. Der Auslöser des Hauptkonfliktes in „Civil War“ sind eben die Kollateralschäden, die die Avengers hinterlassen haben. Schnell spürt man dem Film seine große menschliche Dimension an, die Konsequenzen des Handelns der Avengers stellen für alle Figuren eine tiefgreifende und alles berührende Belastung dar. Hier ist auch eine überraschend bewegende Szene nennenswert, in der die großartige Alfre Woodard gegenüber Robert Downey Jr. in einem überraschenden Kurzauftritt den Film für einen Moment als trauernde Mutter ihres in Sakovia gestorbenen Sohnes stiehlt.

Der Film beginnt direkt mit einem atemlos und aufregend inszenierten Einsatz von Captain America, Scarlet Witch und Falcon (Anthony Mackie), die in Lagos Jagd auf Brock Rumlow/Crossbones (Frank Grillo) und sein Team machen, wobei es erneut zu einem Vorfall kommt, bei dem öffentliches Eigentum und unschuldige Menschen zu Schaden kommen. Das bringt gerade nach den in „Age of Ultron“ gezeigten Ereignissen in Sakovia das Fass zum Überlaufen, weshalb sich nun die Politik einschaltet, um ein Kontrollsystem ins Leben zu rufen, dass die Aktivitäten der Avengers strikter überwachen soll. Hier spalten sich die Gemüter und Ideologien, denn der ehemals blinde Patriot Steve ist nach den Ereignissen vom vorigen Film gegen eine allmächtige Kontrolle der Regierung, während der nach dem Ultron-Fiasko mit Schuldgefühlen behaftete Tony für eine behördliche Leitung ihrer Missionen ist. Zugleich versucht der zunehmend sich unabhängig machende Steve seinen in Ungnade gefallenen Jugendfreund Bucky Barnes (Sebastian Stan) zu beschützen, der immer noch wegen seinen Taten als gehirngewaschener Winter Soldier international gesucht wird.

The First Avenger: Civil War Szenenbild Der Film nimmt sich Zeit, diesen Konflikt dramatisch zu untermauern und sich immer weiter zuspitzen zu lassen. Starke und tiefgreifende Charaktermomente, bei denen die Figuren ihren Standpunkt argumentieren, sind in ein rasantes, weltumspannendes Action-Konstrukt gebettet, das konsequent nach vorne prescht und keinen trägen oder belanglosen Moment zulässt. Wie schon in „The Winter Soldier“ inszenieren die Russos (u.a. mit Hilfe von den „John Wick“ Machern Chad Stahelski & David Leitch, die hier als 2nd Unit Regisseure fungieren) die Action auf handgemachte, realistische und dreckige Art, die exzellenten Kampfszenen sind rasant, flüssig und übersichtlich choreografiert, man spürt jeden Schlag und ist immer mitten im Geschehen. Doch ihr Film ist keine Entschuldigung, um ihre Figuren rennend, schlagend und tretend durch die Szenerie springen zu lassen, hier hat jeder schmerzhafte Kampf echtes dramatisches Gewicht.

Überall verteilen die Macher starke Motive hinter den Taten ihrer Figuren. Steve, der den kontrollierenden Instanzen kein Vertrauen mehr schenkt und nur noch seinem eigenen Instinkt traut, ist bedingungslos gegenüber Bucky loyal, hinter dessen manipulierter Fassade er immer noch den Freund sieht, mit dem er einst aufgewachsen ist. Er will Buckys Unschuld in den terroristischen Akten beweisen, denen er bezichtigt wird. Damit ist er automatisch Kontrahent von Tony, der nach den einschneidenden und traumatischen Ereignissen der vorigen Filme einen Wandel vom unabhängigen und leichtsinnigen Lebemann, der sich selbst sein eigener Herr ist, zum Untergebenen einer öffentlichen Macht vollzieht. Hinter Steve steht Falcon/Sam Wilson, hinter Tony sein ergebener Freund Rhodey (Don Cheadle), Natascha Romanoff/Black Widow (Scarlett Johansson) steht im Zwiespalt zwischen den sich immer weiter verhärtenden Fronten. Hinzu kommt noch Prinz T’Challa/Black Panther (Chadwick Boseman), der nach einem scheinbar von Bucky verübten Terroranschlag, bei dem sein Vater ums Leben gekommen ist, nach Rache sinnt. The First Avenger: Civil War SzenenbildDoch das ist noch nicht alles, denn mit Helmut Zemo (Daniel Brühl) wird noch ein weiterer Antagonist ins Rennen geschickt, der ebenfalls ein ganz persönliches Motiv bezüglich der Avengers hat…

Es muss erneut unterstrichen werden, wie meisterhaft es den Russos und ihren beiden Autoren gelingt, die Balance mit all den Figuren zu halten. Nie verlieren sie den zentralen Konflikt aus den Augen, trotz aller Figuren ist der Film nie verwirrend oder zu komplex. „Civil War“ ist ein sehr menschlicher und damit emotionaler Film, anders als in manch anderen Marvel-Filmen haben Taten spürbare Konsequenzen und können nicht durch eine magische Erklärung rückgängig gemacht werden. So ist der Film durchaus düster geraten, doch anders als der hoffnungslos verworrene „Batman v Superman“ wird der Spaß hier nicht aus den Augen verloren. „Civil War“ ist konsequent spannend, aufregend und so ernsthaft wie ein Film mit zahlreichen kostümierten Männern und Frauen mit Superkräften sein kann. Mit großem Feingespür und exzellentem Timing platzieren die Macher aber auch immer wieder willkommene komische und auflockernde Momente, die schlicht perfekt funktionieren.

Einige dieser Momente gehören zweifelsohne der mittlerweile dritten und bislang jüngsten Inkarnation von Peter-Parker/Spider-Man (Tom Holland), die nicht mehr Freude machen könnte. Hier gelingt die bislang vielleicht perfekteste Interpretation des beliebten Charakters, die Fanherzen höher schlagen werden lässt. The First Avenger: Civil War SzenenbildAuch hier, so erstaunlich es auch sein mag, ist die Einführung der Figur in keiner Weise störend oder vom Wesentlichen ablenkend, sie bringt nur noch mehr Spaß in einen bis zum Anschlag mit tollen Momenten vollgepackten Film. Hier hört es aber nicht auf, denn auch Scott Lang/Ant-Man (Paul Rudd) erhält einen fabelhaften Auftritt. Zudem ist Chadwick Boseman ein fabelhafter Black Panther, ausgestattetet mit nobler Intelligenz und großem Selbstbewusstsein, der sofort seinen Platz hier mit Nachdruck manifestiert. Ryan Cooglers für 2018 angekündigter Einzelfilm kann nicht schnell genug kommen.

Unerwähnt darf auch auf keinen Fall die im Trailer angedeutete, völlig überwältigende, konstant mit ihrem Einfallsreichtum überraschende 17-minütige Flughafen-Sequenz zu Beginn des letzten Drittels bleiben (gedreht auf dem Flughafen Leipzig-Halle): Hier kommt es zum ultimativen Aufeinandertreffen aller Figuren, bei der alle bekannten und bislang unbekannten Fähigkeiten der Helden zu überraschendem und unendlich unterhaltsamen Effekt eingesetzt werden. Hier wird ein gigantischer, perfekt inszenierter und regelrecht berauschender Spaß geboten, bei dem die Ernsthaftigkeit der Situation aber nie aus dem Fokus rückt.

The First Avenger: Civil War Szenenbild „The First Avenger: Civil War“ verfügt über eine Laufzeit von 146 Minuten. Wer hier die Tendenz moderner Blockbuster verspürt, unnötig immer mehr in die Länge gezogen zu werden, kann beruhigt sein: An diesem Film ist tatsächlich kein Gramm Fett zu viel und man ist über die gesamte Zeit durchweg gefesselt, hat Spaß mit den Figuren und leidet mit ihnen, ist Teil ihrer emotionalen Reise. Man ist hier verdammt nahe an der Perfektion, wenn es um die inhaltlich und tonal ausgewogene Balance einer Comicverfilmung angeht, die ihre Figuren mit genau der richtigen Dosis Aufrichtigkeit versieht.


Fazit:
Der dritte Teil der „Captain America“ Reihe ist die wohl beste Arbeit der Marvel Studios und eine der besten Comicverfilmungen überhaupt. Hier wird die perfekte Balance zwischen Spaß und Ernst geboten, zwischen atemberaubender Action und feinen Charaktermomenten.
by

Bilder © Walt Disney