Hass - DVD

DVD Start: 07.01.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 94 min

Hass DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

7,99 € jetzt kaufen
7,49 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

In den tristen Sozialbausiedlungen der Pariser Vororte brechen Unruhen aus, nachdem ein 16-jähriger Araber von der Polizei fast zu Tode geprügelt wurde. Nach einer Nacht voller Gewalt zwischen Jugendlichen und der Polizei herrscht Ausnahmezustand. Getrieben von Hass gegen das System stehen die Freunde Hubert, Said und Vinz an vorderster Front, an einem Tag, der ihr Leben verändern wird.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Arthaus
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1, DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Audiokommentar
Trailer
Wendecover


DVD und Blu-ray | Hass

DVD
Hass Hass
DVD Start:
07.01.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik
Hass - La Haine - Steelbook Hass - La Haine - Steelbook
DVD Start:
19.01.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

DVD Kritik - Hass

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Mit seiner zweiten Regiearbeit HASS konnte der noch junge Mathieu Kassovitz (GOTHIKA, MÖRDER) sich schlagartig international etablieren. Die seriöse Kritik feierte den Film gleichmäßig ab, beim Festival in Cannes gab es eine Nominierung für die begehrte Goldene Palme und Kassovitz selbst wurde als bester Regisseur ausgezeichnet. In ganz Europa wurde das explosive Sozialdrama zum Kultfilm und machte neben Regisseur Kassovitz auch Hauptdarsteller Vincent Cassel (IRREVERSIBEL) zum Weltstar. Auch knapp fünfzehn Jahre nach seiner Entstehung hat dieses rohe, aggressive und unberechenbare Meisterwerk nichts an Intensität eingebüßt – auch die unverändert kritische Situation in Frankreich sorgt dafür, das thematisch kein Staub auf dem Film liegt. Mit einem ans dokumentarische grenzenden Realismusanspruch schildert HASS auf drastische Weise die schwierige Situation perspektivloser Jugendlicher aus einem Pariser Vorort. Dabei nimmt er direkten Bezug auf reale Ereignisse, die sich während der Unruhen um polizeiliche Gewalt zugetragen haben. Natürlich entwickelt der Film schnell einen eigenen, unverwechselbaren Charakter, doch steht er inszenatorisch in der Tradition des rauen New Yorker Independent-Kinos, wie es Filmemacher wie der junge Martin Scorsese, Abel Ferrara oder auch Spike Lee geprägt haben.

Anhand dreier desillusionierter Jugendlicher zeigt HASS die schwelende Stimmung einer Nation in der Krise – als die Polizeigewalt in der Folterung eines guten Freundes gipfelt, bricht der mühsam unterdrückte Hass aus den jungen Männern hervor. Und bewirkt eine Verkettung tragischer Ereignisse, ohne erzwungene Zuspitzungen oder leichtfertig verteilte Sympathien. Kassovitz macht keinen Hehl daraus, das sein Film auf der Seite der Unterdrückten und nieder Geprügelten steht und dem geschehenen Unrecht ins Auge zu blicken. Dennoch macht es sich das intelligente und vielschichtige Drehbuch sicher nicht einfach, Lösungsvorschläge zu bereiten oder anmaßende moralische Lehren zu ziehen. Strukturiert ist die Erzählung penibel genau nach der immer wieder eingeblendeten Uhrzeit – alles spielt sich innerhalb eines überschaubar kurzen Zeitraums ab. Ein dramaturgischer Kniff, der fast ein Gefühl von Echtzeit erzeugt, auch wenn selbstverständlich jede Sequenz hoch artifiziell gestrickt ist. Mit dem zwischen Fiktion und Dokumentation oszillierenden Kino eines Ulrich Seidl (HUNDSTAGE) hat HASS also nur wenig gemein. Nachhaltig beeindruckt nicht nur der aufregende Montage-Rhythmus sondern auch die Tiefe der gezeichneten Charaktere – schade, das sich Kassovitz nur noch in MÖRDER (1997) in einer solch außerordentlichen Form präsentieren konnte. Anschließend verlief seine Karriere, wie es schon unzählige Independent-Filmemacher vorgemacht haben: Mit steigenden Budgets und großen Stars geht ein rapider Qualitätsverlust einher, an dessen traurigen Ende bisher das uninspirierte Vin-Diesel-Vehikel BABYLON A.D. Steht. Das nächste Projekt des einstigen Ausnahmetalents wird wieder komplett in Frankreich entstehen und hoffentlich an alte Qualitäten anknüpfen.

Die DVD, mittlerweile die vierte deutsche Auflage des Films, verzichtet diverse Extras die auf der Special Edition bzw. der Bulletproof Collection zu finden waren. Doch auch ohne Dokumentationen und kleinere Gimmicks kann diese Veröffentlichung überzeugen, beinhaltet sie doch den wichtigsten Teil des Bonusmaterials: den empfehlenswerten Audiokommentar von Mathieu Kassovitz, den dieser anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Films eingesprochen hat und der glücklicherweise untertitelt wurde. Kassovitz erinnert sich an die strikt durchgeplanten Dreharbeiten, an Finanzierungsprobleme, an das Casting und die Arbeit mit den Schauspielern – mit berechtigtem Stolz blickt er auf seinen bis heute deutlich besten Film zurück. Wohlgemerkt, ohne sich währenddessen in Selbstbeweihräucherung zu ergehen. Auch technisch gibt es keinen Grund zur Beschwerde: Die schwarzweißen Bilder wurden optimal abgetastet und überzeugen mit einer klaren Schärfe sowie stimmigen Kontrasten, auch dunkle Szenen werden nie unübersichtlich, keine Details verschwinden. Der rauschfreie Ton klingt sowohl in der deutschen Synchronisation als auch im französischen Original sauber, räumlich und gerade in den hektischeren Sequenzen sehr dynamisch. Für einen günstigeren Preis bietet diese Neuauflage den Film (den man unbedingt in einer gut sortierten Sammlung stehen haben sollte) in einer abgespeckten Ausstattung, an der wohl nur Fans die alten Extras vermissen würden – wenn sie nicht eine ältere Auflage bereits im Regal haben.

by Marco Siedelmann
Bilder © Arthaus