Erbarmen

Kvinden i buret (2013), Dänemark
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: NFP

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Erbarmen Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach einem katastrophal gescheiterten Einsatz wird Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) in die neu gegründete Sonderabteilung Q abgeschoben. Sein Auftrag ist klar: Er darf nicht mehr selbst ermitteln, sondern soll ungelöste Fälle möglichst schnell und geräuschlos zum Abschluss bringen. Doch es dauert nur wenige Tage, bis seine Sturheit ihn und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) auf die Spur von Merete Lynggaard (Sonja Richter) führt. Die bekannte Politikerin ist vor Jahren auf mysteriöse Weise von einer Passagierfähre verschwunden. Und der einzige Zeuge, ihr Bruder, ist nicht vernehmungsfähig. Der Fall wurde als wahrscheinlicher Selbstmord zu den Akten gelegt, doch Carl und Assad finden Hinweise, die sie an dieser Version zweifeln lassen. Trotz anders lautender Anweisungen nehmen sie eigene Ermittlungen auf, tauchen in die Tiefen von Merete Lynggaards Vergangenheit ein - und beginnen langsam aber sicher zu verstehen, dass das Böse manchmal nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, bis es sich voller Grausamkeit und Horror in ein Leben drängt…

Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares und Sonja Richter | mehr Cast & Crew


Erbarmen - Trailer


ERBARMEN - Offizieller Trailer [HD] deutsch


DVD und Blu-ray | Erbarmen

Blu-ray
Erbarmen Erbarmen
Blu-ray Start:
25.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Erbarmen Erbarmen
DVD Start:
25.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

Filmkritik Erbarmen

Filmwertung: | 7/10


Was Henning Mankell für Schweden, ist Jussi Adler-Olsen für Dänemark und die Liste erfolgreicher skandinavischer Autoren von Kriminalromanen ist nahezu ellenlang. Nachdem es Mankells Romanfigur Wallander schon vor langer Zeit auf den Bildschirm geschafft hat, kommt nun mit "Erbarmen" die erste Verfilmung eines Romans von Jussi Adler-Olsen in die Kinos. Dieses erste Werk seiner Krimibuch-Reihe, das im dänischen Original "Kvinden i buret", wörtlich übersetzt "Frau im Käfig" heißt, erschien 2008 in Dänemark und bescherte Adler-Olsen den Durchbruch in seinem Heimatland.

Der Thriller erweckt Adler-Olsens Romanfigur, den Polizisten Carl Mørck, zum Leben. Mørck (Nikolaj Lie Kaas) landet nach einem vermasselten Polizeieinsatz im neu gegründeten Sonderdezernat Q, wo er mit seinem Assistenten Assad (Fares Fares) ungelöste Fälle vor ihrer Archivierung nochmal überprüfen soll. Dabei stößt er auf die Akte der seit vielen Jahren verschwundenen Politikerin Merete Lynggaard (Sonja Richter), die damals auf einer Passagierfähre verschwand, an deren aktenkundigen Selbstmord er aber nie glaubte. Entgegen der Anweisungen beginnt Mørck wieder zu ermitteln, wofür er Meretes wegen einer Behinderung nicht vernehmungsfähigen Bruder Uffe (Mikkel Boe Følsgaard) aufsucht. Das tiefe Eintauchen in Meretes Vergangenheit verdeutlicht Mørck und seinem Assistenten, dass die Politikerin ein anderes Schicksal ereilt haben muss.

"Erbarmen" setzt den Horror des Romans aus der Feder Adler-Olsens für die große Leinwand um und warum dieser ursprünglich "Frau im Käfig" heißt, wird jedem beim Verlassen des Kinos klar. Regie führte Mikkel Nørgaard, der bereits mehrere Folgen der auch in Deutschland bekannten TV-Krimiserien "Anna Pihl" und "Borgen" inszeniert hat. Das Drehbuch schrieb Nikolaj Arcel, von dem auch das Skript zur ersten Stieg Larsson-Verfilmung "Verblendung" stammte und der bei "Die Königin und der Leibarzt" Regie und Drehbuch verantwortete. In der Rolle des eigenwilligen Ermittlers Carl Mørck begeistert Nikolaj Lie Kaas, der durch "Illuminati" internationale Bekanntheit erlangte, zuvor aber auch schon in "Open Hearts" und "Adams Äpfel" überzeugte. An seiner Seite sehen wir Fares Fares als seinen Assistenten Assad, bekannt aus "Zero Dark Thirty" oder aus skandinavischen Komödien wie "Kops" und "Jalla Jalla" und als Politikerin Merete Lynggaard kann man der bekannten dänischen Schauspielerin Sonja Richter dabei zusehen, wie sich eindrucksvoll ihre physischen Qualen in ihrer Gefangenschaft immer stärker an ihr abbilden. Nicht zuletzt diesen Szenen merkt man die Erfahrung des Drehbuchautors mit morbiden Stoffen an.

Der dänische Thriller fesselt von der ersten Minute an, steigert seine Spannung kontinuierlich und löst eine albtraumhafte Faszination aus, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Adler-Olsens Blick auf seine Heimat ist ein ebenso pessimistischer, wie schon der seiner Kollegen Mankell oder Larsson. Die Faszination der skandinavischen Thriller, die sich gerade hierzulande großer Beliebtheit erfreuen, liegt sicher im Aufeinanderprallen recht konventioneller Erzählstrukturen und unsagbar perfider kranker Fälle. Aus einem Vorzeigeland wie Dänemark, das in jedem Lebensqualitäts-Ranking vorne rangiert, sehen sich Protagonisten subversiven Antagonisten gegenüber, die ihnen gerade durch die ansonsten recht heile Welt sichtbar Schauer über den Rücken jagen. So auch bei "Erbarmen", der sicherlich nicht das inszenatorische Rad neu erfindet, aber doch dicker aufträgt als jede Wallander-Folge, wenn auch nicht so dick, wie die Stieg-Larsson-Filme. Ein bisschen beängstigend fand es Nikolaj Lie Kaas, die Hauptrolle einer Filmreihe zu übernehmen, die eines Tages zehn Filme umfassen könnte. Die zweite Adler-Olsen Verfilmung "Schändung" wurde bereits Ende 2013 abgedreht und die Dritte namens "Erlösung" steht auch schon in den Startlöchern. Wir dürfen uns freuen auf den Kinobesuch, die DVD und die spätere Ausstrahlung an kalten Winterabenden im ZDF, denn eines ist klar: Qualitätsschwankungen wie heuer beim "Tatort" sind hier in dem Maße nicht zu erwarten.

Der Thriller "Erbarmen" ist perfides skandinavisches Krimikino in Hochform und gleichzeitig der Auftakt der ungelösten Fälle des Jussi Adler-Olsen, auf die wir uns freuen dürfen.
by André Scheede

Bilder © NFP


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