Erbarmen - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min

Erbarmen Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 8,99 € jetzt kaufen
Amazon Logo 8,84 € jetzt kaufen5051890238573
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Nach einem katastrophal gescheiterten Einsatz wird Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) in die neu gegründete Sonderabteilung Q abgeschoben. Sein Auftrag ist klar: Er darf nicht mehr selbst ermitteln, sondern soll ungelöste Fälle möglichst schnell und geräuschlos zum Abschluss bringen. Doch es dauert nur wenige Tage, bis seine Sturheit ihn und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) auf die Spur von Merete Lynggaard (Sonja Richter) führt. Die bekannte Politikerin ist vor Jahren auf mysteriöse Weise von einer Passagierfähre verschwunden. Und der einzige Zeuge, ihr Bruder, ist nicht vernehmungsfähig. Der Fall wurde als wahrscheinlicher Selbstmord zu den Akten gelegt, doch Carl und Assad finden Hinweise, die sie an dieser Version zweifeln lassen. Trotz anders lautender Anweisungen nehmen sie eigene Ermittlungen auf, tauchen in die Tiefen von Merete Lynggaards Vergangenheit ein - und beginnen langsam aber sicher zu verstehen, dass das Böse manchmal nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, bis es sich voller Grausamkeit und Horror in ein Leben drängt…

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video / NFP
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Dänisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Making Of
- Interview mit Mikkel Nørgaard und Nikolaj Lie Kaas
- Teaser zu SCHÄNDUNG
- Kinotrailer
- TV Spots

DVD und Blu-ray | Erbarmen

Blu-ray
Erbarmen Erbarmen
Blu-ray Start:
25.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Erbarmen Erbarmen
DVD Start:
25.09.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

Blu-ray Kritik - Erbarmen

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Dass sich skandinavische Thriller auch international behaupten können und sich großer Beliebtheit erfreuen, dürfte spätestens seit dem gigantischen Erfolg der „Millenium“-Trilogie aus der Feder des inzwischen verstorbenen Schriftstellers Stieg Larsson klar sein. Auch die Verfilmungen seiner Bücher stießen auf großes Zuschauerinteresse, was u.a. ein US-Remake durch niemand geringeren als David Fincher nach sich zog. Einen ganz ähnlichen Erfolgszug können die Romane von Jussi Adler-Olsen vorweisen, deren erster Teil „Erbarmen“ nun ebenfalls als Film adaptiert wurde und am 25.09. das Heimkino erreicht.

Als Vizekriminalkommissar Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) sein Team bei einem gefährlichen Einsatz in einen Hinterhalt laufen lässt, verliert er dadurch nicht nur das Leben eines Kollegen, sondern auch seine berufliche Stellung. Nach zwei Monaten kehrt er in den Dienst zurück und wird in das neu eröffnete Dezernat Q abgeschoben, das sich im Keller befindet und das Beenden unaufgeklärter Fälle als Aufgabe hat. Mørck bekommt mit Hafez el-Assad (Fares Fares) einen Assistenten zur Seite gestellt, der ihm aufgrund seiner positiven Lebenseinstellung kaum unähnlicher sein könnte und ist zu Beginn alles andere als begeistert. Gemeinsam vollführen sie fortan die mehr oder wenige langweilige bürokratische Arbeit, bis Mørck auf den Fall einer vor fünf Jahren verschwundenen Politikerin stößt. Aufgrund ihres damaligen Verschwindens von einer Fähre war der Fall nach einiger Zeit als Selbstmord eingestuft und zu den Akten gelegt worden. Doch Mørck spürt, dass etwas an der Sache nicht stimmen kann und nimmt mit Assad die Ermittlungen auf.

Wie in so vielen ersten Teilen bestand die Hauptaufgabe des Regisseurs Mikkel Nørgaard bei „Erbarmen“ nicht einzig und allein darin, eine spannende Geschichte zu erzählen, sondern vor allem auch im schlüssigen Einführen der beiden – bei den Lesern der Büchern überaus beliebten – ungleichen Hauptfiguren, die unfreiwillig zu Kollegen werden. Mikkel Nørgaard und sein Drehbuchautor Nikolaj Arcel („Verblendung“) haben diese Aufgabe mit Bravour gemeistert, was vor allem dem gestrafften Script zu verdanken ist. Die zahlreichen Nebenkriegsschauplätze der Buchvorlage (wie beispielsweise der Fall des Fahrradmörders) lässt Arcel einfach konsequent weg und legt den Fokus sehr viel deutlicher auf die Suche nach der vermissten Politikerin. Der Film wirkt daher sehr viel stringenter als die Buchvorlage, bleibt ihr im Geiste jedoch trotzdem treu. Auch das erste Zusammentreffen der beiden Dezernat Q Ermittler Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) wird nicht allzu breit ausgewälzt, sondern kommt ganz im Gegenteil ebenso knapp wie zweckdienlich daher. Man könnte sagen, das Script selbst verströmt dieselbe Lakonie, der die schweigsame Hauptfigur des Filmes verpflichtet ist. Carl Mørck ist wie im Buch ein erfreulich ambivalent gezeichneter Charakter, der von Nikolaj Lie Kaas („Illuminati“) überaus glaubhaft verkörpert wird. Aufgrund der Verschwiegenheit seiner Figur, arbeitet er hauptsächlich mit subtilen mimischen Gesten, um den Zuschauern den Ermittler Mørck näher zu bringen und schafft es so, die Buchfigur auf der Leinwand adäquat zum Leben erwecken. Fares Fares stellt in der Rolle des Assad den notwendigen menschlichen Gegenpol dar und legt seine Figur als ebenso sympathischen wie loyalen Kumpeltypen an. Glücklicherweise harmonieren die beiden auf der Leinwand perfekt, was den eigentlichen Fall schon fast zur Nebensache verkommen lässt. Damit man die Dringlichkeit der Ermittlungsarbeit nicht vergisst, blendet der Regisseur in regelmäßigen Abständen Sequenzen ein, die das Schicksal der entführten Politikerin verdeutlichen sollen. Hier wird auch mit explizit blutigen Bildern nicht gegeizt, die manch einem Zuschauer möglicherweise eine Spur zu heftig sein könnten. Ihren narrativen Zweck erfüllen sie aber allemal und sorgen dafür, dass man als Zuschauer einen ständigen Zeitdruck verspürt. Auf der Antagonistenseite glänzt zudem der Schauspieler Peter Plaugborg, der den psychopathischen Entführer ebenso grausam wie intelligent wirken lässt und im Finale zuverlässig für Herzklopfen sorgt. Insgesamt handelt es sich bei „Erbarmen“ also um eine gelungene, angenehm gestraffte Adaption der Bestsellervorlage, die nicht nur den Lesern der Bücher gefallen dürfte. Eine Fortsetzung erscheint übrigens bereits nächsten Januar.

Die Blu-ray bietet eine gute Bild- und Tonqualität und hat als willkommenen Zusatz auch noch allerhand Bonusmaterial mit an Bord. Diese Extras liefern eine ganze Fülle an interessantem Hintergrundwissen und sollten von den Fans des Ermittlerduos keinesfalls verpasst werden.

Fazit:
Mikkel Nørgaard hat mit „Erbarmen“ einen ebenso spannenden wie lakonischen Thriller gedreht, der neben einem perfekt harmonierenden Ermittler-Duo auch eine packende Geschichte zu bieten hat und der literarischen Vorlage somit vollends gerecht wird.

by Jonas Hoppe
Bilder © Warner Home Video / NFP