The Hole in the Ground

The Hole in the Ground (2019), Irland
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

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The Hole in the Ground Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Sarah versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und zieht mit ihrem achtjährigen Sohn Chris an den Rand einer abgelegenen Kleinstadt. Als Chris nach einem Streit in den Wald läuft, entdeckt Sarah auf der Suche nach ihm ein tiefes Senkloch im Boden. Chris kehrt scheinbar unversehrt zurück, doch schon bald bemerkt Sarah beängstigende Veränderungen in seinem Verhalten. Die verstörende Begegnung mit der verwirrten Nachbarin, die vor Jahren ihr eigenes Kind tötete, verstärkt Sarahs Misstrauen nur noch mehr. Ist der Junge, der in ihrem Haus lebt, wirklich ihr Sohn Chris?

Seána Kerslake, James Quinn Markey und Kati Outinen | mehr Cast & Crew


The Hole in the Ground - Trailer




Filmkritik The Hole in the Ground

Filmwertung: | 7/10


In „The Hole in the Ground“ versucht die kleine Familie, bestehend aus Sarah O’Neil (Seána Kerslake) und ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey), außerhalb eines kleinen Städtchens in der Nähe zum Wald ein neues Leben zu starten. Als sie aber eines Nachmittags eine Begegnung mit einer gestörten Frau machen, bricht das glückliche Zusammensein. Seitdem verfolgen Sarah Misstrauen und Paranoia, da Chris auf einmal Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Sarah kann nicht mehr unterscheiden zwischen Realität und Einbildung unterscheiden und außerdem befindet sie ein riesiges Loch mitten im Wald, welches einige Mysterien verbirgt.

Seána Kerslake in The Hole in the Ground
Seána Kerslake in The Hole in the Ground © Savage Productions
Der Film fängt eigentlich richtig gut an. Allein die erste Einstellung lässt Vieles über den weiteren Verlauf deuten. Es ist ein einfacher Top Shot einer Straße mit einer Drohne aufgenommen, welche sich nach einiger Zeit um 180° überschlagt, danach geht es kopfüber weiter. Nach der Wendung ertönen seltsame Klänge und Schreie. Schwarzblende. Genau so fühlt sich der Film an. Recht zu Beginn des Films bekommen wir die kleine Familie beschreiben. Die Mutter Sarah wollte aufs Land ziehen, da ihr Exmann mehrmals handgreiflich geworden ist. Chris hängt zwar noch sehr an seinem Vater, allerdings versucht Sarah die Erziehung alleine zu übernehmen. Nach einiger Zeit lebt er sich in der neuen Schule ein, findet neue Freunde und die Beziehung zu seiner Mutter wird besser. Eines Tages begegnen sie einer gestörten frau und ab hier wird der Film die ersten Zuschauer verlieren. Diese Begegnung entspricht jedem Horror-Film-Klischee und das ist sehr schade. Bisher gab es ein paar gruselige Stellen, welche aber immer durch die auditive Untermalung entstanden sind. Jetzt setzt man das erste Mal auf einen Jump-Scare und driftet fast schon ins Paranormale ab.

Noreen (Kati Outinen)
Noreen (Kati Outinen) © Savage Productions
Nach einer zweiten Begegnung dieser Art lernt man die Frau und ihren Ehemann besser kennen. Sie hat ihren Sohn damals getötet, da sie der Meinung war, dass er nicht mehr ihr Sohn war. Ab jetzt bricht der Film leider total. Die bisherige Entstehung des Horrors wird komplett ausgelassen und durch stumpfe Tricks des simplen Horror 1x1 ersetzt. Ein bisschen lässt sich dieser Sturz durch die übliche Vorgehensweise des Regisseurs Lee Cronin erklären. Dieser Film ist erst sein zweiter Langfilm und hat vorher nur Horror-Kurzfilme gemacht. Er muss dort auf Jump-Scares setzen, um den Horror und die Spannung möglichst schnell entstehen zu lassen. Des Weiteren versucht er ständig das große Loch im Wald in die Handlung einzubinden und begeht damit den größten Fehler des Films. Um das Phänomen des riesigen kraterähnlichen Lochs wird eine Erklärung der Paranoia von Sarah gesponnen, welche einfach nur lächerlich erzwungen wirkt. Der Film hat nach diesem Erklärungsansatz jegliche Sympathien für den Anfang verloren und schleppt sich mühselig bis zum Ende. Am Ende schafft er es dann doch wieder die anfängliche Stimmung aufzugreifen und mündet in ein an sich stimmiges Ende.

Sarah (Seána Kerslake)
Sarah (Seána Kerslake) © Savage Productions
Ob der Film nun so einen faden Beigeschmack durch den Regisseur bekommen hat, kann keiner sagen. Am Cast liegt es auf jeden Fall nicht. Für James Quinn Markey ist es der zweite Langfilm und er spielt den Jungen wunderbar. Er schafft es alle Emotionen gut darzustellen ohne das es, bei Kinderschauspielern übrig, ins Lächerliche abrutscht. Auch Seána Kerslake spielt ihre Rolle als Mutter grandios. Es ist zwar bei ihr immer ein bisschen schwierig zu erahnen, wie sich gerade genau fühlt, da sie eine eher eingeschränkte Mimik und Gestik hat, aber das ergänzt sich super mit ihrer Rolle. James Cosmo, welche viele sicherlich aus „Game of Thrones“ kennen, spielt den Ehemann, der gestörten Frau und schafft es mit seiner Präsenz nachhaltend die Stimmung zu beeinflussen. Seine Art zu Schauspielern ist fast schon mysteriös gruselig, aber leider ist er im Film nicht oft zu sehen.

Sarah (Seána Kerslake) und Chris (James Quinn Markey)
Sarah (Seána Kerslake) und Chris (James Quinn Markey) © Savage Productions
Der Film strahlt die ganze Zeit eine irische, mysterische Atmosphäre aus. Dies liegt an den Bildern des Kameramanns Tom Comerford, welche durch abgefahrene Kamerafahrten die ganze Zeit einen leichten Touch Unsicherheit mit sich bringt. Auch die Effekte sind lobenswert, da dieses Loch, welches immer eine gewisse Bewegung innehält fantastisch aussieht. Man könnte sich schon fast ein Spin-Off nur über das Loch wünschen. Besonders hervorzuheben ist das aber Sounddesign! Durch die Mischung von Klängen und schreien wird ständig etwas kreiert, welches jegliche Fehler, die der Film hat, übertönt.


Fazit:
Trotz all seinen Fehlern in der Auflösung der Geschichte ist es dennoch ein sehr interessanter Horrorfilm geworden, welcher größtenteils auf Jump-Scares verzichtet und stattdessen auf einen atemberaubenden Look und ein geniales Sounddesign setzt.
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Bilder © Weltkino Filmverleih GmbH