Don Jon - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min

Don Jon Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) ist süchtig - süchtig nach Internet-Pornos! Der ziemlich böse Junge mit dem Gehabe eines Westentaschen-Playboys hat keinerlei Probleme, wunderschöne Mädchen im Schnelldurchgang zu verführen, was ihm bei seinen Freunden bereits den Spitznamen "Don Juan" eingebracht hat.
Als er auf Barbra (Scarlett Johansson) trifft, stößt er allerdings zum ersten Mal an seine Grenzen. Die idealistische junge Frau ist auf der Suche nach ihrem Mister Right und Jons entbrannte Leidenschaft für sie zwingt ihn, die offensichtlichen Differenzen so gut wie möglich auszublenden. Dann begegnet er Esther (Julianne Moore), einer Frau, die Jon endlich vollends versteht - mehr als er sich selbst.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch)
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of Don Jon, Don Jon's Origin, Joe's Hats!, Objectified, Themes and Variations, HITRECORD Shorts - My Favorite Things Request Video - My Favorite Things Remix - My Favorite Things Remix: Film Preservation, Vinegar, My Favorite Things Remix: Love Objects

DVD und Blu-ray | Don Jon

Blu-ray
Don Jon Don Jon
Blu-ray Start:
25.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Don Jon Don Jon
DVD Start:
25.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

Blu-ray Kritik - Don Jon

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Hollywood-Schnulzen, Werbeclips, Fernsehshows, Erotikfilmchen – sie alle gaukeln eine schöne, heile Unterhaltungswelt vor und schüren Erwartungen, die oft so gar nichts mit der Realität zu tun haben. Und sie bergen eine Suchtgefahr. Don Jon (Joseph Gordon-Levitt) zum Beispiel, Barkeeper in New Jersey, kann ohne Internet-Pornos nicht mehr leben. Schon das Geräusch, wenn sein Laptop hochfährt, lässt ihn einen Steifen kriegen, wie er im offenen und schlüpfrigen Off-Kommentar verrät. Dabei hätte er die Handarbeit gar nicht nötig, denn Don Jon trägt seinen Namen in Anlehnung an den Urvater aller Womanizer, Don Juan, nicht umsonst. Er ist ein Ego-Stecher vor dem Herrn. Wenn er im Stammclub mit seinen Kumpels auf Mädelsjagd geht und die Beute abcheckt („Gesicht acht, Titten vier“), sehen alle anderen alt aus. Am Ende zieht garantiert er mit der heißesten Flamme ab.

Don Jon ist der (Frauen)Held des gleichnamigen Regie-Debüts von Jungschauspieler Joseph Gordon-Levitt („Inception“, „Looper“). Und so, wie der 33-Jährige bisher meist mit seiner Rollenwahl richtig lag, ist ihm auch ein bemerkenswerter Einstand als Filmemacher und Drehbuchautor gelungen. „Don Jon“ passt perfekt in den übersexualisierten Hochglanz-Zeitgeist mit seinen idealisierten Trugbildern und thematisiert so hintergründig wie unterhaltsam den Einfluss der omnipräsenten Medien auf unsere Wahrnehmung und das heutige Leben. Der wirkliche Sex gibt Don Jon (eigentlich Jon Martello) niemals den Kick, den er von digitalen Blowjobs oder Cumshots kriegt. Die Vielfalt und Tabufreiheit der Wichsvorlagen im world wide web und das Ausblenden der ganzen Scheiße für ein paar Minuten sind einfach zu verführerisch.

Jons Leben gerät aber alsbald aus den Fugen, als er zwei besonderen Frauen begegnet. Zunächst ist da Männertraum Barbara (ohne Zweifel aktuell die Sexiest Woman Alive: Scarlett Johansson). Eine glatte Zehn, Typ süße Prinzessin. Sie hat ganz bestimmte Vorstellungen von ihrem Partner, vom Zusammenleben und von der großen Liebe, die so zu sein hat, wie es die Romanzen auf der Kino-Leinwand vorgeben. Konfliktpotenzial ist vorprogrammiert, das Regisseur Joseph Gordon-Levitt in der eigentlich unspektakulären, aber doch vielsagenden Swiffer-Szene im Baumarkt auf den Punkt bringt. Dann ist da noch die ältere und traumatisierte Esther (Julianne Moore), eine Zufallsbekanntschaft aus der Abendschule. Keine Mrs. Robinson, aber eine lebenskluge Frau, die Jon in die Wirklichkeit zurückholt und aufklärt, dass es beim Sex nicht nur um die eigene Triebbefriedigung geht.

Dazwischen fängt Gordon-Levitt das so festgefahrene wie oberflächliche Leben seiner Hauptfigur zwischen Tanzfläche, Muckibude, Kirche und Familienbesuchen als eine Art Abfolge von running gags ein. Besonders gut: Dons sinnentleerte Beichten im Schnelldurchgang über seine Sexkapaden und seine Masturbations-Marathons und seine Schwester, die später eine kluge Bemerkung über Barbara macht, beim Essen und selbst im Gotteshaus aber nur Augen für ihr Handy hat (Stichwort Medieneinfluss). Sein Macho-Vater, der wie Don im Unterhemd am Tisch sitzt und Football schaut, ist zwar leicht klischeehaft angelegt, wird aber von einem glänzend aufgelegten Tony Danza („Wer ist hier der Boss?“) verkörpert, den man ja fast nie im Kino zu sehen bekommt.

Die Extras (OmU) der Bluy-ray lassen mit einer Lauflänge von rund zweieinhalb Stunden kaum Wünsche übrig. Neben den obligatorischen Trailern, einem Making-of und einer Promo-Story wäre da zum Beispiel die Pressekonferenz auf der Berlinale 2013. Dort erklärt Joseph Gordon-Levitt die Intention des Projekts, das an 27 Tagen in Los Angeles und New Jersey entstand. Ein weiteres Segment zeigt Aufnahmen von der PK in New York, auf der die anderen Stars leider nicht viel zu Wort kommen. Das Feature „Hit Recod - My Favourite Things“ gibt interessante Einsichten in Gordon-Levitts interaktive Internet-Kreativschmiede. „Themes and Variations“ befasst sich mit den unterschiedlichen Musik-Arten des Films, „Objectified“ mit der Rolle von Pornos und „Don Jon’s Origin“ mit der Mainstream-Kultur. Im Beitrag „Joey’s Hats“ rät der Regisseur potenziellen Nachahmern, nicht gleich mit einem Spielfilm zu beginnen: „Das ist, als würde man einen Wolkenkratzer bauen, bevor man eine Hundehütte gezimmert hat.“

Die variierenden Stilrichtungen der Inszenierung übertragen sich tadellos auf Blu-ray-Bild und -Ton. Synthie-Clubmucke und eine bewegliche Kamera mit harten Schnitten begleiten Weiberheld Don Jon im ersten Akt. Im zweiten Abschnitt, wenn Barbara im Mittelpunkt steht, erinnern Streich-Instrumente an vergangenen Hollywood-Romanzen. Und wenn Esther in den Fokus rückt, wird der Grundton realistischer, mehr frei Hand gefilmt und Gitarren sind zu hören. Interessant: Die Melodien bleiben trotz aller Stil-Variationen gleich.

Hut ab: „Don Jon“ ist ein erstaunlich reifes und hintergründiges Regie-Debüt, das auf weiteres „Fremdgehen“ des Nachwuchsmimen Joseph Gordon-Levitt hoffen lässt. Nachdenklich, witzig, bissig – wann bekommt man diese Kombination heute noch in einem Dreier serviert?

by Florian Ferber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment