Once Upon a Time in... Hollywood

Once Upon a Time in... Hollywood (2019), USA / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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Inhalt

ONCE UPON A TIME… IN HOLLYWOOD spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit, als alles im Umbruch ist. Auch TV-Star Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO) und sein langjähriges Stunt-Double Cliff Booth (BRAD PITT) müssen sich in einer Branche zurechtfinden, die sie kaum mehr wiedererkennen.

Margot Robbie, Leonardo DiCaprio und Brad Pitt | mehr Cast & Crew


Once Upon a Time in... Hollywood - Trailer




Filmkritik Once Upon a Time in... Hollywood

Filmwertung: | 9/10


Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) befindet sich mit seiner Schauspielkarriere auf dem absteigenden Ast. Sein Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) versucht ihn zwar aufzuheitern, allerdings finden sich unter Ricks Rollen schon seit Jahren keine Innovationen mehr und als der Filmproduzent Marvin Schwarz (Al Pacino) einen Dreh für einen Italo-Western vorschlägt, kippt die Stimmung komplett. Rick begibt sich auf die Suche nach einem neuen Dasein, während gerade Hollywood von Manson-Morden erschüttert wird.

Cliff Booth (BRAD PITT, l.) und Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO, r.)
Cliff Booth (BRAD PITT, l.) und Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO, r.) © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
“Once Upon a Time in Hollywood” ist der neunte Film von Quentin Tarantino. Der legendäre Regisseur bringt nach vier Jahren wieder einmal einen Film ins Kino. Diesmal inszeniert er eine Geschichte, die zu großen Teilen auf Fiktion basiert, allerdings auch einige historische Elemente beinhaltet. Die Charaktere Rick Daten und Cliff Boot sind zwar beide ausgedacht, aber an ihnen kann sich so gut wie jeder hineinversetzen. Rick ist voller Selbstzweifel, da ihm seine Schauspielkarriere keine neuen Innovationen mehr bringt. Er ist zwar seit vielen Jahren sehr erfolgreich, aber so langsam laugt es ihn aus. Durch verschiedene Vorkommnisse wird sein Stuntman Cliff zu seinem persönlichen Assistenten. Er fährt ihn überall hin, kümmert sich um Reparaturen und springt ab und zu bei Filmdrehs ein. Parallel zu den beiden Charakteren lebt Sharon Tate (Margot Robbie) mit ihrem Mann Roman Polanski (Rafel Zawieruccha) in Hollywood. Auch sie ist Schauspielerin und begegnet durch Zufall Charles Manson (Damon Herriman), welcher mit seiner sektenähnlichen Hippie-Kommune blutrünstige Morde plant.

Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO)
Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO) © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Den Inhalt irgendwie zusammenzufassen ist ziemlich schwer, da der Film keiner inhaltlichen Linie folgt. Der Film springt oftmals von Charakter zu Charakter. Dadurch lernt der Zuschauer diese aber sehr gut kennen und es werden viele Identifikationsfiguren geschaffen. So offenbart sich auch eine Schwäche des Films: Es sind schlichtweg zu viele Charaktere. Neben den drei Hauptcharakteren versucht der Film zu viele Geschichten, um die eigentliche Handlung zu erzählen. Auch wenn es nur kleinere Ausblicke sind, reißt das oftmals den Fluss des Films. Die Handlung beginnt zu holpern und es braucht erstmal wieder einige Zeit, bis zurückgefunden wird. Das erklärt auch die Laufzeit von 161 Minuten, welche für Tarantino zwar nicht unüblich sind, allerdings braucht es viel Anlauf, bis sich die Geschichte langsam, dafür aber kraftvoll entfalten kann. Natürlich ziehen sich wieder etliche Motive durch den ganzen Film, sodass eigentlich ständig Tarantinos Liebe zum Kino, Gewalt und Füßen zu spüren ist. Die Gewalt zieht sich erstaunlicherweise diesmal etwas zurück, sodass es nur im spektakulären Finale zu einer atemberaubenden Brutalität kommt. Der ganze Film ist allerdings auch eine Hommage an den klassischen Western, vor allem an Sergio Leones „Once Upon a Time“-Trilogie. Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet ist Rick Dalton der Cowboy, der im aufsteigenden Hollywood seinen Platz sucht, ihm aber Selbstzweifel plagen. Dazu kombiniert Tarantino die Manson-Morde, welche Hollywood damals zutiefst erschüttert haben. Der Film hält sich vage an die Ereignisse, dichtet aber einen gewaltigen dramaturgischen Mehrwert hinzu, sodass das Finale mit einer riesigen Wucht auf der Leinwand stattfindet.

Sharon Tate (MARGOT ROBBIE)
Sharon Tate (MARGOT ROBBIE) © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Die schauspielerische Leistung ist aber das wahre Highlight des Films. Quentin Tarantino („Pulp Fiction“/„Inglourious Basterds“) inszeniert wieder einmal Leonardo DiCaprio („Titanic”/ „The Revenant”) und Brad Pitt („Fight Club”/ „Sieben”), welche erstmals zusammen auf der großen Leinwand agieren und sie harmonieren wunderbar. Ihre einzelnen Handlungsstränge sind allesamt mehr als nur interessant, allerdings hätte mehr gemeinsames Spielen noch besser funktioniert. Im Finale wirkt es fast so, als könnte Tarantino nicht beide gleichzeitig inszenieren, sodass immer einer von beiden nicht zu sehen ist. Margot Robbies („The Wolf of Wall Street“/ „Suicide Squad“) Rolle ist zwar nur eine Nebenrolle, allerdings bringt sie sehr viel Witz und Atmosphäre in den Film rein. Meistens tanzt sie nur, aber genau das lässt sehr viel Charme verspüren, obwohl ihr Schicksal eins der traurigsten aus ganz Hollywood ist. In den weiteren Rollen finden sich noch Al Pacino („Der Pate“/ „Scarface“), Dakota Fanning („Oceans 8“/ „Twilight“), Kurt Russell („Death Proof“/ „Guardians of the Galaxy 2”) und Zoë Bell („Django Unchained”/ „The Hateful Eight”), welche zwar allesamt gute Schauspieler sind, allerdings wirkt der Film durch sie viel zu vollgestopft.

Cliff Booth (BRAD PITT), Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO) und Marvin Schwarzs (AL PACINO)
Cliff Booth (BRAD PITT), Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO) und Marvin Schwarzs (AL PACINO) © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Die Bilder, welche Tarantinos Stamm-Kameramann Robert Richardson („Kill Bill 1+2“/ „Inglourious Basterds“) kreiert, sind atemberaubend wertig. In vielen langen und analogen Einstellungen wird die Geschichte erzählt und dabei ist alles in Tarantinos Look gehaucht. Kombiniert mit den tollen Bildern findet sich ein außergewöhnlicher Soundtrack mit bekannten Liedern aus den 60ern, zusammengefügt von Jim Schultz („Free Solo“/„Inglourious Basterds“).


Fazit:
„Once Upon a Time in Hollywood” ist ein fantastischer Film, welcher mit allerhand Starbesetzung vom legendären Regisseur Quentin Tarantino inszeniert wurde. Der Film folgt dabei lose den wahren Ereignissen der Manson-Morde, spinnt dazu aber zwei fiktive Charaktere, die sich selbst im aufsteigenden Hollywood neu finden müssen. Der Film braucht aber einiges an Anlauf, damit die ganze Kraft wirkt und so könnten sich die 161 Minuten Laufzeit ein weinig ziehen. Auch muss gesagt werden, dass der Film wahrscheinlich ohne die großen Namen nicht ganz so gut funktioniert hätte, aber durch diese visionären Filmschaffende lassen sich viele Fehler übersehen.
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Bilder © Sony Pictures