Moonlight

Moonlight (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: DCM

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Moonlight Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

MOONLIGHT erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein einzigartiges Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen und den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann.

Alex Hibbert, Ashton Sanders und Trevante Rhodes | mehr Cast & Crew


Moonlight - Trailer





DVD und Blu-ray | Moonlight

Blu-ray
Moonlight Moonlight
Blu-ray Start:
25.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Moonlight Moonlight
DVD Start:
25.08.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

Filmkritik Moonlight

Filmwertung: | 10/10


Schon jetzt wird “Moonlight” des Regisseurs und Drehbuchautors Barry Jenkins als absoluter Favorit bei den Oscars 2017 gehandelt und stellt sich damit gegen den “Oscars so white”-Trend, der in den letzten Jahren häufig kritisiert wurde.

Moonlight Szenenbild Moonlight ist ein Meisterwerk, das die Fragen nach der eigenen Identität so ästhetisch und berührend beleuchtet wie kaum ein anderer Film.

In drei Akten erzählt Regisseur und Drehbuchautor Berry Jenkins die Geschichte des jungen Afroamerikaners Chiron in Miami, der droht, nur ein weiteres Opfer des Systems aus Mobbing, fehlenden Vorbildern und sozialer Benachteiligung zu werden. Jedes der Kapitel zeigt uns einen anderen Chiron, mit neuem Spitznamen, der in einer neuen Phase seines Lebens versucht, sich selbst zu finden.

In seiner Kindheit, “Little” genannt, wird Chiron (Alex R. Hibbert) wegen seiner geringen Größe und seiner ungelenken Art zu gehen von seinen Mitschülern gemobbt. Auch von seiner drogenabhängigen Mutter Paula (Naomie Harris) bekommt der junge kaum Liebe geschenkt. So sind es ausgerechnet der selbstbewusste Drogendealer Juan (Mahershala Ali), der ihn auf der Straße aufliest, und dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe), in denen Chiron Ersatzeltern findet. Doch gerade Juan ist es, der mit seinen Drogen an Chirons Situation Schuld ist, und so zerbricht dieser Kontakt zur Vaterfigur wieder.

Moonlight Szenenbild Auch als Teenager hat sich Chirons (Ashton Sanders) Situation nicht geändert. Immer noch dünn und ein Außenseiter, schweigsam wie immer kämpft er sich seinen Weg durch den Alltag und ist mehr denn je auf der Suche nach seinem Weg seiner Identität. Sein Kindheitsfreund Kevin ist mittlerweile beliebt und hat schon sexuelle Erfahrungen gesammelt. Es ist diese ungreifbare Sehnsucht nach Intimität, die unterdrückte Homosexualität, für die Chiron seinen Preis zahlen muss: Schläge und Tritte treiben ihn aus der Schule und in ein neues Leben.

Als erwachsener Drogendealer sehen wir Chiron, der sich mittlerweile “Black” (Trevante Rhodes) nennt, wieder. Er scheint sich ein Leben wie sein einstiger Ersatzvater Juan geschaffen zu haben, doch hinter den Muskelbergen erkennt man immer noch die Zerbrechlichkeit des Jungen. Einmal im Leben muss man sich entscheiden wer man sein will, hat Juan damals zu ihm gesagt - Chiron scheint sich immer noch nicht entschieden zu haben. Ausgerechnet ein Anruf seines Kindheitsfreundes Kevin bringt ihn wieder zurück in die Vergangenheit. Gefühlvoll und mit nur wenigen Worten wie im ganzen Film schafft Jenkins eine fast magische Atmosphäre, als Chiron und Kevin sich nach vielen Jahren wieder in einem Diner sehen und allein mit ihrem Blick all das aussprechen was war, all das, was hätte werden können.

Moonlight Szenenbild Kunstvoll zeigt Jenkins uns Fragmente aus dem Leben eines jungen Mannes, die seine ganze Geschichte erzählen. Obwohl von drei unterschiedlichen Schauspielern verkörpert, drücken alle die selbe Traurigkeit, Schweigsamkeit und Melancholie aus. Bei Chiron laufen verschiedene große Themen zusammen, die hier nicht diskutiert werden: die Suche nach der eigenen Identität, das Erwachsenwerden, die soziale Benachteiligung als Afroamerikaner, das Ausleben der eigenen Homosexualität. Es braucht weder viele Worte noch viel Lärm, um die Gefühlswelt und den inneren Kampf des Protagonisten in all seinen Facetten zum Ausdruck zu bringen.

Mit großen Augen, jedoch sehr wortkarg läuft Chiron durch die Welt. Der Film übernimmt seine Schweigsamkeit, lässt den Zuschauer die Geschehnisse durch seine Augen betrachten. Gefühle, das Zwischenmenschliche, das, was einfach nicht ausgedrückt werden kann, sind wichtiger als viele Worte. Chirons Gefühlswelt ist ein zerbrechliches Konstrukt, das jederzeit zerbrechen zu droht.


Fazit:
Genau das ist Moonlight: zerbrechlich, melancholisch, bedrückend und dabei dennoch unendlich schön.
by

Bilder © DCM