Love & Mercy

Love & Mercy (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Love & Mercy Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Aus seiner Feder stammen Welt-Hits wie „Good Vibrations“ und „Wouldn’t it be Nice”: Brian Wilson, Chorknabe aus Kalifornien, stürmte in den 1960er Jahren mit den „Beach Boys“ weltweit die Musikcharts. Doch der kometenhafte Aufstieg und spektakuläre Erfolg haben ihren Preis: Scheidung, Drogen und psychische Probleme führen zum Absturz des Musik-Genies. Allein durch die Unterstützung seiner Ehefrau Melinda Ledbetter gelingt ihm der Weg zurück ins Leben und schließlich das verdiente Comeback. Regisseur Bill Pohlad („12 Years A Slave“) verfilmt die wahre Lebensgeschichte von „Beach Boys“-Mitglied Brian Wilson, seinen bahnbrechenden Aufstieg und fatalen Abstieg im Musikgeschäft des 20. Jahrhunderts. John Cusack und Paul Dano brillieren als junger und erwachsener Brian Wilson, an ihrer Seite spielen Elizabeth Banks und Paul Giamatti.

Regisseur Bill Pohlad, der als Produzent von preisgekrönten Filmen wie „Wild“,„12 Years A Slave“, „Tree of Life“, „Into the Wild“ oder „Brokeback Mountain“ verantwortlich zeichnet, verfilmt nun mit LOVE & MERCY die wahre Lebensgeschichte von „Beach Boys“-Mitglied Brian Wilson – seinen bahnbrechenden Aufstieg und fatalen Abstieg im Musikgeschäft des 20. Jahrhunderts. John Cusack („Maps tot he Stars“) und Paul Dano („12 Years A Slave“) brillieren als junger und erwachsener Brian Wilson. An ihrer Seite spielen Elizabeth Banks („Die Tribute von Panem“-Reihe) und Paul Giamatti („The Ides Of March – Tages des Verrat“).


John Cusack, Elizabeth Banks und Paul Dano | mehr Cast & Crew


Love & Mercy - Trailer


Love & Mercy - Trailer


DVD und Blu-ray | Love & Mercy

Blu-ray
Love & Mercy Love & Mercy
Blu-ray Start:
15.10.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 121 min.
DVD
Love & Mercy Love & Mercy
DVD Start:
15.10.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 116 min.

Filmkritik Love & Mercy

Filmwertung: | 6/10


Die erste Regiearbeit von Bill Pohlad seit 25 Jahren ist ein Biopic über den weltberühmten kalifornischen Musiker Brian Wilson von den „Beach Boys.“ Pohlad selbst finanzierte den Film zum Großteil. Schließlich ist er in der Szene vor allem als Produzent (12 Years a Slave, Der große Trip – Wild) bekannt. Obwohl es teurer war und die Filmförderung wenig Geld zur Unterstützung bereitstellte, wurde „Love & Mercy“ an Originalschauplätzen in Kalifornien im Sommer 2013 gedreht. Der Titel wurde ausgesucht, um Wilsons 1988 erschienenen, gleichnamigen Song zu ehren. Die Uraufführung hatte das Drama bereits 2014 auf dem Toronto Film Festival.

Mitte der 1960er Jahre: Brian Wilson (Paul Dano) und die Beach Boys gehören zu den erfolgreichsten Gruppen im Musikbusiness und stehen auf einer Stufe mit den „Beatles“. Der Druck, die vorherigen Erfolge zu toppen, ist immens. Alle wollen, dass sie ihren Surfsound beibehalten. Nur Brian, der ein musikalisches Genie ist, möchte sich anders ausdrücken und muss dabei gegen viele Widerstände ankämpfen. Hinter den Kulissen ist er ein unglücklicher Mensch. Denn er leidet schwer unter der mangelnden Anerkennung seines unsensiblen Vaters Murry (Bill Camp), der ihn und seine Brüder verprügelte, als sie Kinder waren. Dies kann er nun, da sie erwachsen sind, nicht mehr tun und verweigert ihnen daher jegliche Zuneigung. Das sowie der immer wieder aufkommende Neid zwischen den Bandmitgliedern treiben Brian in die Drogen und Fettleibigkeit.
1986 ist Brian (John Cusack) ein gebrochener Mann, der jegliche Lebensfreude verloren hat und von seinem Vormund Dr. Eugene Landy (Paul Giamatti) kontrolliert und fremdbestimmt wird. Als Brian die schöne Autoverkäuferin Melinda Ledbetter (Elizabeth Banks) kennenlernt und ihr ein Auto abkauft, entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen dem ehemaligen Model und dem abgewrackten Ex-Star. Landy ist davon gar nicht begeistert, denn Melinda ist eine unabhängige Frau, die sich nichts befehlen lässt und die ziemlich schnell merkt, dass Landy ein größeres Problem ist, als Brian selbst.

Die Geschichte ist zwiespältig umgesetzt. Leider ist der Beginn merkwürdig und der Zuschauer braucht einige Zeit, um sich einzusehen und an die sehr eigene Machart des Filmes zu gewöhnen. Diese ist auch im folgenden Verlauf, da vor allem die Schnittwechsel immer wieder unpassend und stellenweise pseudo-intelligent wirken, einige Male abstrus. Das ist bedauerlich, denn die Story hat großes Potenzial. Nicht mal die vielen kleinen Fehler können dieses vollends zerstören. Die kraftvolle Geschichte eines vielschichtigen, innerlich gebrochenen, nach außen hin erfolgreichen Hauptcharakters ist packend und wie für das Kino gemacht. Die Umsetzung ist leider nicht gelungen. „Love & Mercy“ hätte ohne Frage ein Ausnahmefilm werden können, ist aber nur solide geworden. Denn obwohl die Handlungen der Figuren – vor allem von Brian – nachvollziehbar und verständlich sind, wirkt die Charakterdarstellung nicht immer überzeugend und teilweise lückenhaft. Da Brian Wilson aber eine faszinierende Figur ist, sitzt man zwei Stunden lang gefesselt und gebannt im Kinosaal. Das liegt auch an den parallel laufenden Handlungssträngen der 1960er und späten 1980er Jahre, die sehr gut umgesetzt sind. Es ist bemerkenswert mitanzusehen, was dieser junge, sensible Künstler schon zu Beginn seines Lebens aushalten musste und wie lange er dennoch erfolgreich und einflussreich arbeiten konnte, ehe er an dem Haifischbecken Musikbusiness zerbrach. Dieser Aspekt der Geschichte ist grandios erzählt. Vor allem die psychologische Komponente kann hierbei überzeugen, obwohl die Szenen, in denen Wilsons Psyche nach außen gekehrt wird, stellenweise zu überbordend und dick aufgetragen sind. Dieser letzte Punkt verdeutlicht einmal mehr, wie unschlüssig der Film den Zuschauer aufgrund der unbeständigen Qualität zurücklässt.

Denn auch die Nebenkategorien weisen ein schwankendes Niveau auf. Die Farbgebung, die an die jeweilige Zeit erinnern soll, ist nicht immer gelungen. Gleiches gilt für die Kamera, die an einigen ruhigen Stellen völlig sinnlos Unruhe aufgrund der hektischen Bewegungen erzeugt, was sich als störend herausstellt. In anderen Sequenzen ist sie hingegen angenehm dynamisch und klug eingesetzt. Die Landschaftsauswahl ist im Großen und Ganzen gut, weil zeitversetzend und sonnig, aber auch hier gibt es einige nur mittelprächtig ausgesuchte Locations. Die Musik sollte laut Pohlad nicht im Vordergrund stehen. Warum er sich zu dieser Aussage hinreißen ließ, ist ein Rätsel, da die Songs der „Beach Boys“ doch sehr häufig eingesetzt werden und die Atmosphäre gekonnt untermalen. Die Kostüme und die Effekte sind hingegen gelungen.

Die Schauspieler agieren auf hohem Niveau. Das gilt vor allem für starken John Cusack (Das Urteil, Con Air, Grand Piano) und die herausragende Elizabeth Banks (Die Tribute von Panem, 72 Stunden - The Next Three Days, Pitch Perfect 2). Cusack zeigt als Mensch, der zutiefst unsicher ist und große Probleme hat, aber auch seine Lebensfreude langsam wieder entdeckt, eine überragende Performance, nach der man nicht versteht, dass der 48-Jährige nur selten in solch guten Rollen besetzt wird. Noch einen Tick stärker als Cusack ist die 41-jährige Banks. Die blonde Schönheit stellt einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis und zeigt eine vielschichtige, charismatische und hervorragende Leistung. Als durchtriebener, analysierender und gleichzeitig gestörter Landy kann Paul Giamatti (Sideways, Barney's Version, Das Comeback) mit einer exzellenten Leistung punkten. Dagegen fällt Paul Dano (There Will Be Blood, Little Miss Sunshine, Prisoners) trotz seiner Gewichtszunahme für die Rolle nur bedingt überzeugen, da ihm im Gegensatz zu seinen anderen Werken etwas überraschend die mimische Bandbreite fehlt und man nur stellenweise erkennen kann, was hinter der Fassade des jungen Brian Wilson vor sich geht. Deshalb fällt er im Gegensatz zu den anderen Darstellern etwas ab.


Fazit:
Merkwürdiges, zwiespältiges Biopic über „Beach Boy“ Brian Wilson, welches eine kraftvolle, bewegende Geschichte zu bieten hat, die aber nur mittelprächtig umgesetzt ist und Potenzial verschenkt. Die herausragenden Banks und Cusack sorgen mit ihren Leistungen aber dafür, dass der Film insgesamt noch als „sehenswert“ bezeichnet werden kann.
by

Bilder © StudioCanal