The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (2014), Großbritannien / USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Thriller / Drama / Biographie
Kinostart Deutschland: - Verleih: SquareOne Entertainment

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The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

England, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: Der geniale Mathematiker Alan Turing (BENEDICT CUMBERBATCH) wird vom britischen Geheimdienst engagiert, um - gemeinsam mit einer Gruppe von Code-Spezialisten - den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu knacken. Mit unkonventionellen Methoden und seiner arrogant wirkenden Art macht sich Turing jedoch keine Freunde unter seinen Kollegen und bringt zusätzlich seine Vorgesetzten schnell gegen sich auf: Sie stellen ihm ein Ultimatum. Nur die junge Mathematikerin Joan Clarke (KEIRA KNIGHTLEY) hält zu ihm - sie sieht in ihm eine verwandte Seele, einen Außenseiter, der sich gegen alle Widerstände durchsetzen muss. Während Turing fieberhaft an einer elektrischen Rechenmaschine arbeitet, die Enigma entschlüsseln soll, kommen sich die beiden näher. Doch das Genie Turing hat ein wohl gehütetes Geheimnis. Sollte es an die Öffentlichkeit kommen, wäre sowohl das Enigma-Projekt, als auch Turing persönlich in großer Gefahr...

Benedict Cumberbatch, Keira Knightley und Mark Strong | mehr Cast & Crew


The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben - Trailer


The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben - Trailer


DVD und Blu-ray | The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Blu-ray
The Imitation Game The Imitation Game
Blu-ray Start:
26.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Imitation Game The Imitation Game
DVD Start:
26.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

Filmkritik The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Filmwertung: | 10/10


Der Film von Regisseur Morten Tyldum (Headhunters) ist ein vielfach ausgezeichneter Film. Auf dem Toronto International Film Festival gewann Tyldums Werk den begehrten Publikumspreis und wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Für die Golden Globes 2015 wurde er fünffach nominiert, für die Oscarverleihung sogar acht Mal. Damit geht Tyldums beeindruckendes Werk als einer der großen Favoriten in das Rennen um die begehrte Goldtrophäe. Das liegt auch an der Geschichte, die trotz ihrer Wichtigkeit nur wenigen Menschen geläufig ist.

England, 1939: Der Zweite Weltkrieg hat gerade begonnen. Die Alliierten haben große Mühe, die deutschen Truppen zu stoppen. Denn die Befehle der Wehrmacht werden mit dem Engima-Code verschlüsselt. Die Codes werden jeden Tag, pünktlich um Mitternacht verändert. Die Engländer versuchen verzweifelt, die Verschlüsslungen zu lösen. Das Problem: es gibt 159 Billiarden Möglichkeiten. So wirbt die Geheimeinheit Government Code und Cypher School die größten Denker des Landes an. Unter ihnen ist auch Alan Turing (Benedict Cumberbatch). Er ist ein schwieriger Charakter, der aneckt und beim Bewerbungsgespräch auch Commander Alistair Denniston (Charles Dance) von oben herab behandelt. Da Turing aber ein Genie ist und sofort weiß, dass es um die Engima-Maschine geht, ohne dass Denniston es erwähnte, wird er trotz Vorbehalten des Leiters der Spezialeinheit eingestellt. Das Team wird vom klugen Schachmeister Hugh Alexander (Matthew Goode) geleitet. Turing meint in Anwesenheit aller, darunter auch MI6-Agent Stewart Menzies (Mark Strong), dass die anderen ihn nur beim Arbeiten behindern würden. Aus den Hochbegabten wächst erst nach und nach eine Einheit heran.

Die Geschichte ist hervorragend umgesetzt. Selbst Zuschauer, die mit Mathe und Engima (Deutsch: Rätsel) wenig anfangen können, werden von diesem Film begeistert und gefesselt sein. Von Beginn an packt The Imitation Game und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Über die gesamte Laufzeit der 114 Minuten hält der Film ein bemerkenswert hohes Niveau. Das liegt an der unverbrauchten, wichtigen und hochinteressanten Geschichte und an der exzellenten Charakterdarstellung. Obwohl der unkonventionelle Alan Turing ein schwieriger Mann war, gelingt es Tyldum, ihm zutiefst menschliche Züge zu verpassen und ihn so gut zu zeichnen, dass jede seiner Handlungen nachvollziehbar ist und er trotz seiner Verschrobenheit Sympathien beim Zuschauer hervorruft. Laut Historikern sollen nicht alle geschichtlichen Fakten wahrheitsgetreu wiedergegeben worden und teilweise sogar verändert worden sein. Das fällt einem – sofern man nicht selbst ein Experte auf diesem Gebiet ist – während des Filmes nicht auf. Stattdessen kann der Genremix aus Drama, Biopic und Thriller mit seiner Storyline und seiner Menschlichkeit für viele bewegende Momente sorgen. Dieses Werk ist ein Ausnahmefilm, wie man ihn nur selten sehen darf. Ein Meisterwerk!

Die verbrieften Fakten, die der Film beinhaltet, sorgen für Staunen. Alan Turing wurde am 23. Juni 1912 in London geboren. In Cambridge begann er 1931 sein Studium am King´s College auf. Für seine Abschlussarbeit wurde er zum „Fellow“ ernannt, lieferte sie doch den Beweis für den zentralen Grenzwert. Das schaffte Turing mit Anfang zwanzig. 1938 wurde ihm der Doktortitel in Princeton verliehen. Der Engima-Code galt damals als unknackbar. Dank Turing und der Entwicklung seiner Maschine war der Zweite Weltkrieg mindestens zwei, manche sagen sogar vier Jahre kürzer. Damit retteten Turing und sein Team ungefähr 13 Millionen Menschen das Leben. Turings Maschine ist übrigens der Vorläufer des modernen Computers. Wie Tyldum die Geschichte dieses wichtigen Mannes umsetzt, verdient höchsten Respekt.

Die Leistungen der Schauspieler sind überwältigend gut. Benedict Cumberbatch (Sherlock, 12 Years a Slave, Star Trek: Into Darkness) liefert eine perfekte, tiefgehende Performance ab und wurde zu Recht für den Besten Hauptdarsteller bei den Golden Globes und den Oscars nominiert. Die Chance, dass er gewinnt ist aufgrund der großen und starken Konkurrenz nicht groß, doch ein Sieg für den 38-jähringen Briten wäre verdient. Denn mit welcher Diversität, Differenziertheit und emotionalen Bandbreite er Turing nicht nur verkörpert, sondern sich auf der Leinwand in das Mathe-Genie mit Sozialkomplex verwandelt, ist mit die beste Leistung, die ein Schauspieler in den letzten Jahren vollbracht hat.
An Cumberbatchs Seite zeigen auch Matthew Goode (Stoker, Watchmen – Die Wächter, Match Point) und Altstar Charles Dance (Game of Thrones, Dracula Untold, Last Action Hero) exzellente Leistungen. Auch Keira Knightley (Stolz&Vorurteil, Fluch der Karibik, Eine dunkle Begierde) liefert eine überragende Leistung – die Beste ihrer Karriere – ab und ist folgerichtig für den Oscar als Beste Nebendarstellerin nominiert worden. Gleiches galt für die Golden Globes, wo sie allerdings nicht gewinnen konnte.
Besonders hervorstechen tut aber Mark Strong (Sherlock Holmes, Robin Hood, Kick-Ass), der hier in seiner kleinen Nebenrolle für viele amüsante Szenen sorgt, die obendrein von hoher Bedeutung sind. Seine Leistung bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften.

Die ruhige, dynamische Kameraführung, die exzellenten, zeitversetzenden Locations, die spannungserzeugende, atmosphärische Musikuntermalung und die großartige Ausstattung sind weitere positive Aspekte dieses makellosen Films.

Überragender, von der ersten bis zur letzten Sekunde begeisternder Ausnahmefilm, der bei den „Oscars“ 2015 als einer der großen Favoriten ins Rennen gehen sollte.

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Bilder © SquareOne Entertainment