Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook) - Blu-ray

Blu-ray Start: 16.01.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min

Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Ein merkwürdiger Fremder zieht nach Castle Rock, einem kleinen mittelamerikanischen Städtchen, und eröffnet einen Antiquitätenladen. Der Mann heißt Leland Gaunt (Max von Sydow) und ist ein äußerst charmanter, älterer Herr, der für jeden ein offenes Ohr hat. Doch das, was er zu verkaufen hat, macht aus freundlichen und friedfertigen Bürgern hasserfüllte und mörderische Kreaturen. Nur Sheriff Alan Pangborn (Ed Harris) ahnt, dass der Fremde nichts Gutes im Schilde führt und Unruhe in sein Städtchen bringt. Als sich zwei Frauen plötzlich mit Messer und Beil gegenseitig umbringen, muss Alan handeln ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Deutscher und englischer Trailer, Audiokommentar mit Regisseur Fraser C. Heston, Die 3-stündige, amerikanische TV-Fassung u.v.m.

Video on demand - Needful Things - In einer kleinen Stadt

DVD und Blu-ray | Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook)

Blu-ray
Needful Things - In einer kleinen Stadt Needful Things - In einer kleinen Stadt
Blu-ray Start:
06.12.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 121 min.
Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook) Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook)
Blu-ray Start:
16.01.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Needful Things - In einer kleinen Stadt (Restaurierte Fassung) Needful Things - In einer kleinen Stadt (Restaurierte Fassung)
DVD Start:
06.12.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur DVD Kritik

Blu-ray Kritik - Needful Things - In einer kleinen Stadt (Mediabook)

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Nach dem riesigen Erfolg von „Es“ war Stephen King wieder in aller Munde. Natürlich war der Erfolgsautor nie unpopulär geworden, aber seine ikonische Pennywise-Geschichte sorgte vor allem im Kino für erneute Aufmerksamkeit für den legendären Horror-Maestro. Die Fortsetzung zu „Es“ war letztes Jahr noch ein weiterer solider Hit, jedoch blieb das Einspiel weit hinter den Zahlen des ersten Teils und auch sowohl das „Friedhof der Kuscheltiere“-Remake als auch die unterschätzte „Shining“-Fortsetzung „Doctor Sleep“ enttäuschten an den Kassen. Ist die King-Renaissance also schon wieder vorüber, bevor sie richtig angefangen hat? Wie dem auch sei, sind King-Adaptionen trotz enorm schwankender Qualität immer einen Blick wert. So auch diese Neuauflage des 1993 erschienen „Needful Things“, die nun von Koch Media in einem hübschen Mediabook erscheint und einen erneuten oder ersten Blick auf den Film erlaubt. Die Adaption seines 1991 veröffentlichten Romans, der den Abschluss seiner Castle Rock-Trilogie darstellte, ist wahrlich nicht frei von Schwächen, darf aber zumindest zum oberen Mittelfeld der unzähligen King-Filme gezählt werden.

Ed Harris in Needful Things - In einer kleinen Stadt
Ed Harris in Needful Things - In einer kleinen Stadt © Koch Films
Wie bereits angedeutet ist das fiktive Kingsche Örtchen Castle Rock in Maine der Schauplatz von „Needful Things“. Dort ist so wenig los, dass die Eröffnung eines mysteriösen Antiquitätenladens eine mittlere Sensation darstellt. Besitzer ist der nicht minder geheimnisvolle alte Gentleman Leland Gaunt (Max von Sydow), der angeblich aus Akron, Ohio stammt und in einem prächtigen, schwarz glänzenden alten Mercedes in Castle Rock einrollt. Der freundliche und zuvorkommende Herr hat eine außergewöhnliche Gabe dafür, die Bedürfnisse seiner neu- und begierigen Kunden erfüllen zu können, ohne dass sie sie jemals aussprechen müssen. So erhält der junge Brian Rusk (Shane Meier) eine lang ersehnte alte Baseball-Karte, während der paranoide und spielsüchtige Bootsverkäufer Danforth ‚Buster‘ Keeton (J.T. Walsh) ein Pferderennbahnmodell erhält, das scheinbar übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Gaunt schüttelt sogar eine Amulett-Kette aus dem Ärmel, die auf magische Weise schlagartig die Arthritis von Diner-Besitzerin Polly (Bonnie Bedelia) heilt. Doch Gaunt verlangt für seine Dienste auch eine Gegenleistung…

„Needful Things“ war 1993 wenig erfolgreich und erhielt auch von der Kritik die kalte Schulter. Ganz unberechtigt mag das nicht sein, dennoch hat der Film durchaus Flair, eine herausragende Besetzung und einen soliden Erzählrhythmus, der bei der Stange hält. Das in der deutschen Ausgabe 855 Seiten fassende Buch musste natürlich für die Adaption ordentlich von Autor W.D. Richter („Big Trouble in Little China“) zusammengedampft werden, wodurch zwangsläufig einiges Figurenmaterial auf der Strecke blieb. Das wurde durchaus erkannt, weshalb Charlton Heston-Sprössling Fraser Clarke, der hier sein Spielfilmdebüt gab (und überhaupt nur zwei Filme drehte), eine weit längere Fassung fürs Fernsehen erstellen durfte, die diesem Mediabook auch beiliegt.

Max von Sydowin Needful Things - In einer kleinen Stadt
Max von Sydowin Needful Things - In einer kleinen Stadt © Koch Films
Highlight des sehr konventionell erzählten wie auch inszenierten Films sind sicher der großartige Max von Sydow als Personifikation des Teufels und sein Gegenspieler Ed Harris, der eine erneute Variation des skeptischen Castle Rock-Sheriffs Alan Pangborn spielen durfte. Pangborn ist lange der einzige, der in dieser modernen Faust-Erzählung bemerkt, dass mit Gaunt etwas nicht ganz richtig ist. Von Sydow spielt seinen Part effektiv, charismatisch und genussvoll aus, wobei er faszinierend je nach Bedarf zwischen vertrauenswürdig-gutmütigem geschichtenerzählendem Großvater, bestem Freund und erotisch aufgeladenem Casanova schwankt. Der immer zuverlässige Harris funktioniert da wunderbar als rational-bodenständiger Gegenpol, während aber auch der viel zu früh verstorbene großartige Charaktermime J.T. Walsh als leicht verführbarer und cholerischer ‚Buster‘ glänzt. Hinzu kommen Amanda Plummer als schüchterne, gutmütige und tierliebende Diner-Bedienung Nettie, Ray McKinnon als etwas einfältiger Deputy Norris und die sehr gute Bonnie Bedelia, die Pangborns zweifelnde Verlobte spielt und ihr überraschende Dimension verleiht. Alle Darsteller spielen ihre Rolle mit Ernsthaftigkeit und Überzeugung, während sich der Film auch so viel Zeit wie möglich mit den nachvollziehbar grundanständigen Figuren lässt. Der Film etabliert diverse unter der Oberfläche brodelnden Fehden zwischen den Ortsbewohnern, die von Gaunt genüsslich ausgespielt werden.

Als echter Horrorfilm taugt „In einer kleinen Stadt“ nur bedingt, da neben einem leicht unheimlichen Mystery-Touch, der ein oder anderen blutigen Szene und Patrick Doyles gelungenen ominös-theatralischem Score kaum Schrecken verbreitet wird. Hier und da nistet sich in diesem eher gemächlich erzähltem und mit wohliger Kleinstadt-Atmosphäre ausgestattetem Film auch Humor und ein Gespür für Absurdes ein. Für ein echtes Moralspiel fehlt dem Film dann wiederum aber auch Tiefe, sodass er letztlich nichts Halbes und nichts Ganzes bleibt. Dennoch: Der Film ist durchweg solide und handwerklich einwandfrei gemacht, vor allem nimmt er die Vorlage und seine Figuren auch ernst und ist angenehm menschlich gestaltet. Hier herrscht echtes King-Feeling vor, auch wenn „In einer kleinen Stadt“ vielleicht nicht ganz eigenständig genug ist, um mehr als solide Kost zu sein.

J.T. WalshNeedful Things - In einer kleinen Stadt
J.T. WalshNeedful Things - In einer kleinen Stadt © Koch Films
Bild
Leider fällt die Bildqualität der Blu-ray insgesamt nur solid aus. Filmkorn gibt dem Bild mal eine Textur, mal wurde jedoch auch eine digitale Glättung vorgenommen. Schärfe- und Detaillevel sind alles in allem eher mittelmäßig. Das Bild verfügt über eine natürliche, aber zurückgenommene Farbpalette, die angenehm, aber unauffällig erscheint. Kontraste erweisen sich als solide, während Schwarzwerte oft ins Gräuliche tendieren. Grobe Bildfehler wie Verschmutzungen oder digitales Rauschen bleiben hingegen aus.

Ton
Grundsätzlich ist die deutsche Tonfassung etwas lauter abgemischt als die originale. Beide Spuren liegen in DTS-HD 2.0 MA vor. Sowohl in der deutschen als auch der englischen Version überzeugen Klarheit und Verständlichkeit der Dialoge, die klar priorisiert sind. Gelegentlich kommt etwas effektive Dynamik zum Vorschein, insgesamt ist der Sound aber eher auf Zurückhaltung gepolt. Wirkungsvoll ist vor allem immer wieder Patrick Doyles Filmmusik, die schön zur Geltung kommt.

Extras
Neben dem schönen Mediabook liegt ein kurzer, aber informativer Text von Thorsten Hanisch bei, der Hintergründe zu Stephen King, seinem Werk und dem Film liefert. Der Film liegt sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray vor. Highlight ist sicherlich die über dreistündige TV-Fassung, die sowohl auf einer Bonus-DVD als auch auf der Blu-ray im Bonusmaterial zu finden ist. Dazu kommen ein guter Audiokommentar, zwei kurze Featurettes, Trailer und eine Bildergalerie.
• Audiokommentar von Regisseur Fraser C. Heston und Walter Olsen
• Erweiterte TV-Fassung (188:44 Min.)
• Making of (05:40 Min.)
• Blick hinter die Kulissen (03:40 Min.)
• Deutscher Kinotrailer (01:57 Min.)
• Englischer Kinotrailer (02:03 Min.)
• Bildergalerie (06:12 Min.)


Fazit:
„In einer kleinen Stadt“ ist eine solide King-Adaption, die vor allem dank ihrer starken Besetzung – allen voran Max von Sydow als charismatischer Teufel in Menschengestalt – und seiner gelungenen Figurenzeichnung überzeugen kann. Für das obere Mittelfeld bei King-Verfilmungen reicht das locker aus, für mehr fehlt dem Film aber Eigenständigkeit.


by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media