Maurice der Kater

Maurice der Kater (2022), Großbritannien / Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Animation / Abenteuer / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Telepool

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Maurice der Kater Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Ratten, überall Ratten! Sie schlummern in Brotkästen, tanzen auf Tischplatten und klauen Torten dreist unter den Augen der Bäcker… Was also braucht jede Stadt? Einen geschickten Rattenfänger! Auftritt Maurice – ein gewiefter sprechender Kater, der die perfekte Masche entdeckt hat, um sich eine goldene Nase zu verdienen. Gemeinsam mit dem naiven Menschenjungen und Flötenspieler Keith und einer kunterbunten Truppe schlauer sprechender Ratten zieht er von Dorf zu Dorf, um die Bewohner um ihr Geld zu erleichtern. Alles läuft wie am Schnürchen, bis das ungewöhnliche Team in dem entlegenen Dorf Bad Blintz ankommt und feststellen muss, dass ihr Plan diesmal nicht aufgeht. Doch Maurice wäre nicht Maurice, wenn er nicht mit jeder Menge List und Tricks versuchen würde, das düstere Geheimnis des kleinen Städtchens zu lüften…



Maurice der Kater - Trailer




Filmkritik Maurice der Kater

Filmwertung: | 6/10


Während 2022 der gestiefelte Kater nicht nur die Herzen seiner Katzendamen höher schlagen ließ, sondern auch an den Kinokassen gut performante, kommt nun ein weiterer Kater ins Kino. Jedoch stammt er nicht von DreamWorks, sondern von Telepool. Trotzdem erinnert er an einigen Stellen an die gewisse Welt, wo der gestiefelte Kater zugehört. Er basiert auf dem Buch "Maurice der Kater" von Terry Pratchett und wurde von Toby Genkel als Film umgesetzt. Genkel kennt man auch von den beiden Filmen "Ooops... die Arche ist weg" oder "Die Olchis" und das ist die andere Richtung, die einem beim Schauen auffällt. Das Werk hat mit 93 Minuten eine normal lange Laufzeit und im Kern geht es um Maurice. Dieser ist ein schlauer Kater, der gemeinsam mit einem Jungen und mehreren Ratten Menschen ausnimmt. Sie haben einen bestimmten Plan und dieser funktioniert immer wieder. Sie können damit durch und werden nach und nach immer reicher. Ihr Geld wollen sie gerecht aufteilen, oder etwa doch nicht? Hat Maurice vielleicht ganz andere Pläne? Als sie in eine bestimmte Stadt kommen, hat die Truppe aber ein ganz anderes Problem und das muss zunächst gelöst werden, dafür brauchen sie viel Kraft und erstmals muss Maurice lernen, was es wirklich bedeutet, im Team zu arbeiten!

Die erste Tatsache, die hier auffällt, ist, dass dieses Werk nach einem miserablen Trailer doch recht charmant geworden ist. Auch die erste halbe Stunde braucht man, um reinzukommen und der Gedanke bleibt erstmal bestehen. Aber dann verändert der Film auf einmal seine Qualität. Es ist für Kinder ein gelungenes Abenteuer, wo sie ein paar Mal lachen können und wo es Spaß macht, diese Truppe auf ihr Abenteuer zu begleiten. Dabei wirkt er wie ein billigeres Werk aus der "Shrek" Reihe, besitzt ebenfalls einige Easter Eggs aus bekannten Märchen, auch wenn man dabei nicht alle Chancen nutzt und die sechs Hauptfilme dann doch noch mehr beinhalten. Trotzdem gibt es sie hier und man ist immer wieder überrascht, da es nicht danach ausgesehen hat. Auf der anderen Seite fällt aber auch die Handschrift von Genkels anderen Werken auf. Zugegebenermaßen, ist dieses von den Werken das Gruseligste und ist nicht für die allerkleinsten Kinder geeignet. Denn mit der Tatsache, dass es hier so manchen Jumpscare gibt, hat nun wirklich keiner gerechnet. Es ist darüber hinaus auch interessant, was man hier für Schurken inszeniert. Auch dabei merkt man wieder, woran man sich orientieren wollte, doch auch da hat es "Der gestiefelte Kater 2" mit seinem Todes-Wolf deutlich besser gelöst. Zudem ist es interessant, dass hier immer wieder die vierte Wand aufgemacht wird und die Figuren mit dem Publikum sprechen. Damit wird man noch mehr ins Geschehen hinein genommen und die Kinder könnten denken, sie sind nicht nur vor, sondern in dem Abenteuer. Zum Thema Sprechen kommt man auch an Bastian Pastewka nicht vorbei. Dieser Mann kann Filme sehr gut anheben und das schafft er manchmal nur alleine mit seiner Stimme. Auch hier kann Maurice sich freuen, denn ohne ihn hätte dieser Kater nicht die gleiche Wirkung. Das fällt auch beim Rest auf. Die Figuren bekommen durch ihre Sprecher mehr Wirkung, das macht sie aber nicht unbedingt tiefer oder interessanter. Sie bleiben zu austauschbar und man geht zwar mit ihnen mit, aber ist nicht an ihnen gebunden und ihr Schicksal lässt einen die komplette Zeit kalt. Nach der ersten halben Stunde werden zwar auch sie interessanter, doch von einer guten Lösung sind sie auch dann noch weit entfernt. Das fällt auch beim Protagonisten schon auf. Er ist zu gemein um lieb zu sein und zu lieb um wirklich böse zu sein & der Mittelweg klappt auch nicht so wirklich.

Fazit:
Maurice der Kater kann froh sein, dass er von seinem Sprecher angehoben wird, versagt trotzdem im Mittelpunkt dieses Films, die besagte erste halbe Stunde fällt auf und für Erwachsene funktionieren eigentlich keine Witze. Man hat diesen Film schnell wieder vergessen, aber für etwas ältere Kinder ist es eine nette Unterhaltung und er kann mehr, als der Trailer es vermuten ließ.
by Peter Brauer

Bilder © Telepool