Masks - DVD

DVD Start: 25.10.2012
FSK: ab 18 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

Stella, die lange vergeblich versucht hat, sich erfolgreich bei einer Schauspielschule zu bewerben, wird überraschend an der „Matteusz Gdula“-Privatschule angenommen. Stella ist ehrgeizig, aber nicht sehr talentiert, was sie schnell zur Zielscheibe des Gespötts der anderen Schauspielschüler macht. Nur in der schüchternen Cecile, die in der Schule zu leben scheint, fi ndet sie eine neue Freundin. Von ihr erfährt sie von Gdula, dem geheimnisvollen Gründer der Schule, der eine fragwürdige Schauspielmethode entwickelt hat. In den 70er Jahren kamen in seiner Theatergruppe mehrere Schüler ums Leben. Gdula brachte sich um, seine Methode wurde verboten. Als eine Schülerin spurlos verschwindet, vermehrt merkwürdige Geräusche aus dem geschlossenen, baufälligen Flügel der Schule dringen und die Lehrerschaft ihren Fragen zu Gdula und seiner Methode ausweicht, ahnt Stella, dass jemand Gdulas Lehre noch praktiziert. Sie hat daraufhin nur noch ein Ziel: An der Methode teilzunehmen. Selbst, wenn es sie das Leben kosten sollte…

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Behind-the-scenes-Featurette, Audiokommentare entfallene Szenen, Trailer und Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Masks

DVD
Masks Masks
DVD Start:
25.10.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Masks Masks
Blu-ray Start:
25.10.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 108 min.

DVD Kritik - Masks

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


„Dedicated to Mario Bava, Dario Argento and Sergio Martino“: Die explizite Huldigung der Großmeister des Giallo im Abspann liegt nahe – und ist absolut angemessen. Denn das Regie-Trio infernale hätte an Andreas Marschalls zweitem Film „Masks“ sicher wenig zu meckern gehabt. Bemerkenswert stilsicher und psychologisch stimmig entwirft der ehemalige Comiczeichner seinen selbst verfassten Suspense-Plot. Gleichzeitig Hommage an das vor allem in den 1970er Jahren florierende Subgenre des italienischen Thrillers wie blutig-elegante Frischzellenkur fürs deutsche Horrorkino, ist „Masks“ zudem beeindruckendes Beispiel dafür, was in der Bundesrepublik auch ohne Filmförderung abseits der Til-Schweiger-Baukasten-Romanzen möglich ist. Allein der Vorspann im plakativ-aggressiven Retro-Stil erinnert famos an Edgar-Wallace-Verfilmungen und Italowestern und schürt Grusel-Erwartungen, die das Werk in nahezu jeder Sekunde erfüllt.

Stella (steigert sich enorm: Susen Ermich) kommt auf der Karriereleiter einfach nicht voran und steigt nach dem Vorsprechen meist ohne Zusage von der Bühne. Auch wenn ihr Freund Florian sie für die „beste Schauspielerin der Welt“ hält, sieht die Fachwelt das offenbar anders. Zu aufgesetzt, zu blond? Jedenfalls erfolglos. Umso dankbarer ist Stella daher, als sie den Tipp bekommt, sich an der Schauspielschule eines gewissen Mateusz Gdula vorzustellen. Dort besteht sie das Casting – ohne zu ahnen, welch hohen Preis sie dafür zahlen wird.

Gemeinsam mit seiner Protagonistin lässt Regisseur Andreas Marschall (debütierte 2004 mit dem Episodenfilm „Tears of Kali“) den Zuschauer eintauchen in das Innenleben der Schule, an der einiges faul zu sein scheint. Missgunst, Neid und Konkurrenzdruck unter den Eleven dürften an solchen Einrichtungen normal sein (siehe unter anderem „Black Swan“). Aber fliehende Schülerinnen, verschrobene Lehrkörper und geheimnisvolle Türen sind dann vielleicht doch eher Vorboten des Grauens, die „Masks“ sehr geschickt zu steigern weiß – vor allem dann, wenn Stella von der „Methode“ erfährt, einer von Gründervater Mateusz Gdula in den 70ern entwickelten Lehrpraxis. Ziel: Durch echten Schmerz wahre Emotionen freizulegen, zu glänzen und im Extremen den perfekten Schauspieler zu kreieren. Lee Strasberg für Fortgeschrittene sozusagen. Offensichtlich wird diese „orgastische Potenz“ im stillgelegten Teil der Schule noch praktiziert. Und da Stella nun mal ganz nach oben will, kommt sie im Einzelunterricht vielleicht weiter. Auf den Brettern, die den Tod bedeuten?

Wie der Film Stella langsam in einen psychedelischen Albtraum abdriften lässt, ist perfide und absolut packend inszeniert. Die zunehmende Vermischung von Realität, Kunst und Erinnerungen wird bis zum frappierenden Schocker-Showdown vorangetrieben, bei dem sich jede Szene und nahezu jedes Detail als Mosaik einer grotesken Aufführung offenbart. Aber die Macher von „Masks“ greifen auch die Genre-Codes auf wie den maskierten Brutalo-Killer (hier mit einer Stichwaffe unterwegs); wenigen, dafür aber umso heftigeren Slasher-Sequenzen; eine marinierte Kameraführung und theatralische Sets. Dazu kommt ein unverbrauchter Cast, der fast keine Ausfälle verzeichnet und vor allem in den tragenden Frauenrollen überzeugt.

Aus den Zugaben der DVD (Behind-the-scenes-Featurette, entfallene Szenen, Trailer und Bildergalerie) ragt der Audiokommentar mit Regisseur Marschall, Kameramann Sven Jakob und Produzent Heiner Thimm heraus. Denn hier geben die Macher interessante Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer Low-Budget-Produktion, realisiert ohne Fördermittel. Sie erzählen von den Dreharbeiten in der Reduta-Schauspielschule in Berlin und welche logistischen Verrenkungen zum Teil nötig waren, um ihr Herzensprojekt auf die Beine zu stellen.
Optisch gelingt den „Maskenmännern“ problemlos der Sprung in die 70er Jahre (wenn nur die Handys nicht wären), was die besondere Atmosphäre unterstreicht, die zuweilen kunstvoll zwischen barock-pompös und unheilvoll-düster changiert. Und auch die Tonspur trägt mitunter ihren Teil dazu bei (siehe Ableben des Reporters).

„Masks“ ist ein Thriller in bester Giallo-Manier, bei dem die krassen Gewaltszenen nicht zum reinen Selbstzweck verkommen, sondern in die narrative Struktur einer Entwicklungsgeschichte eingebettet sind.


by Florian Ferber
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment