The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.01.2020
Digital VoD: 24.01.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min

The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der junge Sanitäter William Pitsenbarger riskierte sein Leben in einer der härtesten Schlachten des Vietnamkriegs und rettete damit über 60 Männer. Er hatte die Gelegenheit, mit dem letzten Hubschrauber aus der Kampfzone zu fliehen, blieb jedoch zurück, um das Leben seiner Kameraden zu retten. Mehr als 30 Jahre später soll der ehrgeizige Pentagonbeamte Scott Huffman prüfen, ob Pitsenbarger für seinen heldenhaften Einsatz die Medal of Honor-Tapferkeitsmedaille verdient. Doch während seinen Recherchen stößt er auf einen Skandal, den seine Vorgesetzten vertuschen wollen. Scott hat nun die Wahl zwischen Karriere und Wahrheit...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / SquareOne Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD

Video on demand - The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück

DVD und Blu-ray | The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück

Blu-ray
The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück
Blu-ray Start:
24.01.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück
DVD Start:
24.01.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

Blu-ray Kritik - The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


1999: Der aufstrebende US Pentagon-Mitarbeiter Scott Huffman (Sebastian Stan) erhält den scheinbar belanglosen Auftrag, einen Ersuch zur Vergabe der Medal of Honor an den im Vietnamkrieg gefallenen Air Force-Soldaten William H. Pitsenberger (Jeremy Irvine) zu überprüfen. Huffman, der gerade dabei ist, die Karriereleiter zu erklimmen, ist zunächst wenig bemüht sich mit Master Sergeant Thomas Tulley (William Hurt), dem Antragsteller und ehemals Freund des Gefallenen auseinanderzusetzen. Doch bei seinen Recherchen, für die er zu Pitsenbargers ehemaligen Kameraden reist, um sich dessen Geschichte anzuhören, stellt Huffman fest, dass der Medal of Honor-Kandidat tatsächlich Außergewöhnliches geleistet hat und vor Jahrzehnten von der Regierung scheinbar übergangen wurde. Huffman setzt nun alles daran, um die Ehre von Pitsenbarger auf höchster Ebene wiederherzustellen, auch wenn er damit seiner Karriere schaden könnte…

Jeremy Irvine in The Last Full Measure
Jeremy Irvine in The Last Full Measure © Universum Film / SquareOne Entertainment
Von Beginn an merkt man „The Last Full Measure“ an, dass es sich hier ganz offensichtlich um eine Herzensangelegenheit für Autor und Regisseur Todd Robinson („Phantom“, „The Lonely Hearts Killers“) handelt. Trotz einer überaus illustren Besetzung (u.a. Samuel L. Jackson, Ed Harris, Christopher Plummer, Peter Fonda in seiner letzten Rolle) lag der bereits 2017 abgedrehte Film allerdings länger auf Halde und erhält nun schließlich einen großen Kinostart in Amerika und wird zeitgleich in Deutschland auf Blu-ray veröffentlicht. Heraus gekommen ist ein ehrbarer Film mit besten Absichten, der seine realen Persönlichkeiten ehrt, aber letztlich nur bedingt spannend und eher langatmig als mitreißend ist.

„The Last Full Measure“ erweist sich so als ruhiges und etwas ungelenkes Charakterdrama, das zum einen die bedingt plausible persönliche Läuterung des zunächst opportunistischen Bürokraten Huffman zum kritisch hinterfragenden und letztlich persönlich bewegten Menschen behandelt. Zum anderen präsentiert der Film vignettenartig die Erzählungen von Pitsenbargers Kameraden, die mit ihm gedient haben und immer noch traumatisiert von den Ereignissen im Jahr 1966 sind. Spürbar tief stehen die Ex-Soldaten in Pitsenbargers Schuld, der bei einem besonders verheerenden Einsatz in der grünen Hölle von Vietnam dank seines uneigennützigen Einsatzes unzählige Leben als Sanitäter rettete. Auch das schildert der Film in immer wieder eingewobenen Rückblenden, die die Erzählungen von Jackson, Harris, Fonda und Hurt für einen Independentfilm recht aufwändig, aber konventionell und abgedroschen bebildern. So stellt sich heraus, dass Pitsenbarger sich selbst hätte retten können, jedoch sein Leben vor das seiner Kameraden gestellt und stattdessen heldenhaft weitergekämpft hat.

Samuel L. Jackson in The Last Full Measure
Samuel L. Jackson in The Last Full Measure © Universum Film / SquareOne Entertainment
Der Film ist langsam und geduldig erzählt, macht dabei seine knapp zweistündige Länge aber durchaus bemerkbar. Lange hört man den steif erzählten Geschichten der gealterten Soldaten zu, die leider alle trotz solider Darstellungen der namhaften Schauspielveteranen filmisch zu statisch geraten sind, um wirklich zu packen. Nach und nach offenbaren sich bei den klischeehaften Monologen die tatsächlichen Hintergründe um die Schlacht von Xa Cam My, wodurch sich nicht nur bei dem zunächst passiven Huffman, sondern auch beim Zuschauer die Augen angesichts Pitsenbargers Heldentum öffnen.

Die Tonalität von „The Last Full Measure“ ist konsequent sentimental, aber dankbarerweise nie pathetisch oder gar kitschig. Eine politische Ebene lässt Robinson abgesehen von lange verjährten Vertuschungen und späteren bürokratischen Problemen bei der Anhörung von Pitsenbargers Fall im Senat aus. Hier geht es letztlich um eine völlig gerechtfertigte Ehrerweisung für einen unglaublich mutigen und altruistisch agierenden Mann, die jahrzehntelang ausblieb. Spätestens wenn beim Abspann ehemalige Weggefährten zu Wort kommen und auch nach über 50 Jahren noch in Erinnerung an die Taten ihres Gefechtspartners mit den Tränen kämpfen müssen, wird klar, dass hier wirklich eine außergewöhnliche und erzählenswerte Geschichte vorliegt. Hier steht dann eine ganz menschliche Dimension im Vordergrund, die völlig desinteressiert an überflüssigem Hurra-Patriotismus und einer Huldigung des Militärapparats ist. Es geht um Kameradschaft, bedingungslosen Mut und uneingeschränkte Nächstenliebe.

William Hurt in The Last Full Measure
William Hurt in The Last Full Measure © Universum Film / SquareOne Entertainment
Die Themen sind gewichtig und die Umsetzung leider auch, denn sie lastet regelrecht unter dem Vermächtnis seines Sujets. Bisweilen raubt die Andachtsfülle dem Film jeden erzählerischen Drive, wodurch hier nur ein solider und kompetenter statt ein sehr guter oder gar großartiger Film entstanden ist. Die visuelle Umsetzung ist eher zweckdienlich und ohne Flair, so steht jedoch ganz und gar die Geschichte im Mittelpunkt. An sich ist es schön Sebastian Stan endlich mal in einer Hauptrolle zu sehen, jedoch agiert der „Winter Soldier“-Mime eher gelangweilt und unterfordert in seiner Zuhörerrolle. Vor allem Christopher Plummer sorgt dann aber als Pitsenbargers todkranker Vater, der würdevoll um die Ehre seines Sohnes kämpft für gelungene Zwischentöne und Akzente. Von den von Huffman besuchten Ex-Kameraden bewegt überraschenderweise am meisten die Episode mit dem lange nicht prominent gesehenen John Savage („Die durch die Hölle gehen“), der in Vietnam zurückgeblieben ist und am Ort des besagten Kampfes eine Oase errichtet hat, die die schlechten Erinnerungen in gute ummünzen soll. Savage ist völlig glaubhaft in der Rolle und rührt tatsächlich mit seiner aufrichtigen Darstellung, wobei der hier stattfindende emotionale Ausbruch Stans statt gewollter Katharsis zu aufgesetzt und manipulativ erscheint.

Trotz ehrenhaftester Intentionen fällt „The Last Full Measure“ trotz eines letzten Aufbäumens am Ende flach. Das liegt schlichtweg auch an der Konfliktlosigkeit des dramaturgisch bleiernen Drehbuchs, wodurch der Puls einfach nie nach oben schnellt und auch das Herz kaum berührt wird. Zu durchschaubar sind die Absichten dieses Films, um die ausgesprochenen Emotionen dann auch in eine Gefühlsebene seitens des Zuschauers einzulösen.

Alison Sudol und Sebastian Stan in The Last Full Measure
Alison Sudol und Sebastian Stan in The Last Full Measure © Universum Film / SquareOne Entertainment
Bild
Die Blu-ray überzeugt technisch auf ganzer Linie, ohne allerdings besonders herauszustechen. Das digital fotografierte Bild gefällt vor allem durch seine Sauberkeit und hohen Schärfe- wie Detailwerte. Kontraste und Schwarzwerte sind ebenfalls einwandfrei, könnten aber stärker und knackiger sein. So wirkt das Bild – auch angesichts einer natürlichen, aber zurückhaltenden Farbpalette – etwas fade und in ästhetischer Hinsicht austauschbar.

Ton
„The Last Full Measure“ ist trotz des Kriegshintergrunds ein primär dialogorientierter Film. Entsprechend sauber und verständlich ertönen Stimmen im Frontbereich während die Surroundsprecher bei den Kriegsszenen recht konstant mit zahlreichen atmosphärischen Geräuschen wie vorbeizischende Kugeln ein einnehmendes akustisches Erlebnis ermöglichen. Die Klangdynamik könnte ebenso wie der Subwoofer-Einsatz jedoch etwas ausgeprägter sein, ansonsten präsentiert sich hier ein tadelloser Klang.

Extras
Angesichts der zeitgleich stattfindenden US-Kinoveröffentlichung gab es wohl leider keine Möglichkeit für die Blu-ray Bonusmaterial bereitzustellen. Es liegt lediglich eine Trailershow zu Universum-Titeln bei.


Fazit:
„The Last Full Measure“ ist eine filmische Ehrerweisung, die dramaturgisch leider flach fällt und kaum mitzureißen weiß. Zu banal ist der Film inszeniert und erzählt, als dass die ausgesprochenen Emotionen der All Star-Besetzung sich wirklich zum Zuschauer transportieren lassen könnten.


by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / SquareOne Entertainment




The Last Full Measure - Keiner bleibt zurück - Trailer