Powder Blue - DVD

DVD Start: 23.10.2009
FSK: ab 12 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

Weihnachtsabend in Los Angeles. Eine Zeit größter Hoffnung, aber auch tiefer Verzweiflung. Vier Menschen, vier Leben, aber doch sind alle miteinander verbunden: Rose, deren Sohn im Koma liegt und die als Stripperin in Velvet Larrys Stripclub arbeitet. Jack, der nach 25 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und nach seiner Tochter sucht. Charlie, der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann und am liebsten sterben will. Ihre Sünde ist Liebe. Ihre Rettung: Hoffnung, die selbst an dunkelsten Plätzen gedeihen kann. Liebe, Leidenschaft und das pure Leben:

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DVD Details

Regionalcode: 2
Vertrieb: Sunfilm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Audiokommentar

Making of

Trailer


DVD und Blu-ray | Powder Blue

DVD
Powder Blue Powder Blue
DVD Start:
23.10.2009
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Powder Blue

POWDER BLUE vereint zwei Haupterzählstränge, die nebeneinander her laufen, ohne nennenswerte Berührungspunkte zu finden. Die Geschichte um Forest Whitaker weist erstaunliche Parallelen zum Goldene Palme Gewinner „Der Geschmack der Kirsche“ von Abbas Kiarostami auf: Auch hier ist ein Mann seines Lebens überdrüssig, fürchtet aber die Bestrafung im Jenseits – so sucht er sich hier einen Mörder, im Film von Kiarostami lediglich einen Bestatter. Auch die Psychologisierung der Figur fällt hier wesentlich flacher und eindimensionaler aus – während das iranische Meisterwerk die Beweggründe des Protagonisten unklar ließ, bekommt man hier eine lauwarme, abgestandene Erklärung aufgetischt. Bei einem Autounfall ist die geliebte Frau verstorben, das Leben hat keinen Sinn mehr. Die seelische Reinigung der Figur erstreckt sich über den gesamten Film, wird zunehmend einfältiger und ist überfrachtet mit religiöser Symbolik von einfachstem Strickmuster.

Der zweite Plot ist nicht weniger sentimental und vorhersehbar geraten: Ray Liotta spielt einen todkranken Mann, der auf der Suche nach seiner Tochter ist, die er noch nie zuvor gesehen hat. Nach einem langen Gefängnisaufenthalt will er mit ihr ins Reine kommen. Die Tochter (Jessica Biel in ihrer bisher ambitioniertesten Rolle) arbeitet als Stripperin und steht kurz vor dem Absturz in die Prostitution, weil sie die Krankenhausrechnungen für ihren im Koma liegenden Sohn kaum begleichen kann. Zwar endet diese Geschichte weniger erfreulich und nicht direkt versöhnlich, spart aber auch nicht mit christlich verbrämter Bildsprache. In seiner Eindeutigkeit lässt das Drehbuch jeglichen Tiefgang vermissen und ergeht sich stattdessen in abgestandenen, moralistischen Dialogen, die ohne jeden Anflug von Ironie auskommen müssen. Überhaupt ist „Powder Blue“ in seiner emotionalen Manipulation ein sehr angestrengter Film geworden, der sich mit überfrachteten Dialogen zusätzlich Steine in den Weg legt.

Abgesehen von diesen Defiziten, die eine Funktion als bewegendes Drama leider ausschließen, lassen sich viele oberflächliche Stärken finden: Die mit Stars gespickte Besetzung holt beispielsweise wirklich alles aus den flach gezeichneten Charakteren raus. Sei es Lisa Kudrow („Friends“) als herzensgute Kellnerin, Patrick Swayze (hier in seiner letzten Filmrolle zu sehen) als schmieriger Club-Besitzer und Zuhälter oder Country-Legende Kris Kristofferson („Convoy“, „Blade“) als undurchsichtiger alter Bekannter von Ray Liotta – bis in die letzte Nebenrolle ist „Powder Blue“ exquisit besetzt und zusätzlich von einem eindringlichen, abwechslungsreichen Soundtrack untermalt. Oscar-Gewinner Forest Whitaker trägt bisweilen sehr dick auf, hat aber auch die ultimative Tearjerker-Rolle abbekommen, in der ihm zwischen jammervollen Gesichtsausdrücken und tränenerstickter Stimme nicht viel kreativer Freiraum bleibt.

Nach dem Kriegs-Drama „Green Dragon“ (2001) ist „Powder Blue“ die zweite Regie-Arbeit von Timothy Linh Bui, der bereits in seinem Debüt Whitaker und Swayze besetzt hatte. Rein formell gelingt dem gebürtigen Vietnamesen eine ansprechende Arbeit, die besonders durch elegante und dynamische Kameraführung überzeugt. Leider taumelt der Film immer wieder über die Grenze zum trivialen Kitsch und zeigt sich auch sonst wenig sensibel, so werden einige Strip-Szenen unnötig als Schauwerte ausgestellt. Überraschend, das Linh Bui trotz auf der Strecke gebliebener Glaubwürdigkeit und mangelnder Verdichtung der Handlungsstränge ein überaus unterhaltsamer und tatsächlich bis zum Schluss fesselnder Film gelungen. Dennoch sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt sein – mehr als ein schick aufgemachter und gut gespielter Tränendrücker erwartet den Zuschauer hier nicht.

Zur DVD:
Das knapp 17-minütige Making Of konzentriert sich auf den visuellen Aspekt und zeigt einen sehr professionell arbeitenden und dennoch sympathischen Regisseur bei der Arbeit mit Cast und Crew. Zusätzlich enthält die qualitativ einwandfreie Veröffentlichung aus dem Hause Sunfilm jeweils einen deutschen und einen englischen Trailer zum Film, sowie eine Fotogalerie, die nochmals die optische Schönheit hervor heben soll, im Endeffekt aber überflüssig ist. Zu guter Letzt gibt es einen erhellenden (aber nicht untertitelten) Audiokommentar, gut gelaunt gesprochen von Timothy Linh Bui und Produzent Tracee Stanley.

by Marco Siedelmann
Bilder © Sunfilm