Theo James

Theo James ©2015 Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Theodore Peter James Kinnaird Taptiklis
Geburtstag:
16.12.1984
Geburtsort:
Oxford, Oxfordshire, England




Info und Kurzbiographie zu Theo James

Porträt von Theo James: Four im wahren Leben

Als Woodley noch von „Snowden“ erzählt, geht bereits die Tür auf und Theo James möchte herein. Er ist aber noch so nett und wartet, bis Shailene ihre Ausführungen beendet hat. Die beiden sprechen kurz auf dem Flur miteinander, ehe sie zur nächsten Interviewgruppe geht und James den Raum betritt, in dem unsere Interviewgruppe auf ihn wartet. Er ist dabei höflich und geht einmal reihum, gibt jedem die Hand und versucht sich die Namen seiner Gesprächspartner zu merken, obwohl sein Deutsch laut eigener Aussage „schrecklich“ ist. Der 1,83 Meter große, muskelbepackte, gut aussehende James spielt den 18-jährigen Four, obwohl er mittlerweile bereits 30 Jahre alt ist. Beim Vorsprechen zu „Divergent“ stimmte die Chemie zwischen dem gebürtigen Oxforder und Woodley aber auf Anhieb, weshalb sich die Produzenten dafür entschieden, James diese Rolle zu geben und über den Altersunterschied hinwegzusehen. Wie man auch in „Insurgent“ feststellen kann, harmonieren beide wieder prächtig miteinander. Während James beim ersten Teil mimisch noch etwas hölzern agierte, ist seine Leistung in „Insurgent“ deutlich besser und vor allem vielschichtiger.

James war früher auch mal Musiker und sang als Frontmann in der Band „Shere Khan“, ehe er sich entschied, der Schauspielerei den Vorzug zu geben. Der Brite wird entgegen einiger Pressemeldungen nicht in „Underworld 5“, dem Reboot der Reihe, als Hauptdarsteller zu sehen sein, weil sich der Drehtermin mit „Die Bestimmung - Allegiant“ überschneidet.
James wirkt von Beginn an offen, freundlich und streut zwischendurch immer wieder gut pointierte Witze ein. Teilweise weicht er damit auch unangenehmen Fragen aus, teilweise dient es lediglich der Unterhaltung der anwesenden Journalisten. Der Wunsch, Schauspieler zu werden, entwickelte sich bereits recht früh in seiner Jugend: „Es ist schwierig, nur einen Auslöser zu nennen. Ich erinnere mich, in einer Englisch-Klasse gewesen zu sein, als ich 13 war und dort haben wir den Text von „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams gelesen. Ich war von der Schule gelangweilt, wie es alle Teenager sind. Dann haben sie den Schwarz-Weiß-Film angemacht. Und da war Marlon Brando. Brando hat das Spiel mit seiner natürlichen Performance in diesem Film komplett verändert. Ich fand das ganz anders, im Sinne von spektakulär.“ Aber auch viele andere Filme und Schauspieler, haben James inspiriert: „Ich bin mit den Bond-Filmen aufgewachsen und habe sie geliebt. Vor allem Connerys Bond. Auch „Indiana Jones“ war groß, als ich ein Kind war. Und dann Paul Newman in „Der Unbeugsame. Ich mag Michael Caine. Selbst wenn er einfach nur im Bild ist, ist er großartig! Ich habe auch viele Filme mit Stallone, Schwarzenegger oder Van Damme gesehen.“
Dann bemerkt James, dass ein Journalist die laufende Aufnahme seines Diktiergerätes noch nicht umbenennen konnte, da der Wechsel für ihn zu schnell von Statten ging: „Woodley, Shailene, das ist es. Hi.“
Gelächter unter den Anwesenden.

Auf die Frage, was ihm persönlich am meisten Angst macht, muss James nicht lange überlegen, um den nächsten Gag anzubringen: „Pressekonferenzen. Was ist mit dir? Wovor hast du Angst? Haie. Ja. Ich würde mir auch keinen kaufen.“
Doch James kann auch ernsthaft antworten. Auf die Frage, weshalb „Insurgent“ wichtig ist, sagt er: „Der Film ist relevant in dem Sinne, dass er eine zusammenbrechende Gesellschaft zeigt und den Missbrauch von Macht. Die Struktur zieht einen Vorteil aus der Bevölkerung und der zweite Film ist auch ein bisschen über Medienkontrolle. Welche Informationen du zur Veröffentlichung auswählst. Der zentrale Kern ist aber Identität. Er umfasst den Punkt, dass du eine eigene Person bist. Du musst dich nicht unbedingt in eine Unterabteilung oder demografische Gruppe zwingen lassen.“
Seinen Charakter Four ordnet James wie folgt ein: Ich denke nicht, dass Four selbstbewusst ist. Er ist sich seiner moralischen Überzeugungen sicher. Aber er ist auf eine gewisse Art schüchtern. Ich denke, dass er deshalb nicht viel redet. Da sind viele Szenen in beiden Büchern, wo er eine Rede hält. Nochmal, basierend auf Veronica Roth und basierend auf Gesprächen mit Neil Burger während des ersten Filmes und mit Robert Schwentke während des zweiten Filmes, haben wir all das gestrichen, sodass er sehr wenig sagt. Er ist in dem Sinne selbstbewusst, dass er ein natürlicher Anführer ist. Aber ich denke nicht, dass er eine „HI“ (spricht kernig)-Person ist. Ich finde es in Ordnung, wenn man nicht so viel redet und nur beobachtet.“

Für Tris-Darstellerin Woodley hat er nur lobende Worte übrig: „Shailene ist als Schauspielerin sehr intuitiv, emotional, kann mit Emotionen sehr gut arbeiten und das Schöne ist, dass wir mehr als einen Film zusammen drehen. Man hat viele schnelle Freundschaften, wenn man Filme macht. Denn manchmal arbeitest du zwei Monate an einem Film. Und dann siehst du die Leute nie wieder. Wenn du ein Franchise machst, lernst du jemanden über einen längeren Zeitraum genauer kennen. Du triffst ihre Familie, Freunde, die sie seit Jahren kennen und zwar beidseitig und man hat gemeinsam Pressetermine. Es ist also eine tiefere Sache, bezogen auf die Freundschaft.“
Es ist auffällig, dass James in zwei Filmreihen mitspielt, in denen Frauen die führenden Charaktere spielen. Woodley in „Die Bestimmung“ und Kate Beckinsale in „Underworld“. Wie kommt es, dass James sich in solchen Filmen wiederfindet? „Wir leben in einer Welt, die noch immer sehr patriarchisch ist. Ich habe auch mit Shai darüber geredet. Da ist noch viel zu tun. Shai hat an einem anderen Tag bei einem Interview einen guten Punkt genannt. Hier (Anmerkung: in „Die Bestimmung“) hast du ausgeglichene Rollen. Shais Stärke schwächt ihre Weiblichkeit nicht ab, gleiches gilt für Fours Männlichkeit. Ich denke, das ist wichtig.“
Wie Woodley ist es auch James wichtig, seine Stunts selbst zu machen: „Die körperliche Rolle ist wichtig, vor allem, wenn du einen körperbetonten Charakter spielst. Es ist wichtig, dass du diese Rolle selbst gut verkörpern kannst. Es wäre doch ironisch, wenn du eine Szene hast, in der du rennen musst, das probst und dann macht die Szene ein Stuntdouble. Dann fragst du dich: wer ist der Typ? Er bewegt sich gar nicht wie ich.“
Auch sonst achtet James sehr auf das Drehbuch und die Geschichte eines Filmes: „Der Schlüssel eines Filmes ist, selbst wenn es ein spektakulärer Actionfilm und pures Entertainment ist, im Kern eine dezente erzählende Darstellung, sonst ist es bedeutungslos.“ Die Bücher hat James erst relativ spät gelesen: „ Als das Vorsprechen war, habe ich die Bücher gelesen. Ich lese sowieso sehr viel. Ich mixe das, habe kein spezielles Genre. Aktuell lese ich „Short Stories“ von James Joyce. Ich lese auch sehr gerne Gedichte.“ Als Schwäche betrachtet James an sich, dass er ein Kontrollfreak ist. Aber: „Als Schauspieler hast du nur wenig Kontrolle.“ In seiner Freizeit, wahrscheinlich erst nach „Allegiant“, möchte James: „gerne reisen und tauchen.“
Ob es für Theo James dafür reicht, ein echter Filmstar zu werden, der sich seine Rollen nach Belieben aussuchen kann, bleibt abzuwarten. Denn noch sind seine darstellerischen Fähigkeiten nicht ausgereift genug. Dabei hat der Engländer Charisma, einen feinen Sinn für Humor, ist intelligent, geerdet und kann mühelos eine Gruppe von Menschen unterhalten. Drei weitere Filmprojekte sprechen dafür, dass er auch außerhalb von „Die Bestimmung“ in der Glitzerwelt angekommen ist. 2013 drehte er „London Fields“ mit Johnny Depp, Amber Heard, Billy Bob Thornton, Cara Delevingne, Jason Isaacs und Jim Sturgess ab. Zudem ist er bald in „The Secret Scripture“ n der Seite von Rooney Mara, Eric Bana und Vanessa Redgrave zu sehen. Sein drittes Projekt ist „Franny“ an der Seite von Richard Gere und Dakota Fanning. Keiner der drei Filme hat allerdings ein deutsches Startdatum. Seine Fans werden sich also noch gedulden müssen.

Interview by Stefan Bröhl

Porträt von Shailene Woodley zu „Die Bestimmung – Insurgent“: Tris im wahren Leben<


Filmographie Theo James

Theo James hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller: