Wind River - Blu-ray

Blu-ray Start: 08.06.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min

Wind River Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

In der schroffen Wildnis des Indianer-Reservats „Wind River“ findet US Wildlife Agent Cory Lambert (Jeremy Renner) den vergewaltigten Körper eines jungen Mädchens. Der Mord erinnert ihn an den gewaltsamen Tod seiner eigenen Tochter. Zur Untersuchung des Falls schickt das FBI die frisch aus der Ausbildung kommende Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen). Doch die ist nur ungenügend auf die rauen Wetterbedingungen und die Isolation durch den vorherrschenden Winter vorbereitet und engagiert Lambert als Fährtensucher und Führer, um ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Gemeinsam dringen sie tief in eine Gegend, die stark von latenter Gewalt und den Elementen geprägt ist. Während Jane gezwungen ist, sich von ihrer Ausbildung zu lösen und mehr auf Ihre Instinkte zu vertrauen, wird Cory mit lange verdrängten Emotionen konfrontiert, als sich ihm die Möglichkeit bietet, nicht nur diesen Mord, sondern auch das Verschwinden seiner Tochter aufzuklären. WIND RIVER ist ein karger Blick auf ein Leben am Rande einer imposanten Wildnis, in der die Macht des Gesetzes vor dem Gesetz der Natur kapituliert. Drehbuchautor Taylor Sheridan, gefeiert für seine Skripts zu SICARIO und HELL OR HIGH WATER, beschließt mit WIND RIVER nicht nur seine Drehbuch-Trilogie über die amerikanische Grenze, sondern liefert gleichzeitig sein beeindruckendes Debüt als Regisseur ab, das wie seine vorigen Arbeiten höchsten Wert auf authentische Charaktere und präzise Dialoge legt und von einem exzellenten Cast – darunter viele amerikanische Ureinwohner – getragen wird.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Wild Bunch
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Featurettes

DVD und Blu-ray | Wind River

Blu-ray
Wind River Wind River
Blu-ray Start:
08.06.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Wind River Wind River
DVD Start:
08.06.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.

Blu-ray Kritik - Wind River

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Taylor Sheridan mag den meisten Filmfans kein allzu bekannter Name sein. Man sollte ihn sich jedoch für die Zukunft definitiv spätestens jetzt merken. Denn in den letzten drei Jahren schrieb er die Drehbücher zu grandiosen Filmen wie Sicario, Hell or High Water und nun auch zu Wind River. Beim letzteren und zugleich Besten von diesen drei Filmen führte er auch Regie. Denn mit Wind River erschuf er einen unangenehmen, höchst dramatischen und sehr spannenden Krimi, der unter die Haut geht und einen nicht kalt lässt. Hinzu kommen zwei starke Hauptdarsteller, welche beide die Handlung gekonnt auf die Schulter tragen und den Zuschauer auf einer emotionalen Ebene erreichen. Ein Film der Extraklasse, welcher seit letzter Woche als Blu-ray und DVD erhältlich ist.

Wind River: Lambert (Jeremy Renner)
Wind River: Cory Lambert (Jeremy Renner) © Wild Bunch Germany
Cory Lambert (Jeremy Renner) ist ein Jäger im sehr kalten und verschneiten Wind-River-Reservat im Bundesstaat Wyoming. Eines Tages auf der Suche nach einer neuen Beute entdeckt er die Leiche eines jungen Mädchens, welches er kannte und welche offenbar Opfer sexueller Gewalt wurde. Die Spuren weisen darauf hin, dass sie vergewaltigt wurde und mehrere Meilen barfuß durch den Schnee rannte. Wer dahinter steckt ist die große Frage des Films, welche Cory Lambert nachgehen will. Unterstützung erhält er dabei von der jungen und etwas unerfahrenen FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olson) und dem für das Gebiet verantwortlichen Police Chief Ben. Das Opfer und der Chief sowie die Bewohner des Indianer-Reservats sind amerikanische Ureinwohner. Dies hat Sheridan in seinem Drehbuch ganz bewusst eingebaut, denn die politische Note des Films ist unverkennbar. So setzt er sich kritisch mit der Behandlung der Ureinwohner durch die USA auseinander, indem er beispielsweise aufzeigt wie karg und bitter die Gegend ist, wie wenig Polizisten für ein riesiges Gebiet verantwortlich sind und es auch kein Vermisstenverzeichnis für amerikanische Ureinwohnerinnen existiert. Vielleicht wäre es noch mutiger gewesen die Hauptdarsteller ebenfalls mit amerikanischen Ureinwohner zu besetzen und nicht mit weißen Darstellern. Andererseits würde hier die Frage wiederum aufkommen, ob der Film dann auch so funktioniert hätte, wie er es jetzt tut. Denn die Tatsache, dass Jeremy Renner als Weißer hier im Mittelpunkt steht, bringt eine gewisse Brisanz mit sich, die, auch bei anderen Charakteren, ein gewisses ethnisches Konfliktpotenzial birgt.

Wind River: FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olson)
Wind River: FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olson) © Wild Bunch Germany
Der Film ist aus verschiedenen Gründen ein Must-See. Zunächst einmal sei gesagt, dass der Film recht schnell, ohne groß Anlauf zu nehmen, den Zuschauer zum Hauptproblem führt. Des Weiteren ist er sehr kurzweilig erzählt und die 107 Minuten Spiellänge ziehen sich in keinem Moment. Wind River hat überhaupt keine Längen und die Handlung zieht sich wie eine Schlinge um den Hals langsam zu und gipfelt in einem spektakulären Finale. Zwar nimmt er sich manchmal, z.B. zur Mitte des Films, kleine Pausen bei einem längeren Dialog zwischen Cory und Jane. Doch auch wenn hier die Handlung nicht konsequent fortgesetzt wird, braucht es solche ruhigen und emotionalen Szenen, um eine Tiefe in die Geschichte und bei den Charakteren zu erzeugen. Somit kreiert er eine emotionale Bindung, welche der Zuschauer zu den Figuren entwickelt, weswegen man sich in diesen Film immer stärker hineinsteigert. Dies führt dazu, dass das Schicksal der einzelnen Figuren einen mehr mitnimmt als es meist bei einem Krimi ist. Dabei wird der Film immer spannender, ohne stets von einer brenzligen Situation zur anderen zu geraten. Denn Sheridan hetzt hier in seinem Film nicht mit der Erzählgeschwindigkeit, sondern behält sein angemessenes Tempo, das er zu Beginn angesetzt hat, konsequent bis zum letzten Viertel durch. Auf krasse Film-Twists wird ebenfalls verzichtet, da Taylor Sheridan hier vor allem, wie schon in seinen vorherigen Filmen auch, auf Authentizität setzt. Der Film wirkt atmosphärisch sehr geerdet und glaubwürdig. Er zeigt das triste Leben in diesem Indianer-Reservat nicht von einer geschönten, aber auch nicht von einer übertrieben einseitigen schlechten Seite, sondern gibt dem Zuschauer Einblick in Regionen in den USA, welche sozial und gesellschaftlich beinahe abgeschottet sind.

Wind River: Jane (Elizabeth Olson) und Cory (Jeremy Renner)
Wind River: Jane (Elizabeth Olson) und Cory (Jeremy Renner) © Wild Bunch Germany
Zum Realismus des Filmes tragen vor allem die Darsteller hier bei. Elizabeth Olson zeigte die bisher beste Performance ihrer Karriere und auch Jeremy Renner spielt wieder einmal famos auf. Renner, dessen Figur immer noch getroffen von einem traurigen Schicksalsschlag ist, spielt hier seine Figur sehr demütig, sensibel und auch greifbar für den Zuschauer. Man fühlt mit ihm mit und seine Geschichte berührt einen. Auch Elizabeth Olson schafft es die unerfahrene, ehrgeizige, zwar taffe, aber nicht kaltherzige FBI-Agentin, zu einem dreidimensionalen Charakter reifen zu lassen. Auf dem Papier wirkt die Figur sehr klischeebehaftet. Eine junge aufstrebende Agentin, gerade noch in einer Fortbildung gewesen, wird nun auf einen nicht einfachen Fall angesetzt. Doch Sheridan schrieb für diesen Charakter viel mehr als nur das und Olson bringt da exzellent rüber. Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten stimmt, da sich vor allem die beiden Charaktere gegenseitig unterstützen und nicht engstirnig ihren eigenen Arbeitsstil durchsetzen wollen. Für den Konflikt zwischen der FBI-Ermittlungsart und Cory Lamberts eher altmodischen Herangehensweise, ist hier kein Platz und das ist auch gut so. Optisch ist der Film ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die verschneite abgeschiedene Landschaft wird hier mit der Kamera toll eingefangen und auch die Szenen bei Schneefall sind ebenfalls sehr gut gefilmt. Technisch macht der Film absolut nichts verkehrt. Vor allem gegen Ende hin, wenn die Action dominierender wird, wird dies deutlich. Denn auch das ist sehr realistisch inszeniert worden und schreckt nicht vor brutaleren Szenen ab, weswegen das FSK 16 durchaus berechtigt ist. Es ist vielleicht kein Film der Spaß macht, aber dennoch Kinounterhaltung erster Güte ist.

Wind River: Ben (Graham Greene), Jane (Elizabeth Olson) und Cory (Jeremy Renner)
Wind River: Ben (Graham Greene), Jane (Elizabeth Olson) und Cory (Jeremy Renner) © Wild Bunch Germany
Verglichen mit Sicario und Hell or High Water ist dieser Film, wie schon angedeutet, emotionaler. Während Sicario recht nüchtern und eiskalt ist, hat Hell or High Water eine gute Portion Humor, die sich oftmals durch zynische Dialoge zwischen Jeff Bridges und seinem Partner, gespielt von Gil Birmingham, zeigen. Letzteres spielt in Wind River den Vater des Opfers. Alle Filme haben jedoch die politische und gesellschaftskritische Seite gemeinsam. Diese drei Werke bilden zusammen die Frontier-Trilogie Taylor Sheridans, welche die triste, düstere, sozial und gesellschaftlich benachteiligte und, vor allem was Sicario angeht, moralisch fragwürdige Seite der amerikanischen Gesellschaft auf einer, filmisch gesehen, beeindruckenden Art und Weise darstellen, die ohne seine herausragend geschriebenen Drehbücher nicht möglich wäre. Dass Wind River als der Beste von den drei Filmen im Rahmen dieser Kritik deklariert wurde, ist eine rein subjektive Wahrnehmung. Für die meisten Kritiker, gerade in den USA, ist es Hell or High Water. Nichtsdestotrotz ist der Film für jeden Zuschauer eine ganz große Empfehlung. Sheridan vermischt hier diverse Problematiken in ein grandioses Werk, das sich keiner entgehen lassen sollte. Daher sollte man sich die Blu-ray unbedingt holen. Hier ist insbesondere die Bildqualität herausragend, welches die angesprochen Landschaftsbilder und die verschneiten Szenen stets klar und sehr scharf präsentiert. Es gibt kein Rauschen oder ähnliches. Dies gibt es auch nicht bei der Tonqualität. Der Sound bei der Action kommt äußerst stark über die Lautsprecher zur Geltung. Hier gibt es keine Mängel bei der DTS-HD 5.1 MA Vertonung. Die Dialoge sind zwar grundsätzlich gut verständlich. Man neigt jedoch in manchen Szenen die Lautstärke aufzudrehen, um sie bei der nächsten Szene, wenn mit den Schneemobilen gefahren wird und es lauter wird, wieder runter zu drehen. Die Extras sind etwas spärlich. Hier gibt es zwei kleine Featurettes, die einen Blick hinter der Kamera gewähren, und drei kurze Interviews mit Taylor Sheridan, Jeremy Renner und Elizabeth Olson, welche im Rahmen des Cannes-Festivals geführt wurden. Hier bekam Sheridan ebenfalls den Preis für die beste Regie.


Fazit:
Wind River glänzt zunächst einmal mit starken Darstellern und einer technisch sauberen und authentischen Inszenierung. Das Drehbuch, welches von dem Regisseur des Films Taylor Sheridan verfasst wurde, ist wirklich in allen Belangen großartig geschrieben. Die Charaktere haben eine gewisse Tiefe, die Handlung ist sehr kurzweilig erzählt, die Geschichte wird mit fortschreitender Spiellänge immer spannender, intensiver und insbesondere emotionaler und auch die Integration der sozialen und gesellschaftlichen Problematik in den Krimi ist mehr als gelungen. Daher gibt es hier eine klare Film-Empfehlung, denn solch eine Filmperle muss von so vielen wie möglich angeschaut werden.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film / Wild Bunch