Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered) - Blu-ray

Blu-ray Start: 16.07.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min

Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Wien, 1948: Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins will in der besetzten Stadt seinen alten Freund Harry Lime besuchen. Aber am Tag seiner Ankunft wird Lime beerdigt. Von einem britischen Offizier erfährt Martins, daß Lime ein skrupelloser Schwarzhändler gewesen sei. Martins glaubt es nicht und stellt eigene Nachforschungen an. Limes Geliebte Anna, die aus dem russischen Sektor geflohen ist, hilft ihm dabei. Seine Suche nach der Wahrheit zieht Martins immer tiefer in einen gefährlichen Teufelskreis aus Betrug, Korruption und Mord. Schließlich führt ihn die Jagd nach dem "dritten Mann" in das unterirdische Kanalisationsnetz der Stadt...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, Englisch (Mono DTS-HD MA)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild) 1080p HD
Bonusmaterial:
„Gefährliches Spiel“ – Graham Greene Dokumentation; Alternativer Anfang für die USA; Audiokommentar von Guy Hamilton, Simon Callow & Angela Allen; „Der dritte Mann“ im Radio; „Der dritte Mann“: Auf den Spuren des Dritten Manns; Die Restaurierung; GUARDIAN-NFT-Interview mit Joseph Cotton und Graham Greene; Interaktive Karte von Wien mit Kurzfilmen mit Brigitte Timmermann; Interview und Zithermusik mit Cornelia Meyer; Booklet; Wendecover

DVD und Blu-ray | Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered)

Blu-ray
Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered) Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered)
Blu-ray Start:
16.07.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
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DVD Start:
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Blu-ray Kritik - Der dritte Mann (Special Edition - Digital Remastered)

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 10/10
Gesamt: | 10/10


Jeder hat sie wohl schon mal gehört, die legendären Zither Klänge von Anton Karas, das einzigartige "The Third Man Theme". Doch obwohl der dazugehörige Film einer der essentiellen Klassiker der Filmgeschichte ist, hat sicherlich längst nicht jeder "Der dritte Mann" gesehen – gerade die jüngeren Generationen. Wer Carol Reeds Meisterwerk bisher verpasst hat, erhält mit dieser fantastischen Neuauflage von Arthaus eine großartige Gelegenheit, einen der prägenden und wichtigsten Vertreter des Film Noir-Genre zu erleben. Reeds virtuose Graham Greene Verfilmung liegt in einer wunderschönen, neu restaurierten 4K-Abtastung vor, die den Film so präsentiert, wie er 1949 wohl auf den Kinoleinwänden ausgesehen hat. Doch nicht nur das, die Edition bietet auch eine überwältigende Sammlung an Bonusmaterial, die eine wahre Fundgrube für Cineasten und Fans des Films darstellt. Wer sich ernsthaft mit Film auseinandersetzt, kommt um diesen Film und diese Edition nicht herum.

Keine Frage: Kino geht kaum ikonischer als "Der dritte Mann". Dem Briten Carol Reed gelang hier ein unbestreitbares Meisterwerk, das aus exakter Planung, kreativen Differenzen hinter den Kulissen, glücklichen Zufällen und geschickter Improvisation entstanden ist. Hier jagt ein ikonischer Moment den nächsten, Bilder und Augenblicke, die sich in das kollektive Filmgedächtnis für immer eingebrannt haben. Die Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation, die Schlüsselszene auf dem Riesenrad, die subtil-kraftvolle Schlussszene auf dem Zentralfriedhof, die Offenbarung von Limes verschmitztem Grinsen im Lichtkegel und natürlich Orson Welles legendärer Kuckucksuhren-Monolog gehören zweifelsohne zu den cineastischen Momenten mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Vor dem Hintergrund des in vier Machtzonen aufgeteilten Nachkriegs-Wien kreiert Reed ein Musterbeispiel für intelligentes Filmemachen und visuelle Erzählkunst zugleich. "Der dritte Mann" ist von unglaublich dichter Atmosphäre durchzogen, die besonders durch den Einsatz von Originalschauplätzen des zu großen Teilen zerstörten Wien profitiert. Es entsteht ein starkes Gefühl von Realismus und Lokalkolorit, auch dank der Wiener Komparsen und Schauspieler. Hinzu kommt natürlich die außergewöhnliche, Oscar-prämierte expressionistische Kameraarbeit von Robert Krasker, die faszinierend mit Licht und Schatten spielt und dabei einen interessanten stilisierten Gegenpol zum Realismus der Wiener Ruinen darstellt. Und dann ist da natürlich diese unverkennbare Zither-Musik, die großen Anteil an der ganz besonderen Stimmung des Films hat.

Noch ein paar kurze Worte zur Handlung: Groschenroman-Autor Holly Martins (Joseph Cotten) reist in das von den Folgen des Zweiten Weltkriegs gebeutelte Wien, um einer Einladung seines alten Freundes Harry Lime (Orson Welles) zu folgen. Doch Martins stellt fest, dass der Schwarzmarkthändler Lime bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist und bereits beerdigt wurde. Doch war Limes Tod wirklich nur ein Unfall oder steckt mehr dahinter? Martins stellt Nachforschungen zum mysteriösem Tod seines alten Kompagnons an, bei denen er auf zwielichtige Gestalten aus Limes Freundes- und Geschäftskreis und auf seine Freundin Anna (Alida Valli) trifft, deren Geschichten einige Ungereimtheiten und dunkle Geheimnisse offenbaren.
"Der dritte Mann" bietet neben der außergewöhnlichen Atmosphäre und der visuellen Ausgefeiltheit eine große thematische Bandbreite und komplex gezeichnete Figuren, die in einen wendungsreichen Plotstrudel geraten. So beleuchtet der Film die menschlichen Folgen des Nachkriegslebens im besetzten und zerstörten Wien, das von Armut, Angst und großer Unsicherheit gezeichnet ist und in einem Verlust der Moral resultiert. So boomt der Schwarzmarkthandel (vor allem der Handel mit Penicillin steht im Vordergrund), den ein Charakter mit einer nihilistischen und rücksichtslosen Ideologie auf besonders charismatische Weise rechtfertigt. Hier wird ein ambivalentes Menschenbild offenbart, das nicht eindeutig zwischen Gut und Böse unterscheidet, den Wert eines Menschenlebens im Angesicht finanzieller Bereicherung hinterfragt. Darüber hinaus ist Reeds Film aber ganz speziell ein Film über Freundschaft und die Schwunghaftigkeit menschlicher Beziehungen, über Verrat und Betrug. Graham Greene und Carol Reed haben hier ein fantastisches Auge für subtile Figurenzeichnung bewiesen, das den Film absolut zeitlos macht.

Kritiker-Legende Roger Ebert sagte über „Der dritte Mann“, dass dieser Film die Romantik des Kinos wie kein anderer verkörpert. Zu weiteren prominenten Bewunderern des Kultfilms gehören auch Größen wie Martin Scorsese (der im Bonusmaterial auch zu Wort kommt), das British Film Institute hat „Der dritte Mann“ 1999 sogar als besten britischen Film aller Zeiten gewählt. Über 60 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat dieser Film nichts von seiner Qualität eingebüßt, nichts von seiner Soghaftigkeit verloren. „Der dritte Mann“ lässt sich in keine Schublade stecken, er ist nur oberflächlich gesehen eine Kriminalgeschichte und bietet auch keine Charaktere, die einfach zugänglich sind. Es gibt keine einfachen Antworten, die Geschichte ist düster und offenbart ein komplexes Weltbild. Der Film hat einfach etwas ganz Besonderes, das ihn nur schwer beschreiben lässt, eine Magie, die ihn ganz einmalig macht.

Bild/Ton
Hier hat man wirklich ganze Arbeit geleistet: In einem minutiösen und enorm detailierten Prozess wurde „Der dritte Mann“ mit größtem Aufwand digital restauriert, sodass eine optimale und originaltreue Repräsentation des Films entstand. Das Bild ist so gut wie es bei einem Film dieses Alters nur geht, die Kontrastwerte sind tadellos, die Detailfülle bemerkenswert. Jegliche Filmfehler wurden entfernt, wobei jedoch ein weiches Filmkorn erhalten wurde. Man kann wohl mit großer Sicherheit sagen, dass „Der dritte Mann“ seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1949 noch nie so gut ausgesehen hat.
Ebenso tadellos ist die Arbeit in der Tonabteilung. Der Film liegt in der deutschen und Originalfassung (unbedingt bevorzugen wegen der Zweisprachigkeit des Films) jeweils in verlustfreiem DTS-HD Mono vor. Von einer Mono-Tonspur kann man im Prinzip nur eine fehlerfreie und klare Präsentation erwarten und die erhält man hier auch. Die Musik ertönt klar und ist sehr präsent, ebenso wie die perfekt verständlichen Stimmeinsätze. Rauschen oder sonstige Fehler liegen nicht vor, weshalb man von einer absolut gelungenen Umsetzung reden muss.

Extras
Die Sonderausstattung der Arthaus Blu-ray ist reichlich und sollte keine Wünsche offen lassen. Es gibt zwar kein exklusiv produziertes Material, dennoch ist hier alles vereint, was auf den vielfältigen internationalen Editionen schon mal veröffentlicht war. Hier die hervorragenden, über fünfstündigen Extras im Überblick:

- Der dritte Mann: Auf den Spuren des dritten Mannes: Das Herzstück der Blu-ray. Eine faszinierende und hintergründige Doku von 2003, die die Entstehungsgeschichte intensiv und detailverliebt beleuchtet und auch an die Originalschauplätze zurückführt. Besonders interessant die Anekdoten vom späteren Bond-Regisseur Guy Hamilton, der bei „Der dritte Mann“ als Regie-Assistent fungierte. So muss ein Making-Of aussehen. (SD, 89:39 Min.)
- Audiokommentar von GuyHamilton, Simon Callow und Angela Allen
- Interview und Zithermusik mit Cornelia Mayer: Kurze Featurette, bei der die Wiener Zither-Spielerin Cornelia Mayer ein wenig die Filmmusik spielt und interessante Fakten zu seiner Entstehungsgeschichte zum Besten gibt. (HD, 04:44 Min.)
- Interaktive Karte von Wien mit Kurzfilmen mit Brigitte Timmermann: Kurze Videos zu den Schauplätzen von "Der dritte Mann", die von der Wiener Historikerin und Fremdenführerin Dr. Brigitte Timmermann besucht und kommentiert werden, mit einigen interessanten Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten:
Mölkerbastei (03:31 Min.), Stephansdom (02:01 Min.), Hoher Markt (02:10 Min.), Maria am Gestade (04:21 Min.), Morzinplatz (03:02 Min.), Prater (03:55 Min.), Am Hof (05:09 Min.), Ruprechtskirche (02:35 Min.), Josefsplatz (03:19 Min.), Sacher Hotel (05:15 Min.), Stadtpark (03:08 Min.), Karlsplatz (03:26 Min.), Third Man Museum (03:21 Min.), Zentralfriedhof (04:28 Min.)
- Der dritte Mann im Radio: Von Orson Welles gesprochene Radioübertragung der Vorgeschichte Harry Limes, die unter dem Titel "The Lives of Harry Lime" im Jahr Jahr 1951 veröffentlicht wurde (30:12 Min., kein Schnelldurchlauf möglich)
- Guardian/NFT Interview mit Joseph Cotten: Audiointerview von 1987 (47:24 Min., kein Schnelldurchlauf möglich)
- Guardian/NFT Interview mit Graham Greene: Audiointerview von 1984 (08:04 Min., kein Schnelldurchlauf möglich)
- Alternativer Anfang der US-Fassung (01:20 Min.)
- Ein Einfluss auf Filmemacher: Martin Scorsese, Ben Wheatley, John Sayles, Hossein Amini, Franc Roddam kommen hier zu Wort. (HD, 16:07 Min.)
- Die Restaurierung von "Der dritte Mann" (HD, 19:38 Min.)
- Gefährliches Spiel - Ein Leben Graham Greenes: Eine packende Doku über den legendären Autor Graham Greene (SD, 56:01 Min.)
- Trailer (01:34 Min.)


Fazit:
Eine grandiose Blu-ray Umsetzung eines essentiellen Meisterwerks mit einer unglaublichen Fülle an hochwertig produziertem Bonusmaterial. Absolutes Pflichtprogramm für Cineasten.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment