High Life - DVD

DVD Start: 04.11.2019
FSK: ab 16 - Laufzeit: 110 min

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Inhalt

In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs. Sie sind die einzigen Überlebenden einer Crew aus verurteilten Schwerverbrechern, die sich mit dieser Mission ohne Rückkehr von ihren Strafen freikauften und an Bord mit Experimenten der wahnsinnigen Reproduktionswissenschaftlerin Dibs (Juliette Binoche) gequält wurden. In völliger Isolation nähern sich Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Pandora Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 1,66:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Interviews mit Juliette Binoche, Robert Pattinson und Lars
Eidinger (insgesamt ca. 30 Min.)
- Pandora Trailershow
- Wendecover

DVD und Blu-ray | High Life

DVD
High Life High Life
DVD Start:
04.11.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - High Life

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Science Fiction als Genre ist wohl eines der vielseitigsten. Vom düsteren und philosophischen Cyberpunk in der Welt der Blade Runner über die Space Opera in „Star Wars“ bis zur Post-Apocalyptic Fiction der „Mad Max“-Reihe zeigt man sich oft in zahlreichen Gesichtern. Eine Sonderform lässt sich jedoch in „High Life“ finden, während man diese Geschichte durchaus in eines der zahlreichen Subgenres einteilen könnte, würde man verkennen, wie der Film sein Science Fiction-Setting in Wahrheit ausspielt. Hier dient es vielmehr als Katalysator, als Möglichkeit seine eigentliche Geschichte rund um eine Gruppe Menschen in Isolation zu erzählen, wobei die unendliche Leere des Weltalls verwendet wird, diese sinnvoll vom Rest der Menschheit ab zu kapseln. So kann man sich die Handlung von „High Life“ durchaus auch in anderen Genres und Locations vorstellen, aber lässt sie erst durch seinen Rahmen als Sci-Fi Geschichte seine Stärken wahrlich ausspielen.

Monte (Robert Pattinson)
Monte (Robert Pattinson) © Pandora Film
In den unendlichen Weiten des Alls befindet sich eine Gruppe verurteilter Schwerverbrecher auf dem Weg zu einem Schwarzen Loch. Ihre Mission lautet dieses zu erforschen und so von ihren Taten freigesprochen werden. Unter ihnen befindet sich auch der disziplinierte, sowie introvertierte Monte (Robert Pattinson). Genau wie der Rest der Besatzung wird dieser von der zuständigen Ärztin Dibs (Juliette Binoche) im Namen der Fortpflanzung gepeinigt. Doch wegen all ihren extremen Persönlichkeiten stellt sich die jahrelange Reise als gefährlich und unvorhersehbar heraus, so wird schnell klar, dass nicht jeder diese überleben wird…

So erzählt „High Life“ eine dem ebenfalls in diesem Jahr erschienenen „Ad Astra“ ähnliche Geschichte über einen einsamen Mann im All, der eine Mission zu erfüllen hat. Jedoch ist ersterer noch einmal spezieller als der ohnehin bereits sehr nischige „Ad Astra“. So richtet man sich viel mehr an ein eher cineastisches Publikum, während andere ob der psychologischen Subtexte, der langsamen und nicht chronologischen Erzählweise oftmals desorientiert und entmutigt sein dürften. So entsteht aber gleichzeitig einer der faszinierendsten Science Fiction-Filme der letzten vielen Jahre, der sein Publikum zwar beansprucht, aber zu keiner Sekunde überfordert, wenn man sich darauf einlassen kann und will.

Dr. Dibs (Juliette Binoche)
Dr. Dibs (Juliette Binoche) © Pandora Film
Dies trifft auch in großen Teilen auf die Charakterisierung zu. Genau wie in der Handlung lässt der Film große Teile offen, gibt dem Zuschauer aber genug Informationen, diese selbst zu füllen, was auch bei mehrmaligem Anschauen noch immer fasziniert. Gerade die Hauptfigur, der von Pattinson verkörperte Monte, besticht hier. So folgt hier nun eine kurze Interpretation seiner Figur. Wer die Entdeckung dieser interessanten Persönlichkeit jedoch selbst erleben will, sollte vielleicht zuvor den Film selbst gesehen haben und jetzt nächsten Absatz überspringen, da der Film einen bemerkenswerten Rhythmus aufweist, in dem er mehr über diese Figur (und auch die anderen) erzählt.

Durch einen früh etablierten Kontrast zwischen seiner Rolle als liebender und fürsorglicher Vater und seiner Vergangenheit als Mörder wird das Publikum direkt in seinen Bann gezogen. Er zeigt sich als erstaunlich selbst-reflexiv und weiß um seinen fehlenden Platz in der Gesellschaft, agiert deshalb immer wieder als brutaler Beschützer und will so und durch seinen Drang die Mission zu beenden, das Bestmögliche aus sich machen.

Boyse (Mia Goth)
Boyse (Mia Goth) © Pandora Film
Unterstrichen von dem gewohnt großartigen Schauspiel von Pattinson, der wie so oft vollkommen hinter der Rolle verschwindet, entsteht hier auch durch dessen selbst auferlegter Selbstdisziplin und Ruhe, die nur durch kurze Momente der Gewalt unterbrochen werden, eine der faszinierendsten Filmfiguren der letzten vielen Jahre. Leider verliert der Film die Aufmerksamkeit des Zuschauers ein kleines bisschen, wenn Monte selbst nicht zu sehen ist, was aber das Gesamtbild nur unwesentlich schmälert.

Monte findet genau wie die anderen Menschen an Bord seine eigene Antwort auf die Sinnlosigkeit des Ganzen. Die gesamte Reise lässt sich in vielerlei Hinsicht als Metapher für das Leben selbst deuten. Am Ende wartet immer der Tod. Durch den nicht vorhandenen Sinn des Lebens widmen sich einige der Religion oder einer Perversion deren (wie Dr. Dibs), andere wenden sich der Gewalt zu und wieder andere verlieren sich selbst im Wahnsinn. So sieht man in diesem Film die schlechtesten Seiten der Menschheit, wodurch ein unangenehmes Seherlebnis entsteht, das aber nie zum Selbstzweck verkommt, da so stets die Geschichte und die Charakterisierung der Figuren vorangetrieben wird. Unterbrochen wird dies nur von einigen ehrlichen Momenten der Zuneigung und Fürsorglichkeit, welche dadurch umso länger nachwirken.

Tcherny (André Benjamin)
Tcherny (André Benjamin) © Pandora Film
Eingefangen werden all diese Momente von wahrlich origineller Kameraarbeit, wobei gerade die Farbsetzung verzaubert. Diese ist im Bildausschnitt immer wieder so angeordnet, dass eine interessante Symmetrie entsteht, die subtil ist und dennoch den Zuschauer in seinen Bann zieht. Ebenso werden einzelne Einstellungen fast ausschließlich um eine einzige (oder manchmal um einige wenige) Farben komponiert, wodurch eine bedrückend schöne Atmosphäre erzeugt wird. Dies führt mit vielen nahen Aufnahmen zu einem zunehmend klaustrophobischen Gefühl beim Zuschauer, das sich über die gesamte Lauflänge aufbaut. Untermalt von einem minimalistischen und isoliert anmutenden Soundtrack verliert man sich bis zum Ende des Films vollkommen in dessen düsterer und kranken Welt.

Bild:
Die herausragende Farbsetzung wurde atmosphärisch auf den Fernseher transportiert. Die Bildqualität ist für eine DVD durchaus detailliert, wodurch ein extrem rundes visuelles Erlebnis entsteht.

Ton:
Der äußerst stimmungsvolle Soundtrack wurde treffend ins Heimkino gebracht. Die Abmischung mit den Dialogen ist einwandfrei, während die deutsche Synchronisation wie gewohnt vollkommen zu überzeugen weiß.

Extras:
Über 20 min Zusatzmaterial in Form von Interviews mit einigen der Schauspieler ist vorhanden, sowie einige Trailer und kurze Informationen zum Filmverleih „Pandora Film“.


Fazit:
Hier entsteht ein anspruchsvoller, sowie erwachsener Film, dessen eine Studie über Menschen in vollkommener Isolation ebenso verstört, wie fasziniert. Unterstrichen von einer oscarwürdigen Inszenierung und dem ebenso mitreißenden Schauspiel von Robert Pattinson, entsteht so einer der besten Filme des Jahres.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Alive / Pandora Film




High Life - Trailer