Plötzlich Familie

Instant Family (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Plötzlich Familie Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) entschließen sich, endlich eine eigene Familie zu gründen, und beschäftigen sich deshalb erstmalig mit dem Thema Adoption. Ergriffen von den treuen Kinderaugen auf der Webseite einer Agentur, sind sie sich schnell einig, dass sie einem Kind ein neues Zuhause geben wollen. Als sie ein Geschwister-Trio, darunter auch die fünfzehnjährige rebellische Lizzy (Isabela Moner), kennenlernen, ist es um die beiden endgültig geschehen. Über Nacht werden Pete und Ellie zusammen mit Lizzy und ihren süßen Geschwistern Juan und Lita zu einer echten Großfamilie. Plötzlich steht das Paar vor der Herausforderung, ihre neuen Aufgaben als Pflegeeltern von gleich drei Kindern zu meistern, immer in der Hoffnung, schon bald eine richtige Familie zu werden. Eine hinreißende und berührende Geschichte, die uns zeigt, dass das Leben unvorhersehbar und unvernünftig ist.

Mark Wahlberg, Rose Byrne und Octavia Spencer | mehr Cast & Crew


Plötzlich Familie - Trailer




DVD und Blu-ray | Plötzlich Familie

Blu-ray
Plötzlich Familie Plötzlich Familie
Blu-ray Start:
13.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 118 min.
DVD
Plötzlich Familie Plötzlich Familie
DVD Start:
13.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 113 min.

Filmkritik Plötzlich Familie

Filmwertung: | 7/10


Das Ehepaar Pete (Mark Wahlberg) und Ellie Wagner (Rose Bryne) hat einen Entschluss gefasst: Sie wollen ein Kind adoptieren. Nachdem sie im Internet auf einen Adoptionsdienst stoßen, nehmen sie auch schon kurze Zeit später an einem Kurs für werdende Eltern teil, die von den beiden Sozialarbeiterinnen Karen (Octavia Spencer) und Sharon (Tig Notaro) geleitet werden. Bei einem Tag der offenen Tür, bei dem Eltern zur Adoption stehende Kinder kennenlernen können, treffen sie schließlich auf die 15-jährige Lizzy (Isabela Moner). Nach einem etwas unbeholfenen Kennenlernen, entscheidet sich das Paar dafür, Lizzy zu sich aufzunehmen. Von Karen und Sharon erfahren sie dann, dass Lizzy mit dem zehnjährigen Juan (Gustavo Quiroz) und der sechsjährigen Lita (Julianna Gamiz) noch zwei Geschwister hat. Pete und Ellie sind begeistert und nehmen die Herausforderung an, die Kinder bei sich aufzunehmen. Doch auch wenn Lizzy zu Beginn sehr reif wirkt und ihre beiden jüngeren Geschwister einen sehr süßen Eindruck machen, entwickelt sich trotz aller Mühe eine entfesselte Dynamik, die das etwas überforderte Paar zunächst einmal bändigen muss...

Mark Wahlberg und Rose Byrne in Plötzlich Familie
Mark Wahlberg und Rose Byrne in Plötzlich Familie © Paramount Pictures. All Rights Reserved.
„Plötzlich Familie” beginnt zunächst etwas überstürzt, sodass man fast schon das Gefühl hat, die ersten 15 Minuten verpasst zu haben. Man erfährt, dass Pete und Ellie gerade ein großes Haus fertig gestellt haben, jedoch ist es erst Ellies Schwester Kim (Allyn Rachael) mit ihrem Ehemann Russ (Tom Segura), die dem Paar den Impuls gibt, Kinder zu kriegen. Dann geht auch alles ganz schnell, ohne dass sich der Film damit aufhält, die Figuren länger zu etablieren. Sean Anders, der bisher mit Blödelkomödien wie den beiden „Daddy's Home”-Filmen oder die Adam Sandler-Klamotte „Der Chaos-Dad" aufgefallen ist, zeigt hier von Beginn seine rührselige Seite. Das kommt nicht von ungefähr, denn Anders basiert „Plötzlich Familie” auf der eigenen Adoptionsgeschichte, die er mit seiner Frau durchgemacht hat.

Gerade bei den Sitzungen mit den werdenden Eltern kommt jedoch eine aggressiv warmherzige und manipulative Tonalität zum Vorschein, die nicht den Hauch von Subtilität oder Selbstironie zulässt. So wird in dieser Runde etwa eine berührende Anekdote erzählt, bis Octavia Spencer schließlich eine Träne über die Wange läuft, während sentimentale Synthklänge über den Soundtrack ziehen. Hier bewegt sich der Film gefährlich nahe an der Selbstparodie und macht unmissverständlich klar, dass man mit aller zugespitzter Gewalt ein Botschaftsfilm sein möchte, der auf das traurige Schicksal von Millionen Waisenkindern aufmerksam machen will. Das ist durchaus löblich, jedoch irritiert die anfängliche Holzhammer-Inszenierung doch mehr als zu bewegen.

Isabela Moner, Mark Wahlberg und Rose Byrne in Plötzlich Familie
Isabela Moner, Mark Wahlberg und Rose Byrne in Plötzlich Familie © Paramount Pictures. All Rights Reserved.
Octavia Spencer sorgt mit ihren schlagfertigen Sprüchen dann aber doch immer wieder für frischen Wind, während auch die herrlich trockene Tig Notaro einige komödiantische Glanzlichter setzt. Wahlberg und Byrne sind sowieso immer eine willkommene Präsenz, die auch diesen Film sympathisch und nachvollziehbar tragen, jedoch wird „Plötzlich Familie” erst mit dem Erscheinen der Kinder so richtig lebendig und dann auch deutlich erträglicher. Gerade Isabela Moner („Sicario 2”, „Transformers: The Last Knight”) ist eine echte Entdeckung, die die Leinwand mit toller Präsenz und ihrer erfrischend entwaffnenden Art zum Leuchten bringt. Ihre Lizzy mag zwar auf den ersten Blick so wirken als hätte sie als Art Ersatz-Mama für ihre beiden Geschwister alles im Griff, doch schnell wird klar, dass ihrem vorlauten und schwer pubertierenden Verhalten auch Grenzen aufgezeigt werden muss.

Wenn dann im Hause Wagner das Chaos ausbricht, beginnt der Film wirklich Spaß zu machen und auch seine komödiantischen Stärken auszuspielen. Hier kommt es zu zahlreichen Situationen, bei denen sowohl Pete als auch Ellie heillos überfordert sind. Gerade der übersensible und verletzungsanfällige Juan sorgt im Zusammenspiel mit Pete für lustige Momente. Feinsinnigen Humor darf man hier sicher nicht erwarten, doch auch manche von Anders gröberen Gags zünden. So gelingt es Juan eben sich immer wieder auf besonders ausgefallene Art zu verletzen. Das ist zwar recht plump, aber doch irgendwie komisch. Wahlberg spielt sein geradlinig-bodenständiges Image wunderbar aus, sodass der Kontrast zu seinem neuen chaotischen Leben gut funktioniert. Anders gelingt es wirklich gut, die sich durch viele Höhen und Tiefen schreitende Entwicklung von Pete und Ellie als Eltern aufzubauen. So entwickelt sich auch anfänglicher Verkrampftheit und dem unbedingten (aber meist erfolglosen) Willen alles perfekt zu machen ein schließlich souveränes Paar, das versteht, auf was es bei der Erziehung ankommt. Der Film schildert so schließlich authentisch und wahrhaftig die Wechselwirkung zwischen Eltern und ihren Kindern, sodass sich hier gerade die Zuschauer wiederentdecken können, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Gustavo Quiroz und Mark Wahlberg in Plötzlich Familie
Gustavo Quiroz und Mark Wahlberg in Plötzlich Familie © Paramount Pictures. All Rights Reserved.
Sicher, die Erzählweise von „Plötzlich Familie“ bleibt vorhersehbar und formelhaft, doch es gelingt ihm, dass dem Zuschauer die Figuren mit zunehmender Laufzeit immer mehr ans Herz wachsen. Irgendwann muss man hier einfach mitlachen, mitfühlen und vielleicht sogar mitweinen. Der Film hat, vielleicht gerade wegen Anders eigenem Hintergrund, das Herz spürbar am rechten Fleck und ist damit alles andere als unsympathisch. Auch wenn der Start noch sehr holprig war, geht man am Ende dieser warmherzigen Familienkomödie doch mit einem guten Gefühl heraus.


Fazit:
Trotz gerade zu Beginn praktizierter Holzhammer-Inszenierung und offen vorgetragener Sentimentalität entwickelt sich aus „Plötzlich Familie“ eine warmherzige Familienkomödie, der man auf Dauer kaum wiederstehen kann. Das liegt an der letztlich einsichtsreichen Inszenierung von Sean Anders, aber vor allem auch an der gut aufgelegten Besetzung, die einem hier schließlich sehr ans Herz wächst.
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Bilder © Paramount Pictures Germany