72 Stunden - The Next Three Days

The Next Three Days (2010), USA
Laufzeit: - Genre: Thriller / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Kinowelt

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72 Stunden - The Next Three Days Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Wie plant man einen Gefängnisausbruch, ohne je einen Tag hinter Gittern verbracht zu haben? Vor diese schier unlösbare Aufgabe wird John Brennan (Russell Crowe) gestellt, als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) aus heiterem Himmel wegen eines Mordes verhaftet wird, den sie nicht begangen haben will. Der College-Dozent verzweifelt fast daran, Laras Unschuld zu beweisen und seine Familie zusammenzuhalten. Doch als Lara auch in letzter Instanz verurteilt wird und nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt, startet John eine irrwitzige Rettungsaktion: Mit Hilfe eines ehemaligen Gefängnisinsassen (Liam Neeson), viel Improvisationstalent und obwohl alles gegen ihn spricht, entwickelt John den perfekten Ausbruchsplan. Als Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, bleiben nur noch 72 Stunden, in denen John alles riskieren muss für was er bisher gelebt hat...

Russell Crowe, Elizabeth Banks und Olivia Wilde | mehr Cast & Crew


72 Stunden - The Next Three Days - Trailer




DVD und Blu-ray | 72 Stunden - The Next Three Days

Blu-ray
72 Stunden - The Next Three Days 72 Stunden - The Next Three Days
Blu-ray Start:
07.07.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 133 min.
72 Stunden - The Next Three Days - Steelbook Collection 72 Stunden - The Next Three Days - Steelbook Collection
Blu-ray Start:
20.09.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 133 min.
DVD
72 Stunden - The Next Three Days 72 Stunden - The Next Three Days
DVD Start:
07.07.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 128 min.

zur DVD Kritik
72 Stunden - The Next Three Days - Steelbook 72 Stunden - The Next Three Days - Steelbook
DVD Start:
19.01.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 128 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik 72 Stunden - The Next Three Days

Filmwertung: | 7/10


Im Vordergrund von Paul Haggis’ „72 Stunden – The Next Three Days“ steht sein ausgetüfteltes Drehbuch und hervorragende Regiearbeit. Als gefragter Autor und Script Doktor versteht Haggis sein Fach, weiß worauf es ankommt und kann dies als Regisseur auch noch interessant umsetzen. Bereits mit seinem Regiedebüt, dem Ensembledrama „L.A. Crash“ („Crash“ 2004) wurde Haggis mit zwei Academy Awards für den besten Film und das beste Drehbuch (Oscars) ausgezeichnet. Zuvor erhielt er einem Oscar für sein Drehbuch zu Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ und ist somit der erste Autor, der zwei Academy Awards in Folge gewinnen konnte.
Doch der Thriller „72 Stunden – The Next Three Days“ ist nicht auf Haggis’ alleinigem Mist gewachsen. Französische Vorlagen stehen bei den Amerikanern zur Zeit anscheinend hoch im Kurs (siehe „Chloe“ oder „The Tourist“), und so diente auch Haggis ein relativ neuer, französischer Thriller als Inspiration, nämlich: „Pour Elle“ aus dem Jahre 2008. Der Film schaffte es in Deutschland allerdings nur in die DVD-Regale (deutscher Titel: „Ohne Schuld“).

Die Handlung kann hier nur kurz umrissen werden, um keine Details zu verraten. Für die des Mordes verurteilte Ehefrau von College-Professor John Brennan (Russel Crowe, „Robin Hood“) besteht keinerlei Chance auf Revision. John befürchtet, dass Lara (Elisabeth Banks) die Zeit im Gefängnis nicht überstehen wird. Er sieht nur noch einen Ausweg: Lara aus dem Gefängnis zu befreien. Doch John hat keinen Schimmer, wie er das anstellen soll. Wie bricht man zum Beispiel Schlösser auf und organisiert falsche Pässe? Ganz zu schweigen von den Kosten dafür. Johns finanziellen Mittel schrumpfen kontinuierlich. Welche Grenzen ist John bereit, für die Durchführung seines Planes, zu überschreiten? Er befindet sich in einem moralischen Dilemma, sich mit zwielichtigen Gestalten einlassen zu müssen und dabei niemand Unbeteiligtes zu schaden kommen zu lassen - ein schwieriges Unterfangen.

Die Nebenrollen sind prominent besetzt. Liam Neeson („96 Hours“) spielt einen ehemaligen Gefängnisinsassen, der John wertvolle Tipps geben kann. Schade, dass dieser nur einen kurzen Auftritt hat. Dagegen kann Olivia Wilde („Dr. House“, „Tron: Legacy“) nicht recht überzeugen. Sie schaut hübsch in die Kamera – vielleicht ein wenig zu hübsch, um die Normalität des Alltags, von der sich John immer weiter entfernt, authentisch zu spiegeln.

Meine anfängliche Befürchtung, der Film würde sich ob seiner Länge von 133 Minuten durch Jahre der Beweisaufnahme und Gerichtsverhandlungen quälen, war unbegründet. Haggis inszeniert Laras Verhaftung und die anschließenden drei Jahre flott und konzentriert sich auf das Wesentliche. Der wahrhafte Eindruck dieser doch eher realitätsfernen Geschichte, entsteht durch die angenehm, sparsame Dialogführung und den nachvollziehbaren Schwierigkeiten, mit denen John konfrontiert wird. Lösungen fallen ihm nicht in den Schoß, sondern führen erst nach anstrengendem Grübeln und Ausprobieren von Alternativen zum gewünschten Ziel– siehe Geldbeschaffung. „72 Stunden – The Next Three Days“ ist interessant inszeniert und voller Details, die sich ständig zur Katastrophe steigern. Trotzdem mag das Ansehen dieser Puzzlearbeit nicht jedermanns Sache sein.

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Bilder © Kinowelt