Mortdecai

Mortdecai (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Krimi
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Mortdecai Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Charlie Mortdecai (Johnny Depp) ist in Geldnot. Der einfallsreiche Kunsthändler und Lebemann steckt bis zu seinen aristokratischen Ohren in Schulden und muss in weniger als einer Woche satte acht Millionen Pfund auftreiben – wenn er das Familienanwesen auf dem Land und mit ihm seine luxuriöse Gattin Johanna (Gywneth Paltrow) nicht verlieren möchte. Er wittert seine Chance, als ein bekanntes Goya-Gemälde unter mysteriösen Umständen verschwindet – mit der dafür ausgesetzten Belohnung wären mit einem Schlag alle Sorgen vergessen. Gemeinsam mit seinem treuen Diener (Paul Bettany) begibt sich Mortdecai auf einen rasanten Wettlauf um den Globus. Zwischen London, Moskau und Los Angeles muss er es mit einem rücksichtslosen russischen Oligarchen, einem international gesuchten Terroristen sowie einem habgierigen amerikanischen Milliardär und dessen nymphomanischer Tochter (Olivia Munn) aufnehmen. Und er muss vor allem immer ein Auge auf seinen großen Rivalen aus Schulzeiten haben, den ambitionierten Inspektor Alistair Martland vom MI5 (Ewan McGregor), der neben dem Kriminalfall auch großes Interesse an Mortdecais Gattin Johanna hegt...

Johnny Depp, Gwyneth Paltrow und Ewan McGregor | mehr Cast & Crew


Mortdecai - Trailer


Mortdecai - Trailer


DVD und Blu-ray | Mortdecai

Blu-ray
Mortdecai - Der Teilzeitgauner Mortdecai - Der Teilzeitgauner
Blu-ray Start:
28.05.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Mortdecai - Der Teilzeitgauner Mortdecai - Der Teilzeitgauner
DVD Start:
28.05.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 102 min.

Filmkritik Mortdecai

Filmwertung: | 6/10


Johnny Depp ist für seine skurrilen Figuren bekannt. Unter anderem konnte er bisher als verschrobener Pirat in „Der Fluch der Karibik“, als durchgeknallter Hutmacher in „Alice im Wunderland“ oder gar als schweigsamer Indianer in „Lone Ranger“ mit absurder Performance glänzen. In David Koepps aberwitzigen Komödie „Mortdecai“ wird Depp nun zum Teilzeitgauner, der mit Einfallsreichtum und eigenwilligen Schnauzbart die Polizei und seine Kontrahenten um den Finger wickelt.

Ganz im Stil von „Gambit – Der Masterplan“ inszeniert David Koepp („Das geheime Fenster“) eine turbulente Komödie über ein verschwundenes Gemälde, das einem verschuldeten Aristokraten sanieren könnte. Charlie Mortdecai (Johnny Depp) ist ein Lebemann, der den finanziellen Ruin nur schwer verdauen kann. Doch das Schicksal legt ihm eine gefundene Möglichkeit in die Hand, um seinen Familiensitz und seine luxuriöse Frau (Gwyneth Paltrow) halten zu können. Basierend auf der 1970er Jahre Roman-Trilogie von Kyril Bonfigliolie findet sich Mortdecai stets in absurden Situationen wieder, aus denen er nur mit der Hilfe seines treuen Dieners Jock Strapp (Paul Bettany) wieder einen Ausweg findet. Als feiger, aber liebenswerter Antiheld kann Depp den Film über weite Strecken tragen und selbst die weniger gelungenen Sequenzen mit einem entrückten Ausruf der Genervtheit ins Erträgliche retten. Der Zuschauer folgt dem Teilzeitgauner auf seiner unglaublichen Reise von London über Moskau bis nach Los Angeles. Stets darauf bedacht, der britischen Etikette treu zu bleiben, lässt sich Mortdecai nie dazu herab, die Fassung zu verlieren. Selbst die unmöglichsten Situationen nimmt er mit einem Augenrollen hin. Dass er mit seinem sonderbar verschrobenen Verhalten seinen Mitmenschen gehörig auf die Nerven geht, erklärt sich fast von selbst und sorgt für amüsante Momente. Neben seinem Schnauzbart, der zweifelsohne fast eine Hauptrolle für sich beansprucht, erweist sich Paul Bettany als gute Besetzung für den loyalen Diener. Der Darsteller ist sich nicht zu schade, um zahlreiche Angriffe auf seine Figur in Kauf zu nehmen, nur um seinen begriffsstutzigen Arbeitgeber immer wieder das Leben zu retten. Auch Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow („Shakespeare in Love“) kann den Humor, den Drehbuchautor Eric Aronson („On the Line“) seinen Figuren auf den Leib schrieb, tragen. Als Mortdecais Ehefrau Johanne beweist sie Cleverness, wenn sie gezielt im Hintergrund die Fäden ihrer Ehe zieht und ihren Mann mit bewusst eingesetzten Charme zu Leistungen anspornt. Lediglich Ewan McGregor bleibt als Ermittler eine blasse Randfigur.

Die Geschichte ist nicht sonderlich innovativ, nimmt aber durch zahlreiche Nebenhandlungen und deren Verzweigungen absurde Dimensionen an, die sich problemlos in 107 Minuten Laufzeit abhandeln lassen. Während die Story immer wieder kleine Schwächen erkennen lässt, ist der Look des Films konstant. Der Schnurrbart, der von Depps persönlichen und Oscar-gekrönten Make-up-Spezialisten Joel Harlow in Szene gesetzt wurde, zieht sich als dramaturgisches Element, wie ein roter Faden quer durch den Film. Immer wieder kommt die Sprache auf die gepflegte Gesichtsbehaarung zu sprechen, die Mortdecais Exzentrik unterstreicht, ihn aber gleichzeitig zur Witzfigur degradiert. Die von Szenenbildner James Merifield inszenierte Welt des Grafen lebt von dem Retro-Style der 1940er und 1950er Jahre. Die Kulissen leben von dem großen Detailreichtum. Palastartige Stufen führen zum pompösen Eingangsportal des fiktiven englischen Landsitzes Mortdecai Manor, das von seinem schrulligen Besitzer nur standesgemäß mit einem Rolls-Royce angefahren wird. Auch die Kleidung der Figuren ist nahezu einzigartig. In klassischen Anzügen mit schillernden Details kann Johnny Depp seine Rolle als Exzentriker bestens zur Schau tragen und sich gleichzeitig selbst als Kunstwerk in Szene setzen. Bei all der bis ins Detail ausstaffierten Komödie kommt auch die Action nicht zu kurz. Ähnlich wie bei „Der Rosarote Panther“-Reihe setzen die Filmemacher auf Slapstick. Die Planlosigkeit der Figuren wird genutzt, um den Zuschauer unvorbereitet in eine neue Situation zu werfen, die mit schwarzem Humor gespickt sind. „Mortdecai“ ist keine einzigartige Komödie, die man zwangsläufig gesehen haben muss. Wer jedoch schrägen Humor und exzentrische Figuren mag, wird mit diesem Film kurzzeitige und vor allem haarige Unterhaltung finden.

Fazit: Absurde Krimi-Slapstick-Komödie mit schrägem Humor, die dank Johnny Depp nette Momente zum Schmunzeln bietet.

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Bilder © StudioCanal