Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Captain Fantastic (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama / Abenteuer / Familie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der hochgebildete Ben (Viggo Mortensen) lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie dramatischer Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen...

Viggo Mortensen, Steve Zahn und Frank Langella | mehr Cast & Crew


Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück - Trailer




DVD und Blu-ray | Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Blu-ray
Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
Blu-ray Start:
27.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
DVD Start:
27.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

Filmkritik Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Filmwertung: | 9/10


Tief in den Wäldern der pazifischen Westküste lebt Ben (Viggo Mortensen, Herr der Ringe) mit seinen Kindern. Er hat vor Jahren seiner Familie ein Grundstück gekauft, wo sie fernab der Zivilisation leben. Nur dann, wenn Ben in die Kleinstadt fährt, um selbstgefertigte Haushaltsgegenstände an einen Händler zu geben, der sie für ihn verkauft, hat die Familie Kontakt zur Außenwelt. Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück SzenenbildTagsüber lehrt Ben seinen Kindern das Jagen, Anbauen und Überleben in der Wildnis, während sie abends am Lagerfeuer philosophische und naturwissenschaftliche Bücher lesen oder musizieren. Seine Kinder sind zufrieden mit dem Leben, doch ihnen fehlt eines zum Glück: ihre Mutter. Diese ist in einem Krankenhaus in der Wüste Kaliforniens wegen ihrer bipolaren Störung in Behandlung. Beim nächsten Ausflug in die Kleinstadt erfährt Ben, dass seine Schwester angerufen hat. Durch ein weiteres Telefonat mit ihr erfährt er, dass sich seine Frau umgebracht hat. Ein Schock für ihn und seine Kinder, als er ihnen davon erzählt. In dem letzten Willen seiner Frau steht, dass sie verbrannt werden will. Doch ihr erzkatholischer Vater (Frank Langella, Robot & Frank) erlaubt noch nicht einmal die Anwesenheit von Bens Familie bei der Beerdigung. Der Vater gibt ihm die Schuld am frühen Tod seiner Tochter. Nach kurzem Überlegen entschließt sich Ben, zusammen mit seinen Kindern die Reise nach Kalifornien anzutreten, um den letzten Wunsch seiner geliebten Frau zu erfüllen – koste es, was es wolle … Oder?

Captain Fantastic ist eine Tragikomödie, die traurig berührt und trotzdem den Spagat schafft, zugleich lebensbejahend zu sein. Einer von vielen Spannungsbögen in der Geschichte ist die Art, wie Ben seine Kinder erzieht. Diese Art ist wohl extremer als bei den meisten Eltern und wirft Fragen auf, ab welchem Punkt das Kindeswohl gefährdet ist. Gleichzeitig stellt diese Art zu leben den Zuschauer vor die Frage, ob es wirklich das Beste ist, dass Kinder z.Bsp. rund um die Uhr mit einer digitalen Welt vernetzt sind. Weitere Spannungsbögen stellen den Zuschauer immer wieder vor die Frage, ob er in derselben Situation ähnlich oder doch ganz anders handeln würde. Das ist es auch, das Regisseur Matt Ross besonders wichtig war zu transportieren. Verschiedene unterschiedliche Lebensarten treffen in diesem Film aufeinander, und für den Protagonisten im Film sowie den Zuschauer im Kino ist nicht immer klar, welche Entscheidung die beste ist – bzw. ob die Entscheidungen, die Eltern treffen, überhaupt von Kindern so gewollt sind. Der Film läuft ab 18. August 2016 in den Kinos und erhielt bei seiner Uraufführung auf dem Sundance Filmfestival sehr gute Kritiken. Matt Ross wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Regiepreis in der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet, die sich vornehmlich Independentfilmen widmet. Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück SzenenbildBei amerikanischen Independentfilmen ist es meist so, dass sie mit ihrer Erzählweise mehr Tiefgang erhalten und auf geistigem bzw. intellektuellem Niveau einiges zu bieten haben. Der Hollywood Blockbuster kommt hier selten heran, obwohl er natürlich mehr Schauwerte zu bieten hat. Dies charakterisiert auch Captain Fantastic. Es ist ein anspruchsvoller Film, der jedoch in einigen Passagen zu langatmig wirkt. Die Kameraarbeit von Stephane Fontaine ist sehr gut, genauso wie das Kostümbild und die Ausstattung. Alles wirkt authentisch und nicht aufgesetzt. Auch die Schauspieler bieten eine sehr gute Leistung. Zu guter Letzt muss man auch die Aufnahmeleitung dieses Films anerkennen, die mit Kindern von 5 bis 18 Jahren, Dreharbeiten auf einer Strecke von über 2000 Kilometern, in feuchtkalten Wäldern und trockenen Wüsten bewältigt hat. Nur die englische Originalversion lag vor, hier war der Ton wunderbar, die deutsche Synchronisierung fließt nicht mit in die Kritik ein.


Fazit:
Feelgood-Movie, der Tränen in die Augen vor Trauer und Glück treiben kann, aber auch dazu einlädt, das eigene Leben und die eigenen Ideen genauer zu betrachten.
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Bilder © Universum Film