Pokémon Meisterdetektiv Pikachu

Pokémon Detective Pikachu (2019), Japan / USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Animation / Abenteuer / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Pokémon Meisterdetektiv Pikachu Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Die Story nimmt ihren Anfang, als der Top-Privatdetektiv Harry Goodman auf mysteriöse Art verschwindet, woraufhin sein 21 Jahre alter Sohn Tim sich aufmacht, um herauszufinden, was geschah. Unterstützt wird er von Harrys früherem Pokémon-Partner Pikachu: einem wahnsinnig komischen, frotzelnden, liebenswerten Super-Spürhund, der sich selber nicht versteht. Als sie erkennen, dass sie auf eine einzigartige Art und Weise miteinander kommunizieren können, schließen sich Tim und Pikachu zusammen und begeben sich auf ein packendes Abenteuer, um die geheimnisvollen Machenschaften zu entwirren. Auf der Jagd nach Hinweisen in den neonbeleuchteten Straßen von Ryme City – einer wuchernden modernen Metropole, in der Menschen und Pokémon Seite an Seite in einer hyperrealistischen Live-Action-Welt leben – treffen sie auf diverse Pokémon und decken eine schockierende Verschwörung auf, die die friedliche Koexistenz beenden könnte und das gesamte Pokémon-Universum in Gefahr bringt.

Kathryn Newton, Justice Smith und Suki Waterhouse | mehr Cast & Crew


Pokémon Meisterdetektiv Pikachu - Trailer




Filmkritik Pokémon Meisterdetektiv Pikachu

Filmwertung: | 7/10


Tim (Justice Smith) hat sich in einer Welt voller Pokémon von ihnen distanziert, da er einfach keinen Spaß an dem Sammeln von ihnen findet. Aufgrund des plötzlichen Todes seines Vaters Harry Goodman muss er jedoch nach Ryme City reisen und dort landet er in einer Stadt, in der Menschen und Pokémon Hand in Hand leben. Es gibt keine Ausbeute und alle leben friedlich zusammen. In der Wohnung seines Vaters findet Tim dann Pikachu (Stimme: Ryan Reynolds), der Detektiv-Pokémon-Partner seines Vaters, welcher sogar mit Tim reden kann. Zusammen versuchen sie den Mord aufzudecken, werden aber von einer mysteriösen Organisation verfolgt, die das friedliche Leben von Mensch und Pokémon für immer zerstören wollen.

Pikachu (gesprochen von Ryan Reynolds) und Tim (Justice Smith)
Pikachu (gesprochen von Ryan Reynolds) und Tim (Justice Smith) © Warner Bros.
Die erste Pokémon-Realverfilmung „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ ist leider ein sehr zweigeteilter Film. Es gibt einen Aspekt des Films, welcher überaus überzeugt und der andere Aspekt ist leider wirklich schwach. Zuerst der positive Aspekt: Das Setting ist atemberaubend interessant. Jeder Zuschauer, der sich nur einen Funken für das Pokémon-Universum interessiert, kommt voll auf seine Kosten. In jeder Einstellung lauern zig phantastische Wesen, welche alle durch ihre Detail-Tiefe und Ähnlichkeit zu den originalen Pokémon wahnsinnig ansehnlich sind. Viele der besonderen Eigenschaften haben sogar in diesem Film eine Bedeutung, sodass sie nicht nur Dekoration sind. Aber selbst bei diesem Aspekt haben Nicht-Pokémon-Fans bestimmt ihren Spaß. Sie werden zwar nicht jedes einzelne Tier benennen können, allerdings reicht ihre Niedlichkeit aus, um sich die 104 Minuten über nicht zu langweilen. Vor allem aber ist dieser Film etwas für Fans der ersten Pokémon-Generation, da gefühlt jedes Pokémon dieser Epoche vorkommt und des Weiteren gibt es sehr viele Anspielungen auf die Serie, den animierten Filmen und den Spielen.

Pikachu (gesprochen von Ryan Reynolds)
Pikachu (gesprochen von Ryan Reynolds) © Warner Bros.
Leider hat dieser Film auch eine riesige Schattenseite und das sind ehrlich gesagt alle anderen Aspekte eines Films. Die Story ist überhaupt nichts eigenständiges, sondern besteht aus Plot-Fragmenten aus allerhand erfolgreichen Filmen. Große Inspirationen war auf jeden Fall „Blade Runner 2049“ (2017), „Batman“ (1989) und „Ready Player One“ (2018). Diese Art der billigen Kopierung muss nicht unbedingt schlimm sein, allerdings stört das komplette Fehlen einer Eigeninitiative. Viel schlimmer als die geklaute Handlung sind die Figuren. Tim beschreitet die komplette Heldenreise ohne dabei irgendwie einen Mehrwert zu liefern. Es gibt sogar eine nervige Love Interest namens Lucy (Kathryn Newton), welche überhaupt keinen Zusammenhang zu der Handlung bietet, außer das sie die minderbemittelte Praktikantin des bösen Antagonisten Roger Clifford (Chris Geere) ist, der mit einem absolut dummen Plan versucht, das Vermächtnis seines Vaters Howard (Bill Nighy) zu zerstören. Am Ende des Films verstrickt sich dieser Plan dann in eine Reihe von Plottwists, die so stupide dumm sind, dass fast schon diese süßen Pokémon den Film nicht mehr rumreißen können.

Pikachu kämpft gegen unangenehme Gegner
Pikachu kämpft gegen unangenehme Gegner © Warner Bros.
Inszeniert wurde das flauschige Abenteuer vom „Gullivers Reisen“-Regisseur Rob Letterman, welcher mit einer Mischung aus erfahrenen Schauspielgrößen wie Bill Nighy („Shaun of the Dead“) und Ken Watanabe („Inception“) und Jungend-Schauspielern wie Justice Smith („Jurassic World: Das gefallene Königreich“) und Kathryn Newton („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) viel künstlerische Abwechslung entstehen lässt. Gedreht wurde der ganze Film analog auf 35mm vom Kameramann John Mathieson („Logan“), welcher diesem ganzen bunten Treiben einen interessanten Kontrast gibt. Untermalt wird der ganze Film von der Musik von Henry Jackman („Captain America: Civil War“), welche aber die Handlung nie übertönt und einige interessante Verweise bietet.


Fazit:
„Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ schafft es den Zuschauer komplett in diese faszinierende Welt zu entführen, wenn man sich aber von diesen süßen Wesen komplett abwendet und auf die eigentlichen Aspekte eines Films achtet und zwar „Handlung“, „Figuren“ und „Plot“ wird man richtig enttäuscht, da sich dieser Film von einigen anderen bedeutsamen Filmen komplett inspirieren lassen hat. Wenn man diese Aspekte für eine gewisse Zeit mal ruhen lässt, dann wird man in dieser Welt so einige freudige Momente erleben.
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Bilder © Warner Bros.