Hereditary - Das Vermächtnis - Blu-ray

Blu-ray Start: 26.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min

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Inhalt

Familie Graham führt ein beschauliches Leben: Annie (Toni Collette) ist eine liebevolle Mutter und lebt zusammen mit ihrem Mann Steve (Gabriel Byrne) und ihren beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, stirbt, muss sich die Familie mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Nach und nach kommen die furchterregenden Geheimnisse ihrer Ahnen ans Licht. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / Splendid Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, EPK, Interviews

DVD und Blu-ray | Hereditary - Das Vermächtnis

Blu-ray
Hereditary - Das Vermächtnis Hereditary - Das Vermächtnis
Blu-ray Start:
26.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min.

zur Blu-ray Kritik
Hereditary - Das Vermächtnis (limited Steelbook) Hereditary - Das Vermächtnis (limited Steelbook)
Blu-ray Start:
26.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min.
DVD
Hereditary - Das Vermächtnis Hereditary - Das Vermächtnis
DVD Start:
26.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 119 min.

Blu-ray Kritik - Hereditary - Das Vermächtnis

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Newcomer Ari Aster liefert mit Hereditary sein Regiedebut ab, zu dem er auch selbst das Drehbuch schrieb, und lehrt den Zuschauer auf eine Weise das Fürchten wie kaum ein anderer. Dabei ist die Ausgangssituation so alltäglich wie sie nur sein könnte: Mit dem Tod eines geliebten Menschen, wird eine Reihe sonderbarer Ereignisse in Gang gesetzt, die sich in ungeahntem Ausmaß auf die Leben von vier Familienmitgliedern auswirken.

Toni Collette in Hereditary
Toni Collette in Hereditary © Splendid Film
Familie Graham, bestehend aus Galeristin Any (Toni Collette), ihrem Mann Steve (Gabriel Byrne) und den Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro), führt ein ruhiges Leben in einem etwas abgelegenen Haus am Waldrand. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und seine eigene Weise damit umzugehen: so flieht Peter in den Konsum von Marihuana, Any verarbeitet ihre Vergangenheit in ihren Kunstwerken und die Außenseiterin Charlie hat als einzige einen guten Draht zu ihrer Großmutter Elen, die im Allgemeinen als verschlossene Familienmatriarchin gilt und sogar dem Großteil ihrer Familie den Rücken gekehrt hat. Als eben jene stirbt hält sich die Trauer der nächsten Verwandten dementsprechend in Grenzen, jedoch erscheinen ungewöhnlich viele Trauergäste, die nicht so recht zu dem zurückgezogenen Leben der Verstorbenen passen wollen. Das macht Any stutzig und veranlasst sie das Leben ihrer Mutter zu hinterfragen. Schleichend verschafft sich das Böse Zutritt zum Leben der nichtsahnenden Familie und sich häufende Merkwürdigkeiten bestärken schon bald Anys Verdacht, dass die Vergangenheit ihrer Ahnenreihe rätselhafter und furchtbarer ist, als sie es sich jemals hätte vorstellen können.

Alex Wolff in Hereditary (2018)
Alex Wolff in Hereditary (2018) © Splendid Film
Mehr sei an dieser Stelle zur Handlung nicht gesagt, denn genau in der Ungewissheit in welche Richtung die Story geht liegt eine der vielen Stärken von Hereditary. Was als fast schon unerträgliches Familiendrama beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem Horrortrip der Extraklasse. Dabei funktioniert der Schrecken nicht über herkömmliche Stilmittel wie Jumpscares oder brutale Bilder, sondern erwischt den Zuschauer eiskalt über fast unerträglich authentische Darstellung von Emotionen und den Folgen schlimmer Dinge, ohne den Fokus auf das Geschehene an sich zu lenken. Das ist einerseits eine gewagte Strategie, aber andererseits eine die hundertprozentig ins Schwarze trifft. Die Kameraführung ist dahingehend eine filmische Meisterleistung. In der ersten Hälfte werden wir Beobachter intimster Momente einer Familie, mit samt ihren aus dem alltäglichen Leben gegriffenen Leiden und Problemen, was den Zuschauer allein schon in eine sehr unangenehme Position bringt. Noch unangenehmer wird es dann, wenn wir gefühlt minutenlang in das Gesicht eines Charakters blicken und miterleben wie der- oder diejenige das Gesehene verarbeitet, ohne selbst zu sehen was ihn oder sie gerade in Angst versetzt hat. Nehmen wir als Beispiel Toni Collette als gebrochene Mutter und Ehefrau (The Sixth Sense), deren Charakterentwicklung körperlich spürbar ist und massiv an die Nieren geht, ohne dass es oftmals augenscheinlich einen triftigen Grund dafür gibt.

Milly Shapiro in Hereditary
Milly Shapiro in Hereditary © Splendid Film
Da kommt die musikalische Untermalung ins Spiel, die einen großen Teil zur ungemütlichen und beklemmenden Atmosphäre beisteuert. Hier sorgt selbst ein simples Pfeifen für einen erhöhten Puls, denn die Soundeffekte und die Hintergrundmelodien sind so perfekt platziert, dass sie selbst die unspektakulärsten Alltagssituationen in pures Grauen verwandeln. Auch die Schicksale der restlichen Familienmitglieder hinterlassen Spuren und man fühlt sich wie in einem Strudel aus negativen Gefühlen die sehr intensiv auf die Person hinter dem Bildschirm übertragen wird. Ab der Hälfe des Films gibt es dann eine Art Break, bei der der Film eine steile Kehrtwende hinlegt und vom Familiendrama ins Übernatürliche andriftet, ohne dieses Element zu aufdringlich rüber zu bringen oder mit allseits bekannten Klischees zu füllen. Ganz im Gegenteil. Je mehr es auf das Finale zugeht, desto unberechenbarer wird es und man bekommt Dinge zu sehen, von denen sich mancher Regisseur noch etwas abschauen kann. Von Anfang bis Ende spielt Ari Aster mit den menschlich verwurzelten Urängsten und trifft dabei jeden einzelnen Nerv punktgenau. Die Handlungsorte springen vom Haus der Grahams, zum Baumhaus im Garten mit angrenzendem dunklen Wald und vereinzelten anderen Schauplätzen, die ich um spoilerfrei zu bleiben nicht näher ausführen möchte, und bietet dahingehend die nötige Abwechslung, trotz dessen sich der Großteil im Haus selbst zuträgt. Das verleiht dem Ganzen einen Kammerspielcharakter und ist noch einmal mehr Atmosphäre fördernd.

Alex Wolff in Hereditary
Alex Wolff in Hereditary © Splendid Film
Das Bild im Format 1,78:1 (16:9) 1080p besticht vor allem durch satte, dunkle Farben, ruhige Kameraführung und hat durchweg einen finstren Unterton. Seien es dunkle Flure bei Nacht, nur durch spärliches Mondlicht erhellt, oder nur mit vereinzelten Laternen ausgestattete, verlassene Straßen. Selbst in hellen Momenten reißt die spannungsgeladene und ungemütliche Atmosphäre nicht ab.

Der Ton ist im DTS-HD 5.1 Master Audio (zweisprachig; deutsch, englisch) neben der grandiosen Kameraarbeit eine weitere cineastische Meisterleistung. In den ersten Minuten ist die Wahl der penetranten Bombardierung verstörender Geräusche und hektischer, fast schon überladener Soundeffekte körperlich spürbar und verursacht eine innere Unruhe die sich ins Unermessliche zu steigern scheint, bis sie plötzlich abreißt und ausgetauscht wird durch dezent platzierte, mehr gediegene Geräuschkulisse bis hin zu Totenstille. Dabei ist die Lautstärkenregelung in perfektem Gleichgewicht.

Als Bonus finden wir unter den Extras einige gelöschte Szenen, die auf jeden Fall einen Blick wert sind, und ein Making Of.


Fazit:
Mich persönlich hat Hereditary von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt und schockiert zu gleichen Teilen. Die durchweg grandiosen Darsteller, allen voran Toni Collette, spielen so glaubhaft und überzeugend authentisch, dass man gar nicht anders kann, als sich von dem nackten Grauen, das die Kulissen, die Musik und die Kameraarbeit auslösen, mitreißen zu lassen. Ich kann verstehen wenn der ein oder andere aufgrund des heftigen Breaks 40 Minuten vor Schluss aussteigt. Vom Drama ins Übernatürliche zu wechseln ist sicher nicht jedermanns Geschmack und erfordert Mut zu Neuem. Aber genau so etwas braucht das Horror-Genre. Neuartiges, das sich von der Breiten Masse abhebt, und genau um so ein Werk handelt es sich bei Hereditary. Wer sich drauf einlässt und bis zum Ende durchhält, wird mit einer Horror Perle belohnt, die ihresgleichen sucht. Meiner Meinung nach der innovativste und intensivste Horrorfilm der letzten zehn Jahre, den man mehr als einmal sehen sollte.

by Christoph Berger
Bilder © WVG Medien / Splendid Film