Measure of a Man - Ein fetter Sommer

Measure of a Man (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Kinostar

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Measure of a Man - Ein fetter Sommer Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

„Measure of a Man - Ein fetter Sommer“ zeigt das Erwachsenwerden und die innere Wandlung vom Außenseiter Bobby. Obwohl Bobby unterschiedlichen Formen von Mobbing ausgesetzt ist, versucht er, sein Bedürfnis nach Stärke und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Willie, ein junger Veteran, bedrängt mit seiner Townie-Bande die Sommerurlauber, da er sie als Störenfriede ansieht. Besonders hat es Willie auf Bobby und dessen beste Freundin Joanie abgesehen.
Bobby ist vielen Veränderungen ausgesetzt, die sich auf seine Beziehung zu seiner Familie und seinen Freunden auswirken. Dr. Kahn ist für Bobby eine Art Ersatzvater, der ihn durch die schwierigen Zeiten begleitet. Mithilfe der Anweisungen von Dr. Kahn entwickelt sich Bobby schließlich zu einem ausgeglichenen jungen Mann. Unerwartet wird Bobby zugleich zu einem Vertrauten für Dr. Kahn und hilft ihm wiederum die Verluste der Vergangenheit zu meistern.


Blake Cooper, Danielle Rose Russell und Donald Sutherland | mehr Cast & Crew


Measure of a Man - Ein fetter Sommer - Trailer




Filmkritik Measure of a Man - Ein fetter Sommer

Filmwertung: | 7/10


„Measure of a Man – Ein fetter Sommer“ ist 100 Minuten lang und startet in den deutschen Kinos am 13. Juni 2019. Es ist der zweite Spielfilm von Regisseur Jim Loach, der bereits seit 2015 an diesem Film gearbeitet hat. Mit Donald Sutherland beginnt und endet auch schon die Starpower. Es geht um den übergewichtigen Jungen Bobby Marks, der in Mitten der 1970er Jahre mit seiner Familie jeden Sommer in ein Haus an einen See zieht. Der von Selbstzweifeln geplagte Jugendliche hasst diese Zeit des Jahres am meisten, weil alle anderen baden gehen und Spaß haben, während er sich nicht traut sein T-Shirt auszuziehen. Hinzu kommt, dass er von den Einheimischen gemobbt wird und die Beziehung seiner Eltern auch schon einmal besser war. Der einzige Lichtblick ist seine beste Freundin Joanie Williams, welche aber auch am Anfang des Sommers wieder zurück in die Stadt verschwindet. Es beginnt ein Sommer, der für ihn prägend sein wird…

Blake Cooper in Measure of a Man
Blake Cooper in Measure of a Man © Kinostar Filmverleih GmbH
Leider beschränkt sich der Film auf die bekannten Klischees, was – vor allem in der heutigen Zeit – die Fremdscham hochleben lässt. Der Zuschauer darf in der ersten Stunde dem dicken, schüchternen Jungen dabei zusehen, wie er eine Süßigkeit nach der anderen in sich stopft. Die wunderschöne beste Freundin wird als hässlich beschrieben, nur weil sie eine etwas zu große Nase besitzt. Auch der mobbende Rüpel kennt natürlich, wie sollte es anders sein, den Polizisten der Stadt und ist überall als Saubermann bekannt. Da ist es wenig verwunderlich, wenn sich dieser selbst als eine Person entpuppt, die eigentlich ihre eigenen Probleme hat und deswegen den „Fetten“ ärgert. Interessanterweise ändern sich diese Stereotypen beim Vater. Dieser ist zwar zu Beginn der typische strenge, mit seinem dicken Kind unzufriedene Chef des Hauses, macht dann aber eine Veränderung durch.

Donald Sutherland in Measure of a Man
Donald Sutherland in Measure of a Man © Kinostar Filmverleih GmbH
Donald Sutherland spielt den etwas ruppigen, aber im Kern doch liebevollen Mentor von Bobby. Er stellt ihn an, um seinen Garten zu pflegen, statt den vielen besseren Anwerbern. Leider folgen Standardsätze, wie „Du darfst aber niemals ins Haus, niemals!“. Kurz dachte ich, dieser Streifen läuft doch noch auf einen Horrorfilm hinaus, aber der Satz stellt sich als komplett irrelevant heraus. Auch die Tatsache, dass Sutherlands Figur ein Jude und ehemaliger Gefangener eines Konzentrationslagers ist, spielt absolut keine Rolle und wird nur kurz angedeutet.

Danielle Rose Russell in Measure of a Man
Danielle Rose Russell in Measure of a Man © Kinostar Filmverleih GmbH
Nach den vielen negativen Punkten gibt es aber auch einen großen, hellen Streif am Horizont: Der Film ist bewegend. Trotz der so platten Geschichte, fühlt man (vor allem, wenn man selbst etwas dicker ist) mit dem 14-Jährigen mit. Man kann teilweise seine Unsicherheiten verstehen und erfreut sich dafür umso mehr, wenn er es schafft über seinen Schatten zu springen. Als der Protagonist den ganzen Tag gearbeitet hat und plötzlich angefangen hat Äpfel zu essen und das Abendessen zu verschlafen, bin ich fest davon ausgegangen, dass er am Ende als ein halbwegs dünner Junge seinen Sommer beendet. Gott seid dank, ist dies nicht der Fall gewesen, denn es geht nicht darum dünner zu werden. Es geht darum sich in seinem eigenen Körper und als man selbst zu gefallen.


Fazit:
Alles in allem ist „Measure of a Man – Ein fetter Sommer“, der nebenbei bemerkt eine der idiotischsten deutschen Untertitel hat, ein stark stereotypierter Coming-of-Age-Film, welcher einiges an Potential auf der Strecke lässt. Dennoch schafft er es den Zuschauer über die gesamte Laufzeit zu unterhalten und einige Pointen gut zu platzieren. Vor allem die Verbindung zwischen dicklichen Jungen und alten Mentor überzeugt und verhilft dem Film zu etwas Ruhm. Kein Film, den man sich zehnmal anschauen kann, aber man bereut es nicht ihn gesehen zu haben.
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Bilder © Kinostar