Ad Astra - Zu den Sternen

Ad Astra (2019), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Abenteuer / Mysterie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Inhalt

Astronaut Roy McBride (Brad Pitt), reist an den äußersten Rand des Sonnensystems, um seinen vermissten Vater zu finden und ein Rätsel zu lösen, dass das Überleben auf unserem Planeten bedroht. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen.

Brad Pitt, Liv Tyler und Tommy Lee Jones | mehr Cast & Crew


Ad Astra - Zu den Sternen - Trailer




Filmkritik Ad Astra - Zu den Sternen

Filmwertung: | 8/10


Brad Pitt ist zurück! Und wie: Vor knapp einem Monat feierte Hollywoods (ehemaliger?) Liebling mit „Once upon a Time… in Hollywood“ das Comeback seiner Karriere und lieferte gleichmal eine seiner besten Performances seit “Inglourious Basterds” ab. Kaum ist Quentin Tarantinos neunter Film in den Kinos weltweit angelaufen, bringt der Amerikaner schon den nächsten Kracher auf die große Leinwand. „Ad Astra“, der Name ist Programm: In diesem neuen, großartigen Science-Fiction- Kracher muss Protagonist Roy McBride durch unsere halbe Galaxie reisen, um seinen vor Jahren auf einer Entdeckungs-Mission verschollenen Vater Clifford zu suchen, welcher von der NASA verdächtigt wird, für gefährliche elektromagnetischen Stürme verantwortlich zu sein, die die Erde heimsuchen. Roy soll eine Botschaft ins All senden, in der Hoffnung, dass sein Vater auf diese reagiert, sollte er noch leben. Dafür muss Roy aber erst einmal selbst in den Weltraum aufbrechen, denn die Nachricht kann nicht von der Erde aus gesendet werden…

Brad Pitt (Roy McBride)
Brad Pitt (Roy McBride) © Twentieth Century Fox
„Ad Astra – Zu den Sternen“ von „Die versunkene Stadt Z“-Regisseur James Gray hatte keinen leichten Weg bis zur Veröffentlichung. Die Fox-Übernahme durch Disney bedeutete bekanntermaßen für viele Independent-Filme des Studios, die teilweise auch schon abgedreht waren, die Absetzung. „Ad Astra“ ist also vermutlich nur erschienen, weil Disney die knapp 90 Millionen US-Dollar nicht wegwerfen wollte und man mit Brad Pitt und Tommy Lee Jones zwei Zuschauermagneten als Hauptrollen vorzuliegen hatte. Nun, nach der Veröffentlichung kann man sagen, Gott sei Dank ist es nicht so gekommen, wie der Maus-Konzern es sich vielleicht gewünscht hätte. Denn sonst hätten wir nie den besten Science-Fiction-Streifen seit "Arrival" und "Interstellar" bekommen, der „Ad Astra“ tatsächlich geworden ist.

V.l.n.r.: Donald Sutherland, Brad Pitt (Roy McBride), Sean Blakemore (Willy Levant)
V.l.n.r.: Donald Sutherland, Brad Pitt (Roy McBride), Sean Blakemore (Willy Levant) © Twentieth Century Fox
Es ist die nahe Zukunft. Eine Zeit zwischen Hoffnung und Konflikt. Dies wird dem Zuschauer schon vor dem Start des eigentlichen Films in flammender roter Schrift eingeprägt und dieses Zukunft-Setting der Planeten, aber auch der Raumfahrt an sich sind einfach nur absolut fantastisch. Im April 2017 erklärte Gray, dass er die realistischste Darstellung von Weltraumreisen erschaffen wolle, die jemals in einem Film gezeigt worden war. Der Weltraum sollte dabei als ein äußerst menschenfeindlicher Ort dargestellt werden. Dieses Vorhaben ist dem Team um Regisseur James Gray von vorne bis hinten gelungen. Man zweifelt nicht eine einzige Sekunde an der Echtheit der Szenen, die man gezeigt bekommt. Der schmale Grat zwischen Realismus und Fantasie, den ein Science-Fiction-Film stets erreichen will, gelingt hier wie nahezu nie zuvor. Eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Visuelle Effekte“ wird der Film also unter Garantie erhalten und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass darauf noch mehrere folgen werden. Vielleicht sogar für den besten Film? Stand jetzt wäre dies auf jeden Fall verdient.

Brad Pitt (Roy McBride)
Brad Pitt (Roy McBride) © Twentieth Century Fox
Brad Pitt trägt den Film mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung souverän und verkörpert den NASA-Ingenieur Roy McBride, der gerade wegen seiner stoischen Art von seinen Arbeitgebern für jene Mission ausgewählt wurde, komplett überzeugend. Auch alle Nebendarsteller um Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und Ruth Negga überzeugen mit soliden Leistungen. ABER: Die Stars des Films sind in „Ad Astra“ nicht die Darsteller, sondern das Team hinter der Kamera. Kameramann Hoyte Van Hoytema fängt atemberaubende Bilder unseres Sonnensystems ein, Scott Fisher und Allen Harris verantworten eine in dieser Masse noch nie da gewesene Feinarbeit an Effekten, von denen keine einzige als unglaubwürdig erscheint. Gerade für das Colourgrading wird man diesen Film in Erinnerung behalten. Obwohl der Soundtrack hinter direkten Konkurrenten wie Christopher Nolans „Interstellar“ zurückbleibt, fängt er immer noch gut die Stimmung des Alleinseins im All ein. Und schließlich thront über allen James Gray, der neben der Regie auch noch das Drehbuch zum Film beisteuerte. Dieses Drehbuch ist kein großes Meisterwerk, aber Grray weiß eben in jeder Szene, was genau er sehen will. Dadurch gelingt es ihm trotz eines Drehbuchs, das bei weitem nicht an „2001“, „Arrival“ oder „Interstellar“ herankommt, durch seine Vision Spannung zu kreieren, die von der ersten bis zur 120. Minute anhält. Es ist eben seine Vision der Raumfahrt, die wir hier zu sehen bekommen, und dieses kleine Kunststück wird ihm garantiert sämtliche Türen in Hollywood öffnen.


Fazit:
„Ad Astra- Zu den Sternen“ ist das Beste an Science Fiction, was wir seit langem zu Gesicht bekommen haben. Überzeugende Schauspieler werden unterstützt von einmalig guten Effekten, Kameraeinstellungen und einem Gefühl der Einsamkeit des Weltalls, das den Kinosaal in Atem hält. Brad Pitt hat nach seiner Trennung von Angelina Jolie wieder zurück zu alter Form gefunden und schließt sein Kinojahr 2019 erfolgreich ab.
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Bilder © 20th Century Fox