Die Bestimmung - Allegiant

The Divergent Series: Allegiant (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Abenteuer / 3D
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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Die Bestimmung - Allegiant Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach den erschütternden Ereignissen in DIE BESTIMMUNG - INSURGENT sind Tris (Shailene Woodley) und Four (Theo James) gezwungen zu fliehen und die Mauern, die Chicago umschließen, hinter sich zu lassen. Damit wagen sie den ersten Schritt aus der einzigen ihnen bislang bekannten Stadt und der vertrauten Umgebung ihrer Familie und Freunde. Doch bereits kurz nach ihrer Flucht werden alle bisher gewonnenen Erkenntnisse durch die Entdeckung einer neuen, schockierenden Wahrheit zunichte gemacht. Tris und Four müssen entscheiden, wem sie in einer erbarmungslosen Schlacht, die die Existenz der gesamten Menschheit bedroht, vertrauen können. Um zu überleben, sind sie gezwungen, schier unmögliche Entscheidungen über Mut, Treue, Opfer und Liebe zu treffen.

Shailene Woodley, Theo James und Zoe Kravitz | mehr Cast & Crew


Die Bestimmung - Allegiant - Trailer




DVD und Blu-ray | Die Bestimmung - Allegiant

Blu-ray
Die Bestimmung - Allegiant (Deluxe Fan Edition) Die Bestimmung - Allegiant (Deluxe Fan Edition)
Blu-ray Start:
25.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Bestimmung - Allegiant (2 Disc Fan Edition) Die Bestimmung - Allegiant (2 Disc Fan Edition)
DVD Start:
25.08.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

Filmkritik Die Bestimmung - Allegiant

Filmwertung: | 6/10


Die ersten beiden Verfilmungen der internationalen Bestseller-Reihe von Veronica Roth konnten zusammengenommen fast 600 Millionen US-Dollar am Box Office einspielen. Kein überragendes, aber doch ein annehmbares Ergebnis für das Studio. Dennoch fiel bei beiden Filmen auf, dass das jeweilige Budget (85 bzw. 110 Millionen Dollar) zwar hoch, aber nicht perfekt eingesetzt wurde, weil viele Spezialeffekte nicht zeitgemäß- und auf den ersten Blick zu erkennen waren. Die Bestimmung - Allegiant SzenenbildWährend „Divergent“ immerhin 140 Minuten lang war und das Buch noch halbwegs solide umsetzte, sah es beim zweiten Teil, der die Fans spaltete, anders aus. Hier wurden 506 Seiten in 119 Minuten (nochmal zehn wegen Vor- und Nachspann abziehen) untergebracht. Dabei wurden das Buch und die Charaktere an vielen Stellen konterkariert, wichtige Handlungsstränge weggelassen und andere dazu erfunden. Das hat vielen Fans missfallen. Nichtleser fanden „Insurgent“ zumeist spannend und unterhaltsam. Und man kann dem deutschen Regisseur Robert Schwentke (RED, Die Frau des Zeitreisenden, Flightplan) auch nicht absprechen, eine eigene Herangehensweise an die Bücher und einen eigenen Stil entwickelt zu haben. Doch wirklich gelungen war „Insurgent“ aufgrund der vielen Veränderungen nicht. Nun also „Allegiant“. Das letzte Buch wird, natürlich und wie seit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ üblich, in zwei Filme aufgeteilt, um die Einnahmen zu erhöhen. Schwentke war als Regisseur für beide Filme – „Allegiant“ und das große Finale „Ascendant“ vorgesehen. Doch vor kurzem wurde bekannt, dass der Stuttgarter das Projekt verlassen hat, weil er dringend eine Pause brauchte, da es zwischen dem Ende der Dreharbeiten zu „Insurgent“ und dem Beginn zu „Allegiant“ keine Zeit zur Erholung gab. Sein Nachfolger wird Lee Toland Krieger (Für immer Adaline, Celeste & Jesse). „Allegiant“ knüpft nahtlos an das Ende von „Insurgent“ an. Beatrice „Tris“ Prior (Shailene Woodley), Tobias „Four“ Eaton (Theo James), Christina (Zoë Kravitz) und Peter (Miles Teller) erkennen, dass die Fraktionslosen unter Fours Mutter Evelyn Johnson (Naomi Watts) rücksichtslos und rigoros vorgehen. Das missfällt ihnen. Zumal Evelyn alle Fraktionen abschaffen lässt, was zu einem Bruch mit Amite-Sprecherin Johanna Reyes (Octavia Spencer) führt. Überdies lassen die Fraktionslosen öffentliche Prozesse abhalten. Auch Caleb Prior (Ansel Elgort) steht vor einer Verurteilung zum Tode. Four und Tris retten ihn und machen sich mit Christina, Peter und Tori (Maggie Q) auf den Weg aus der Stadt. Sie wollen nach der Botschaft von Edith Prior herausfinden, was hinter dem Zaun ist. Um dorthin zu gelangen, müssen sie gegen viele Widerstände ankämpfen.

Die Geschichte ist mittelmäßig umgesetzt. Fans der Bücher werden ernüchtert und enttäuscht sein. Die Bestimmung - Allegiant SzenenbildDenn es gibt nicht nur einige, sondern äußerst viele Abweichungen und krasse Änderungen im Vergleich zur Literaturvorlage. Wieder wird vieles weggelassen und erneut konterkarieren einige Szenen das Buch auf fragwürdige Art und Weise. In den folgenden Sätzen werden einige Beispiele genannt. Daher folgt nun eine Spoiler-Warnung. Weiterlesen bis zum nächsten Absatz ist daher auf eigene Gefahr:
Ferox-Anführer Max (Mekhi Phifer) wurde im zweiten Buch von Lynn (Rosa Salazar) bei den in „Insurgent“ ausgelassenen Verhandlungen zwischen Jack Kang (Daniel Dae Kim) und Max, der für Jeanine Matthews (Kate Winslet) sprach, erschossen. Im Film überlebte er und wurde – wie sich in „Allegiant“ überraschend herausgestellt – gefangen genommen. Ihm wird der Prozess gemacht. Dort wird er vom für die Filme ab „Insurgent“ und Nachfolger erfundenen Charakter Edgar (Jonny Weston) erschossen, nachdem das Publikum ähnlich der Gladiatorenkämpfe seinen Tod forderte. Außerdem werden die ersten 100 Seiten des 506 Seiten langen Buches (gebundene Ausgabe) in 15 Minuten abgehandelt, weshalb hier viele, viele Details und Nebenhandlungsstränge wegfallen. Auch die anschließende Flucht aus der Stadt stimmt überhaupt nicht mit dem Buch überein. Tris und ihre Freunde fliehen im Buch viel unauffälliger mit dem Zug – und nicht mit einem Panzerwagen. Uriah (Keiynan Lonsdale) begleitet sie dabei – und bleibt nicht etwa wie im Film bei Johanna, zu der er überhaupt keine Verbindung hat, zurück. Zudem wird Tori nicht von Edgar erschossen. Die Gefährten geraten im Buch in eine Schlacht mit fraktionslosen Soldaten, die das Tor zur Außenwelt Chicagos bewachen. Dies geschieht im Übrigen bei Nacht und nicht wie im Film gezeigt am helllichten Tag. Außerdem klettern Tris und ihre Verbündeten nicht an der Mauer hoch. Überdies gibt es auch keine Explosion. Diese Aufzählung an Fehlern könnte endlos weitergeführt werden und wäre dennoch nie vollständig. Erwähnt sei nur noch, dass Figuren wie Zeke, Zoe und Amar wegfallen und es im Buch keine futuristischen Flugzeuge oder eine unsichtbare Barriere gibt. Stattdessen wird die Truppe von Tris mit Autos zum Überwachungszentrum gefahren. Die Bestimmung - Allegiant SzenenbildDiese Anmerkungen beziehen sich nur auf die ersten zwanzig Minuten. Und der Film hat eine offizielle Laufzeit von 121 Minuten...

Die Fans der Bücher werden also ein weiteres Mal enttäuscht sein. Wer „Insurgent“ schon nicht mochte, wird auch „Allegiant“ wenig abgewinnen können.
Wer die Literaturvorlage hingegen nicht kennt, kann Spaß mit dem Film haben. „Allegiant“ ist kurzweilig, unterhaltsam, macht nachdenklich, hat eine gute Spannungskurve, einen eigenen, interessanten dystopischen Ansatz und eine beeindruckende Zahl an Themen, die außerdem brisant und aktuell sind. Exemplarisch sei hier die Gen-Manipulation genannt. Dazu packt der Film, reißt mit und ist von Anfang an bis zum Ende fesselnd. Auch die Kameraführung ist im Großen und Ganzen sehr gelungen. Vor allem die Aufnahmen aus der Vogelperspektive, die herrliche Panoramen-Bilder liefern, beeindrucken und vermitteln wie bei den Vorgängern exzellent die Weltuntergangsstimmung mit einem Schuss Hoffnung. Auch die aufwendige Ausstattung und die abwechslungsreiche Auswahl der Locations sind exzellent.
Die Spezialeffekte sind hingegen zwiespältig. Teilweise gut, aber oft auch weiterhin billig und auf den ersten Blick erkennbar, was speziell für die Momente gilt, in denen man die Schauspieler geradezu vor dem Greenscreen sehen kann, weil die Beleuchtung viel zu künstlich gehalten wurde. Das fällt negativ auf. Aber auch einige der CGI-Effekte wirken aufgrund ihrer physikalisch unrealistischen Machart nicht glaubwürdig. Auffällig ist, dass im Gegensatz zu „Insurgent“ auf 3D verzichtet wurde. Zur deutschen Synchronfassung, die bereits in den ersten beiden Filmen durchwachsen war, lässt sich an dieser Stelle nichts sagen, weil die Pressevorführung in Englisch mit deutschen Untertiteln stattfand, was für eine höhere atmosphärische Dichte sorgte.

Immerhin agiert die namhafte Schauspielerriege auf annehmbarem Niveau. Angeführt von der starken Shailene Woodley (Das Schicksal ist ein mieser Verräter, The Descendants, The Spectacular Now), die als vielschichtige Frontfrau Tris erneut überzeugen kann, spielen an ihrer Seite auch die anderen Jungstars wie Theo James (Underworld Awakening, Sex on the Beach, London Fields) als ihr Seelenverwandter Four, Die Bestimmung - Allegiant SzenenbildMiles Teller (Whiplash, Project X, The Spectacular Now) als weiterhin durchtriebener Peter, Ansel Elgort (#Zeitgeist, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Carrie) als geläuterter Caleb, Jonny Weston (Mavericks, Project: Almanac, 96 Hours – Taken 3) als wuterfüllter Edgar und Zoë Kravitz (Mad Max: Fury Road, X-Men: Erste Entscheidung, Die Fremde in dir) als Christina gut auf. Wobei letztere wieder eine viel zu kleine Rolle hat. Von der erfahreneren Riege stechen besonders Jeff Daniels (Steve Jobs, Der Marsianer, Good Night, and Good Luck.) als undurchschaubarer David und Octavia Spencer (The Help, Snowpiercer, Nächster Halt: Fruitvale Station) als starke Amite-Anführerin Johanna Reyes mit exzellenten Leistungen hervor. Naomi Watts (The Impossible, King Kong, Birdman) kauft man die harte Frau und Fours Mutter Evelyn nur stellenweise ab. Ärgerlich ist erneut, dass Ray Stevenson (King Arthur, Rom, Thor) als Fours Vater Marcus Eaton im Gegensatz zum Buch nur eine Mini-Rolle erhalten hat, was auch für einige andere Charaktere gilt.


Fazit:
Solider, leicht überdurchschnittlicher Film über die Abenteuer von Tris & Four, der Buchleser erneut vor den Kopf stößt, da viele Charaktere weggelassen werden oder zu kleine Rollen erhalten haben und es große Abweichungen von der Literarturvorlage gibt. Diese wird durch einige Szenen im Film sogar konterkariert und sorgt somit für ungläubiges Kopfschütteln. Die Zahl der Fehler ist in dieser Hinsicht riesengroß. Nichtleser können sich auf einen spannenden, unterhaltsamen Film mit einer exzellenten Ausstattung und einem eigenen, interessanten dystopischen Ansatz freuen. Wer „Insurgent“ nicht mochte, wird auch mit „Allegiant“ wenig anfangen können. Zwiespältig.
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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH