Jeremy Thomas

Jeremy Thomas ©Ryan Coleman

Daten und Fakten

Geburtstag:
26.07.1949
Geburtsort:
Ealing, London, England




Info und Kurzbiographie zu Jeremy Thomas
Das Kino war schon immer ein wichtiger Bestandteil von Jeremy Thomas‘ Leben. Er kam in London zur Welt, wo sowohl sein Vater Ralph als auch sein Onkel Gerald als Filmregisseure arbeiteten. Schon in seiner Kindheit hatte Jeremy Thomas den Wunsch in der Filmbranche zu arbeiten. Kurz nach seinem Schulabschluss begann er sich im Schnittraum zu betätigen, darunter bei Filmen wie „The Harder They Come“ und „Sinbad“; er arbeitete sich zum Cutter hoch, u.a. für Ken Loach in „A Misfortune“.

Nachdem er für den Schnitt von Philippe Moras „Brother Can You Spare A Dime“ verantwortlich zeichnete, produzierte Thomas 1974 seinen ersten Spielfilm in Australien, „Mad Dog“. Dann kehrte er nach England zurück, um Jerzy Skolimowskis „The Shout“ zu produzieren, der 1978 auf den Filmfestspielen in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

Seine Filme sind höchst individuell und sein unabhängiger Geist hat sich sowohl künstlerisch als auch kommerziell gesehen ausgezahlt. Zu seinen über fünfzig Filmen gehören drei unter der Regie von Nicolas Roeg - „Black out – Anatomie einer Leidenschaft“, „Eureka“ und „Insignificance – Die verflixte Nacht“ -, Julien Temples „The Great Rock’n’Roll Swindle“, Nagisa Oshimas „Furyo - Merry Christmas Mr. Lawrence“ und „Die Profikiller“ unter der Regie von Stephen Frears.

1986 produzierte Thomas Bernardo Bertoluccis Epos „Der letzte Kaiser“, ein unabhängig finanziertes Projekt, auf das drei Jahre Arbeit verwendet wurde. Der Film war an den Kinokassen sowie bei der Kritik ein Triumph und räumte 1987 auch bei den Oscars ab: insgesamt neun Oscars wurden ihm zuteil, darunter auch in der Kategorie Bester Film.

Seither hat Thomas viele weitere Filme entstehen lassen, darunter Bertoluccis Verfilmung von Paul Bowles‘ „Himmel über der Wüste“, „Little Buddha“ und „Gefühl und Verführung“, Karel Reisz‘ Verfilmung von Arthur Millers Drehbuch „Everybody Wins“ sowie David Cronenbergs Version von William S. Burroughs‘ „Naked Lunch“ und J.G. Ballards „Crash“. 1997 führte Thomas bei „All the Little Animals“ mit John Hurt und Christian Bale Regie; dieser Film lief im offiziellen Wettbewerb auf den Filmfestspielen in Cannes.

Zu seinen neueren Produktionen gehören Jonathan Glazers „Sexy Beast“, Takeshi Kitanos „Brother“, Volker Schlöndorffs „Der Unhold“, Phillip Noyces „Long Walk Home“, David Mackenzies Verfilmung von Alexander Trocchis „Young Adam“, Bernardo Bertoluccis „Die Träumer“, Wim Wenders‘ „Don’t Come Knocking“, Richard Linklaters „Fast Food Nation“ und Jon Amiels „Creation“, dem Eröffnungsfilm des Toronto Film Festival 2009.

2010 hatte Thomas mit Jerzy Skolimowskis „Essential Killing“ und Takashi Miikes „13 Assassins“ auf den Filmfestspielen in Venedig Premiere; in beiden Fällen zeichnete er als ausführender Produzent verantwortlich. „Essential Killing“ gewann den Preis der Jury, den in der Kategorie Bester Schauspieler sowie den Cinemavenniere Award – ein noch nie dagewesener Hattrick in der Geschichte des Festivals.

Jetzt kommt David Cronenbergs „Eine dunkle Begierde“ in die Kinos. Als ausführender Produzent realisierte er auch Wim Wenders‘ 3-D-Tanzfilm „Pina“, der 2011 auf der Berlinale Premiere feierte. Sein neuester Film ist Takashi Miikes „Hara-Kiri: Death of a Samurai“, der 2011 im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes als erster 3-D-Film dort Premiere feierte. Derzeit arbeitet Thomas an der Produktion des Epos „Kon-Tiki“ von Joachim Roenning und Espen Sandberg.

Sein Produktionsbanner ist die Recorded Picture Company, die er 1974 gründete; er fungiert auch immer noch als Vorsitzender der renommierten internationalen Vertriebsfirma HanWay Films. Thomas war von 1992 bis 1997 Chairman des British Film Institute, 2000 wurde er zum Life Fellow ernannt. Weltweit wurde er mit einer Vielzahl von Preisen geehrt, darunter der Michael Balcon Award for Outstanding British Contribution to Cinema (BAFTA) und ein Outstanding European Achievement in World Cinema (Europäische Filmpreise). Als Präsident der Jury betätigte er sich auf der Berlinale sowie an den Filmfestspielen in Tokio, San Sebastián und der Reihe „Un certain regard“ in Cannes, wo er zudem auch Mitglied der Jury war. 2009 wurde Thomas zum Commander of the Order oft he British Empire erhoben.

Filmographie Jeremy Thomas

Jeremy Thomas hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:


Produzent:



Brother
Brother
(2000)

Die Träumer
Die Träumer
(2003)

Dom Hemingway
Dom Hemingway
(2013)



Franklyn
Franklyn
(2008)

Hara-Kiri
Hara-Kiri
(2011)

High Rise
High Rise
(2015)

Kon-Tiki
Kon-Tiki
(2012)


Sexy Beast
Sexy Beast
(2000)


Ausführender Produzent:

13 Assassins
13 Assassins
(2010)

Crash
Crash
(1996)