Der Leuchtturm - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.04.2020
Digital VoD: 09.04.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min

Der Leuchtturm Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Ein entlegener Leuchtturm-Außenposten an der Küste Neuenglands wird zum Schauplatz eines archaischen Duells zweier dem Wahnsinn nahen Männer. Thomas Wake (Willem Dafoe) und Efraim Winslow (Robert Pattinson) werden auf eine einsame Insel gesandt, um eine marode Leuchtturmanlage zu warten und in Betrieb zu halten. Zur Zeit der Jahrhundertwende an der rauen Atlantikküste ist das eine wichtige Aufgabe, die sich mehr und mehr in einen Überlebenskampf verwandelt. Die zwei extrem unterschiedlichen Charaktere prallen ungebremst aufeinander und als ein nicht enden wollender Sturm über sie hinwegzieht, wird aus psychologischen Sticheleien schon bald ein brutaler Nervenkrieg.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Deutsch, Französisch, Spanisch: DTS Digital Surround 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch
Bildformat: O 1.19:1
Bonusmaterial:
• Unveröffentlichte Szenen
• Eine dunkle und stürmische Geschichte
• Filmkommentar mit Co-Autor/Regisseur Robert Eggers

Video on demand - Der Leuchtturm

DVD und Blu-ray | Der Leuchtturm

Blu-ray
Der Leuchtturm Der Leuchtturm
Blu-ray Start:
09.04.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der Leuchtturm Der Leuchtturm
DVD Start:
09.04.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

Blu-ray Kritik - Der Leuchtturm

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Robert Eggers gehört sicherlich zu den interessantesten Regisseuren unserer Zeit. Mit „the Witch“ hat er im Jahr 2015 einen ganz besonderen Horrorfilm erschaffen, der sich stark von dem modernen Jumpscare-Horror abgrenzt und sich viel mehr auf eine brutale und einzigartige Atmosphäre konzentriert. Ins Kino gebracht, wurde der Film damals von der momentan spannendsten Filmproduktionsschmiede: A24. A24 sorgte schon in Vergangenheit mit „Moonlight“ und „Hereditary“ für Furore. Dieses Mal wurde der Film sogar von A24 produziert, was schon einem gewissen Qualitätsmerkmal gleicht. Eigentlich kann auf dem Papier gar nichts schief gehen und das tut es auch nicht. „Der Leuchtturm“ ist einer der besten Filme des vergangenen Jahres und besticht mit seiner Einzigartigkeit, seinen kreativen Ideen und seinen zwei Hauptdarstellern.

Robert Pattinson und Willem Dafoe in Der Leuchtturm
Robert Pattinson und Willem Dafoe in Der Leuchtturm © Universal Pictures International Germany GmbH
In Maine am Ende des 19. Jahrhunderts werden zwei Leuchtfeuerwärter auf eine Insel geschickt, damit sie sich einen Monat lang, um den Leuchtturm kümmern. Als am Ende des Monats ein riesiger Sturm aufzieht, können die Beiden nicht abgeholt werden. Deswegen verfallen sie langsam immer mehr dem Wahnsinn.

„Der Leuchtturm“ ist ein interessanter Einblick in die menschliche Psyche. Das große Highlight des Filmes ist dabei die schauspielerische Leistung von Robert Pattinson und Willem Dafoe. Es ist wirklich unfassbar, dass sie nicht für die diesjährigen Academy Awards nominiert waren, denn beide liefern die beste Performance ihrer Karriere ab. Robert Pattinson spielt den jungen Ephraim Winslow, der sich um die Drecksarbeit kümmern muss. Sein Method-Acting ist grandios und bereitet Vorfreude auf Matt Reeves „The Batman“, in dem er Bruce Wayne spielen wird. Vor allem gegen Ende ist ihm der Wahnsinn ins Gesicht geschrieben. Willem Dafoes Figur des Thomas Wake ist ein alter Seefahrer und kümmert sich jeden Tag um das Licht des Leuchtturms, dessen Kontakt er Winslow verbietet. Über Willem Dafoe muss man nicht viele Worte verlieren, jeder kennt und liebt ihn. Dies spürt man insbesondere in einer Diskussion über das schlechte Essen von Wake, welche in einem legendären Monolog Dafoes endet.

Robert Pattinson in Der Leuchtturm
Robert Pattinson in Der Leuchtturm © Universal Pictures International Germany GmbH
Das Drehbuch gehört auch zu den außergewöhnlichsten des letzten Jahres. Der Film zieht seine Spannung aus den Konflikten der Hauptfiguren und derer Vergangenheit. Vor allem die eher ruhige Figur Pattinsons stellt dabei ein großes Mysterium für den Zuschauer dar, da er sich auch immer mehr entfremdet und wahnsinniger wird. Die Sprache in „der Leuchtturm“ ist sehr an alte Seefahrer angelehnt. Es werden auch mythologische Motive, wie zum Beispiel Meerjungfrauen in dem Film aufgegriffen. Während man den Film sieht, verliert man selber jegliches Gefühl für Zeit. Wenn Thomas Wake am Ende des Filmes fragt, wie viel Zeit die beiden Hauptfiguren auf der Insel verbracht haben, kann man selber keine Antwort finden. Es wundert auch nicht, dass die Geschichte in der Nähe von Maine spielt. Horrorlegende Stephen King benutzt, ebenso die Stadt Maine, als Zeichen des Horrors in seinen Geschichten.

Die einzige Oscarnominierung, die der Film bekam, war die Kameraarbeit von Jarin Blaschke. Diese ist stark an expressionistische Filme der 20er angelehnt, vor allem die Parallelen zu F.W. Murnaus „Nosferatu“ fallen auf. Diese ist zu Beginn des Filmes ruhig, während sie gegen Ende immer wilder wird. Genauso wie die Figuren. Dass die Kamera so gut funktioniert, liegt auch an dem Setdesign. Der Leuchtturm, die Hütten, alles auf der Insel wurde extra für den Film gebaut. Vor allem die Totalen wirken dadurch so realistisch, was dem Film einen ganz eigenen Stil bietet. Die Musik von Mark Korven fügt sich perfekt in den Film ein und lässt den Zuschauer Gänsehaut erzeugen.

Willem Dafoe in Der Leuchtturm
Willem Dafoe in Der Leuchtturm © Universal Pictures International Germany GmbH
Bild:
Das Format des Filmes ist 1,19:1, also fast quadratisch. Dies war zur Anfangszeit des Tonfilms üblich und konstruiert schon in den ersten Minuten ein klaustrophobisches Gefühl. Dadurch dass der Film in Schwarz-weiß gedreht wurde, wirkt der Film auch sehr düster und versprüht eine angsteinflößende Atmosphäre. Dennoch sind viele Shots einfach nur wunderschön und gehören zu den besten des Jahres 2019. Die Kinematografie wurde vollkommen verdient für einen Oscar nominiert und hätte sicherlich auch gewinnen können.

Ton:
Der Ton des Filmes ist auch ausgezeichnet. Vor allem das Sounddesign ist wirklich interessant, da es in nur wenigen Szenen eine Stille gibt. Eigentlich hört man immer im Hintergrund Sirenen oder das Unwetter. Auch der Soundtrack ist grandios abgemischt und erzeugt Gänsehaut.

Extras:
Auf der Blu-ray des Filmes befinden sich zwei unveröffentlichte Szenen, der Filmkommentar mit Robert Eggers und ein 37 minütiges Making Of, in dem man viele Anekdoten vom Set und der Entstehung des Filmes erfährt.


Fazit:
„Der Leuchtturm“ gehört zu den Highlights des vergangenen Jahres. Robert Eggers zeigt wiedermal, dass er zu den ganz Großen gehört und liefert einen einzigartigen Film, der vor allem in den letzten Minuten zu einem alptraumhaften Kunstwerk wird und ganz viele Interpretationen zulässt. Dabei bieten die beiden Hauptdarsteller, Robert Pattinson und Willem Dafoe, eine grandiose Performance. Vor allem Pattinson erinnert in den letzten Minuten an Marlon Brandos Figur aus „Apocalypse Now“ und beweist auch hier wieder, dass in ihm eines der größten Talente unserer Zeit liegt. „Der Leuchtturm“ ist ein Meisterwerk.


by Lukas Weinandy
Bilder © Universal Pictures




Der Leuchtturm - Trailer