Captain America: The First Avenger

Captain America: The First Avenger (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

-> Trailer anschauen

Captain America: The First Avenger Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

In ganz Europa tobt der Zweite Weltkrieg und richtet unendliche Verwüstung an. Der junge Steven Rogers (Chris Evans) ist fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen, doch seine Körperkraft reicht für den gefährlichen Kriegseinsatz nicht aus. Unbeirrt stellt er sich nach seiner Ausmusterung für eine mysteriöse Versuchsreihe zur Verfügung: Das „Super-Soldier“-Programm macht aus dem unscheinbaren Mann eine unschlagbare menschliche Waffe – Captain America ist geboren! Kaum ist der neue Kriegsheld auf dem umkämpften Kontinent angekommen, steht ihm die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor: Der Kampf gegen Nazi-Agent Red Skull (Hugo Weaving), der als absolut unbesiegbar gilt. Um ihn zu stoppen, muss Captain America sich selbst opfern...

Chris Evans, Hugo Weaving und Samuel L. Jackson | mehr Cast & Crew


Captain America: The First Avenger - Trailer


Captain America | Trailer | Captain America: The First Avenger


DVD und Blu-ray | Captain America: The First Avenger

Blu-ray
Captain America Captain America
Blu-ray Start:
19.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.
Captain America (3D Blu-ray) (Limited Edition) Captain America (3D Blu-ray) (Limited Edition)
Blu-ray Start:
19.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.
Captain America: The First Avenger (4K Ultra HD) Captain America: The First Avenger (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
18.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Captain America Captain America
DVD Start:
19.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

Filmkritik Captain America: The First Avenger

Filmwertung: | 5/10


Als Nichtkenner der Comics, mag einen der Untertitel zu Marvels neuen Superheldenfilm erst einmal in die Irre führen. „The First Avenger“ ist ja eigentlich das letzte Mitglied der gleichnamigen Superhelden-Truppe, der nach Iron Man, Hulk und Thor nun seinen eigenen Streifen bekommt, um dann im nächsten Jahr gemeinsam mit seinen Kumpanen aus dem Marveluniversum weitere Abenteuer auf der großen Leinwand zu erleben. Der Erste ist Captain America in dem Sinne, dass seine Origin-Story, um die es sich hier dreht, im Jahre 1941, also Mitten im zweiten Weltkrieg, ansetzt. Nach „X-Men: Die Erste Entscheidung“ der nächste Superheldenfilm in diesem Jahr, der im Period-Picture Design daher kommt.

Steve Rogers (Chris Evans) ist ein aufrichtiger und mutiger junger Mann und liebt dazu nichts mehr als sein Vaterland, die USA. Eigentlich ein optimaler Kandidat für die amerikanische Armee, die zu Beginn der 40er Jahre händeringend nach Freiwilligen sucht. Dass Rogers jedoch auch bei seiner fünften Musterung als untauglich befunden wird, hat er seinem schwächlichen, von Asthma und andern Allergien geplagten Körper zu verdanken. Wie es der Zufall so will, wird der Wissenschaftler Dr. Abraham Erskine (Stanley Tucci) auf den jungen Patrioten aufmerksam und wählt ihn auf Grund seiner moralischen Eigenschaften als Test-Person für eine Art Supersoldaten-Programm aus. Hier wird dem neuen amerikanischen Helden zusätzlich zur bereits passenden Einstellung auch der entsprechende Körper inklusive ordentlicher Muskelmasse verpasst. Das Experiment ist erfolgreich, doch bevor Rogers sein Können an der Front beweisen kann, wird er erst einmal vom Staat als neue Werbeikone Captain America eingespannt. So entsteht ein Alter-Ego, welches er schließlich auch im Einsatz gegen Erskines ehemaliges Protégé Johan Schmidt aka Red Skull (Hugo Weaving) annimmt. Der ehemaligen SS-Offizier hat sich von Hitler abgewandt und versucht mit Hilfe göttlicher Artefakte und seiner eigens gegründeten Organisation „Hydra“ die Weltherrschaft für sich zu beanspruchen.

Deutschland war nie ein großes Comic-Land und auch mir sind die wenigsten Geschichten aus dem Marveluniversum bekannt, so dass „Captain America“ an dieser Stelle nur an dem gemessen werden kann, was auf der Leinwand zu sehen war. Leider ist „Captain America“ als potenzieller Sommerblockbuster eher eine Enttäuschung. Die 40er Jahre Atmosphäre des Films hat durchaus ihren Charme und gerade das erste Drittel, welches Evans als digital zusammengeschrumpften Hämpfling zeigt, hat ihre unterhaltenden Momente. Umso länger der Film andauert, umso mehr wirkt das klassisch gehaltene 2.Weltkriegs-Szenario doch etwas altbacken. Für das Land, dass man liebt in den Krieg zu ziehen ist toll und umso besser wenn es gegen einen verrückten Nazi mit rotem Totenkopfschädel geht, so suggeriert es der Film. Zugegeben, es handelt sich um eine Verfilmung eines Comics, der amerikanische Soldaten zu einem Eintritt in die Armee motivieren sollte. Aber hier wäre besonders im Bezug auf die Story-Line rund um Rogers besten Freund James Barnes, der in Kriegsgefangenschaft gerät und danach vom Alltag des Kriegs desillusioniert wirkt, ein etwas ambivalenterer Blick wünschenswert gewesen. Stattdessen reißt das Drehbuch, wie an zahlreichen Stellen, Dinge nur an, um sie dann im Sand verlaufen zu lassen. Und hier liegt die größte Schwäche des Films. Weder die Beziehung zwischen Rogers und seinem Freund Barnes, noch die zwischen ihm und Love-Interest Peggy Carter (Haley Atwell) oder Antagonist Red Skull sind tiefergehend ausgearbeitet und hinterlassen somit kaum emotionalen Eindruck. Wieder einmal schafft es eine 140 Millionen Dollar Produktion zwar ansehnliche Action-Sequenzen (mit manchmal etwas viel Greenscreen) zu kreieren, für fesselndes Story-Telling scheint das Budget leider nicht gereicht zu haben.

Auch im Bezug auf Rogers Verwandlung zu Captain America bleiben einige Grundlegende fragen offen. Zwar spielt Evans den Schild und Sternenbanner tragenden Superhelden solide, welche Kräfte ihm nun jedoch genau zur Verfügung stehen, wird nach seiner Metamorphose nicht mehr erwähnt. Man sieht ihn schnell laufen, fest schlagen und höher springen... Eigenschaften, die es ihm nicht unbedingt automatisch ermöglichen eigenhändig ganze Stützpunkte einzunehmen, möchte man meinen. Für eine Origins-Story lassen uns die Drehbuchschreiber leider nicht tief genug in die Psyche unseres amerikanischen Helden eintauchen. Ein Problem, welches sich in hunderten Comicbändern sicherlich besser lösen lässt, als in einem 2-stündigen Film.

Schauspielerisch bietet Evans wie erwähnt eine solide Performance, ein wenig mehr comichaftes Overacting hätte seiner Figur aber vielleicht durchaus gut getan, um den Film auf eine klare Linie zu bringen. Denn den meisten Spaß hat man als Zuschauer mit den gut aufgelegten Nebendarstellern Stanley Tucci, Hugo Weaving und Tommy Lee Jones als Colonel Phillips, die die ganze Sache passenderweise weniger ernst zu nehmen scheinen. Jones zerknautschtes Geschicht und trockene Art machen seine Figur zu einer der wenigen, bei dem die zahlreichen, ansonsten sehr vorhersehbaren, One-Liner zünden wollen. Und allein Weavings deutscher Akkzent, mit dem er sich offenbar an einer Mischung aus Arnold Schwarzenegger und Werner Herzog probiert zu haben scheint, sorgt zumindest für den ein oder anderen Lacher. Ansonsten herrschte im Kinosaal aber erstaunlich oft Ruhe, zu oft für einen Film, der nicht selten versucht Szenen komödiantisch aufzulösen.

So teilt Captain America das Schicksal so vieler Sommerblockbuster des aktuellen Kinojahres und kann sich nur durch totale Mittelmäßigkeit auszeichnen. Möglicherweise ein Fest für Fans, hat Marvels neuer Superheldenepos für die restlichen Kinozuschauer lediglich Einheitsbrei zu bieten. Bleibt zu hoffen, dass die Avengers im nächsten Jahr als Team zu besserer Form finden.

by

Bilder © Paramount Pictures Germany