Hot Air

Hot Air (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Kinostar

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Hot Air Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Lionel Macomb ist der Star der konservativen Radiosendungen und lässt sich aus über brisante Themen, wie Gesundheitsversorgung und Einwanderung. Er erreicht ein Millionen-Publikum und hat Einfluss auf die ohnehin schon aufgeheizten Debatten. Doch auch er muss sich mit zwischenmenschlichen Problemen herumschlagen: er kämpft mit seinem früheren Schützling um die Quoten und streitet öffentlich mit einer mächtigen Senatorin.
Eine neue Herausforderung kommt mit seiner sechszehnjährigen Nichte Tess auf ihn zu, durch die seine Welt auf den Kopf gestellt wird. Letztendlich muss er sich selbst die Frage stellen, was Verantwortung bedeutet. Ein Film über menschliche Beziehungen und die Macht der Worte.


Steve Coogan, Taylor Russell und Neve Campbell | mehr Cast & Crew


Hot Air - Trailer




Filmkritik Hot Air

Filmwertung: | 7/10


„Hot Air“ behandelt die Geschichte des stark rechts angehauchten Radiomoderators Lionel Macomb (Steve Coogan, „Hot Fuzz“). Dieser kommt bei seiner amerikanischen Hörerschaft eigentlich ziemlich gut an, da er ja kein Blatt vor den Mund nimmt. Jedoch ist sein ehemaliger Wunschnachfolger mit seiner eigenen Show, die viel mehr auf einfühlsame Wort, statt Beleidigungen setzt ein großer Dorn in Macombs Auge. Als dann auch noch aus heiterem Himmel dessen Nichte Tess (Taylor Russell, „Escape Room“) auftaucht, muss Lionel langsam damit beginnen seine konservative Meinung und sein öffentliches Auftreten als das Arschloch der Nation in Frage zu stellen.

Neve Campbell und Steve Coogan in Hot Air
Neve Campbell und Steve Coogan in Hot Air © Kinostar Filmverleih GmbH
Die Komödie ist eine Ode an den Liberalismus und ficht andauernd gegen den rechts angehauchten Konservatismus. Hierbei finden sich einige mehr oder weniger offensichtliche Seitenhiebe gegen Donald Trumps verkorkste Regierung. Man muss ein Werk immer in den historischen Kontext setzen, in dem es entstanden ist. „Hot Air“ ist hierbei keine Ausnahme. Es geht oppositionell gegen den Rechtsruck in der amerikanischen Gesellschaft vor. Dies geschieht jedoch nicht plump nach dem Motto „Und plötzlich kommt der große Wandel der Hauptfigur“ - nein! Macomb beharrt bis zum Ende auf seiner Meinung. Die Wandlung, die sich vollzieht, ist die Offenheit gegenüber anderen Meinungen. Dies wird symbolisch ausgedrückt durch den roten Knopf in dessen Sprechkabine, der jeden Anrufer sofort abwürgt, sofern gewünscht.

Steve Coogan und Taylor Russell in Hot Air
Steve Coogan und Taylor Russell in Hot Air © Kinostar Filmverleih GmbH
Regisseur Frank Coraci („Click“), welcher vorher eher mit stupiden Komödien von sich hören gemacht hat, beweist mit diesem 105-Minüter wahre Finesse. Es muss klar sein, dass hier nicht von einem brillanten Meisterwerk die Rede ist, vielmehr von einer cleveren, kleinen Komödie. Diese ist oft sehr lustig, oft bedrückend, aber eben in der heutigen Zeit auch (genau richtig) politisch aufgeladen. Zwar gibt es ein paar kleiner Handlungsstränge, wie die durchwachsene Beziehung von Macomb zu dessen Freundin Valerie (Neve Campbell, „Skyscraper“), die einfach nicht mehr thematisiert werden, jedoch liegt hier eine durchaus runde Comedy vor. Einzig der Deal zwischen Tess und ihrer Mutter wirkt absolut fehl am Platz und versalzt ein wenig den Film.

Steve Coogan in Hot Air
Steve Coogan in Hot Air © Kinostar Filmverleih GmbH
Steve Coogan, der ja bereits öfters durch Filme wie „Tropic Thunder“ oder „Hot Fuzz“ komische, verschrobene Charaktere mimte, spielt den verbitterten Onkel mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Dieser legt eine Härte und Ignoranz an den Tag, dass man ihm die rechte, konservative Gesinnung sofort abkauft. Taylor Russell hingegen verkörpert das Gegenstück mit einer entspannten Subtilität. Sie ist eben nicht die klischeebelastete Klimaaktivistin, wie in so vielen anderen Filmen fälschlich dargestellt wird. Sie bleibt liberal und sachlich und gibt immer wieder kleine Denkanstöße hinzu, welche dann doch an den Stellschrauben der Geschichte drehen.

Taylor Russell in Hot Air
Taylor Russell in Hot Air © Kinostar Filmverleih GmbH
Die deutsche Synchronisation ist in weiten Teilen ausgefeilt und lässt sich wirklich hören. Jedoch gibt es an einigen Stellen (v.a. bei Gedichten) absolute Totalausfälle. Wichtiger sind dennoch die Pointen, welche größtenteils auch in der deutschen Fassung fruchten. Bis auf ein zwei kleine Szenen für erwachsene Augen, lässt sich dieser Streifen also durchaus auch mit der ganzen Familie genießen.


Fazit:
Alles in allem in „Hot Air“ eine sehr spaßige Komödie, die an den genau richtigen Stellen ein paar Seitenhiebe auf die aktuelle politische Lage der Vereinigten Staaten von Amerika austeilt. Ein fähiger Cast überzeugt mit Wortwitz und Situationskomik. Allenfalls hätten kleinere Handlungsstränge weggelassen werden können und das Ende überzeugt leider nicht wirklich. Dennoch ein überaus intelligenter, gelungener Film, den man sich entspannt und leichtfüßig ansehen kann. Ein Spaß für die ganze Familie!
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Bilder © Kinostar