Shailene Woodley

Shailene Woodley ©2014 Concorde Filmverleih GmbH

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Shailene Diann Woodley
Geburtstag:
15.11.1991
Geburtsort:
Simi Valley, Kalifornien, USA




Info und Kurzbiographie zu Shailene Woodley

Porträt von Shailene Woodley zu „Die Bestimmung – Insurgent“: Tris im wahren Leben

Obwohl Shailene Woodley erst 23 Jahre alt ist, hat sie in ihrer Karriere schon viel erreicht. Zwei große Erfolge konnte die in Simi Valley, Kalifornien geborene, 1,73 Meter große Frau schon feiern. Mit „Die Bestimmung – Divergent“ spielte sie 2014 weltweit 285 Millionen Dollar in die Kinokassen ihres Studios ein. Bei einem Budget von 85 Millionen Dollar ein großer Erfolg. Dieser wurde von ihrer anschließenden Arbeit als Hazel Grace in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ noch deutlich in den Schatten gestellt. Bei einem Budget von 12 Millionen Dollar spielte der Film weltweit 266 Millionen Dollar wieder ein.
Die US-Amerikanerin begann bereits im Alter von fünf Jahren mit der Schauspielerei. Sie trat in verschiedenen Serien in einzelnen Folgen auf, ehe sie in „The Secret Life of the American Teenager“ von 2008-2013 die Hauptrolle übernahm und in den USA erstmals größere Aufmerksamkeit auf sich zog. Dadurch bedingt kam sie 2011 auch an die Rolle, die ihr zum endgültigen Durchbruch verhalf. An der Seite von George Clooney spielte sie im „Oscar“-prämierten Drama „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ als dessen Filmtochter groß auf und wurde sogar für den Golden Globe 2012 als beste Nebendarstellerin nominiert. Nach ihrer Serie wandte sich Woodley endgültig den Kinofilmen zu. 2013 spielte sie an der Seite ihres späteren „Divergent“-Co-Stars Miles Teller in dem Teenie-Drama „The Spectacular Now – Perfekt ist jetzt“, der hierzulande erst am 20. März dieses Jahres erscheint. Anschließend kamen die oben genannten großen Erfolge an den Kinokassen. So war es folgerichtig, dass nach „Divergent“ mit „Insurgent“ auch der zweite Band der Erfolgsreihe von Veronica Roth verfilmt wurde. Um diesen zu promoten, reisten Woodley, ihr Co-Star Theo James und der deutsche Regisseur Robert Schwentke um die ganze Welt. Am 13. März machte das Trio hinsichtlich der großen Deutschlandpremiere auch in Berlin Halt. Dort standen sie den vielen interessierten Journalisten auch für Interviews zur Verfügung.

Woodley betrat den Saal im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz schwungvoll und grüßte fröhlich in die Runde. Bei der Beantwortung der vielen unterschiedlichen Fragen war es augenscheinlich, dass sie eine intelligente und vor allem schlagfertige Frau ist, die verbal sehr gut und sehr schnell auf verschiedene Fragen reagieren kann.
Die braunen Rehaugen taxieren die anwesenden Journalisten mit wachem Blick, als sie die Bücher miteinander vergleicht: „Das Buch ist definitiv düsterer als „Divergent“. Die schwierige Sache am ersten Film war, dass man eine große Welt erschaffen musste. Es mussten viele Erklärungen gemacht werden, damit das Publikum versteht, was eine Fraktion ist, warum Menschen mit nur einem Attribut in ihrem Kopf leben, das alles musste der erste Film abdecken. Der zweite Film kann tiefer gehen und die Emotionen der einzelnen Charaktere, die Beziehungen und Bindungen in der Vergangenheit und Gegenwart und schließlich auch in der Zukunft genauer aufzeigen.“
In anderen Interviews hatte Woodley es als recht schwierig bezeichnet, ihren Charakter Tris ein zweites Mal zu spielen. Mittlerweile drückt sie sich dahingehend etwas diplomatischer aus: „Es war nicht schwierig, es war interessant, Tris ein zweites Mal zu spielen und in ihre Rolle zu schlüpfen. Du hast so viel Zeit mit ihr verbracht, warst aber auch lange nicht mehr in dieser Rolle. Und auch, weil der Film ganz anders ist, als das Buch, musste ich entscheiden, welche Tris ich sein will. Die Tris im Drehbuch war eine andere Tris, als die im Buch und eine andere Tris als im ersten Film. So habe ich von allen dreien etwas genommen, um sie ehrlich darzustellen und zu fühlen. Ich wollte Veronica Roth und die Drehbuchautoren ehren.“
Das ist Woodley mit ihrer starken Darstellung definitiv gelungen, auch wenn sich Buchfans über einige Änderungen und Kürzungen ärgern werden.
Auf den Wechsel auf dem Regiestuhl angesprochen, erklärt Woodley: „Man kann Neil Burger und Robert Schwentke nicht vergleichen. Sie sind zwei sehr unterschiedliche Regisseure und zwei sehr unterschiedliche Menschen und machen verschiedenartige Filme. Die Arbeit mit Robert war fantastisch. Ich habe die Arbeit mit ihm wirklich genossen. Ich freue mich, dass er den nächsten Film auch macht. Er ist unglaublich smart, sehr intellektuell und er weiß genau, was er will. Er hat einen starken eigenen Blickpunkt, aber nicht auf sein Ego bezogen, sondern nur darauf, dass er den bestmöglichsten Film machen möchte. Er ist der Zusammenarbeit gegenüber sehr aufgeschlossen, solange es den Film verbessert. Das ist Qualität. Viele Regisseure wissen, was sie wollen, aber nur, weil sie es persönlich wollen. Nicht zwingenderweise, weil es im Interesse des bestmöglichen Endproduktes ist.“
Und Spaß hatten am Set sowieso alle: „Wir haben am Set viel gelacht. Wie sind zum Glück eine angenehme Gruppe und kommen gut miteinander aus. Wir machen viele Witze und lachen viel.“

Für Woodley ist der Dreh eines Filmes überhaupt purer Spaß, die Promotion ist für sie hingegen anstrengender: „Heute arbeite ich. Wir führen ein großartiges Gespräch, aber es ist dennoch Arbeit. Heute Abend, wenn ich mein schickes Kleid anziehe, dann ist es Arbeit. Es ist mein Job. Wenn ich damit fertig bin und nach Hause gehe, mich mit meinen engsten Freunden treffe, den Leuten, mit denen ich mich umgebe, dann ist das mein persönliches Leben. So wie ihr, Leute, wenn ihr nach Hause zu euren Familien geht. Am Filmset zu sein, ist wie ein Spiel, es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Das macht einfach Spaß. Deshalb will ich schauspielern. Deshalb liebe ich schauspielern. Und etwas wie das hier, ist der Arbeitsaspekt. Das Studio gibt dir einen Job und du stellst einen Film in der ganzen Welt vor.“
Infolgedessen hat Woodley schon viel von der Welt gesehen. Allerdings oft nur die Hotelzimmer. Einen Kontinent würde sie daher gerne wieder und intensiver besuchen: „Ich war noch nicht wirklich in Asien. Ich war nur einmal anfangs des Jahres in Indonesien. Ich war von der Hindu-Religion fasziniert, die ich vorher noch nicht so richtig kannte. Deshalb würde ich gerne auch andere Regionen Asiens bereisen.“
Interessant ist auch, dass der Sportskanone nicht von sich oder ihrem Team, sondern von einer anderen Seite einige Stunts verboten wurden: „Ich habe so viele Stunts gemacht, wie ich durfte. Manchmal ist die Versicherung eingeschritten und hat uns einige Stunts verboten.“
Auch persönliche Fragen, in diesem Fall, welche Stärken sie hat und besonders schätzt, beantwortet Woodley ohne zu zögern: „Ich bin einfühlsam. Ich kann mich gut in die Lage anderer Personen versetzen. Denn ich bin mit zwei Eltern aufgewachsen, die Psychologen sind und mir das früh beigebracht haben.“ Auch als das Thema Selbstbewusstsein zur Sprache kam, kann sich Woodley ausführlich äußern: „Ich denke, Selbstvertrauen und Unsicherheit sind etwas, was man immer wieder, sein ganzes Leben lang, von neuem meistern muss. An verschiedenen Stellen deines Lebens bist du selbstbewusster, als an anderen. Unabhängig von deinem Alter. Ich denke, wenn man jünger ist, ist man vielleicht etwas unsicherer, was den eigenen Körper angeht als im Alter. Man muss auch Phasen haben, in denen man nicht so selbstbewusst ist. Denn genau dadurch findet man den Stolz und die Aufgeregtheit, wenn man sich selbstbewusst fühlt und kann das entsprechend genießen. Wenn man sich nie unsicher fühlen würde, könnte man auch nie die Zeit genießen, wenn man selbstbewusst und stolz auf sich ist. Ehrlicherweise fühle ich mich am selbstbewusstesten, wenn ich sportlich aktiv bin. Wenn ich übe, interessiert es mich nicht, wie ich aussehe, wie viele Pickel ich im Gesicht habe, wie meine Gemütslage ist. Ich fühle mich stärker.“
Stark und emanzipiert wirkt Woodley im Gespräch durchgehend. Deshalb nimmt man ihr auch ab, dass sie ihr eigenes Ding durchzieht: „Ich bemerke Leute, die alles, was ich mache, genau betrachten, nicht wirklich. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich habe dazu auch keine Zeit.“
Zudem wirkt Woodley trotz ihres großen Erfolges und ihrer vielen Fans auf der ganzen Welt geerdet: „Ich fühle mich nicht so, als sei ich von einer Schauspielerin zu einem Filmstar geworden. Ich denke nicht darüber nach, wie andere Leute mich sehen. Ich denke über andere Dinge in meinem Leben nach. Wie: was macht mein Bruder gerade? Ist der Hund dick geworden? Soll ich meinen Vater anrufen?“ Diese Beispiele sorgen für anerkennende Lacher im Publikum. Woodley muss sich dafür nicht verstellen, sie ist einfach, wie sie ist. Frech, keck, direkt und mit einer klaren Meinung, ohne auch nur den Hauch von Arroganz an den Tag zu legen, obwohl der Interview-Marathon anstrengend ist.
Für Woodley geht es natürlich auch nach „Insurgent“ weiter. Im Moment arbeitet sie an einem sehr interessanten Projekt unter Regisseur Oliver Stone: „Wir drehen den Film „Snowden“ gerade in München. Es ist das erste Mal, dass ich wirklich Zeit in Deutschland verbringe. Aber ich habe gehört das Bayern und speziell München ganz anders sind, als viele andere Städte in Deutschland. Aber es ist wundervoll und so sauber!“ Im Januar des kommenden Jahres soll „Snowden“ auch hierzulande in die Kinos kommen. Noch ohne Termin ist ihr bereits abgedrehter Independent-Film „Wie ein weißer Vogel im Schneesturm“ mit Eva Green.
Doch auch danach wird man von „Shai“ noch einiges hören. Denn die Kalifornierin ist eine hervorragende Schauspielerin, mit einer erfrischend eigenen Art und klar im Kopf. Der erste große Filmpreis sollte bei einem normalen Karriereverlauf nur eine Frage der Zeit sein.

Interview by Stefan Bröhl

Porträt von Theo James: Four im wahren Leben


Filmographie Shailene Woodley

Shailene Woodley hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:





Snowden
Snowden
(2015)