Marketa Lazarová - DVD

DVD Start: 03.03.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 158 min

Marketa Lazarová DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Mikolás und sein Bruder Adam rauben für ihren tyrannischen Vater Kozlík Reisende aus. Während einer ihrer Überfälle nehmen sie einen jungen Deutschen als Geisel, dessen Vater jedoch entkommen kann und dem König vom Raub und der Entführung berichtet. Kozlík, der den Zorn des Königs fürchtet, schickt Mikolás zu seinem Nachbarn Lazar, um diesen zu zwingen, gemeinsam mit ihm in den Kampf zu ziehen. Als dieser sich weigert, entführt Mikolás aus Vergeltung Lazars Tochter Marketa, die gerade einem Kloster beitreten wollte. Währenddessen schickt der König seine Armee los und fordert Lazar auf, sich mit ihm gegen Kozlík zu verbünden…

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Vertrieb: Alive / Bildstörung
Tonformate:
Tschechisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Der Schicksalsrausch des František Vláčil (Doku, 2003, 50 Min.)
- Das Leben František Vláčils (Kurzdoku, 1995, 15 Min.)
- Im Netz der Zeit (Kurzdoku, 1989, 20 Min.)
- Filmbegleitendes Gespräch mit Olaf Möller
- Interviews mit Filmjournalistin Zdena Škapová, Kunsthistoriker Jan Royt und Restaurationsleiter Ivo Marák
- Storyboard-Galerie
- Booklet mit einem Essay von Marc Vetter


DVD und Blu-ray | Marketa Lazarová

DVD
Marketa Lazarová Marketa Lazarová
DVD Start:
03.03.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 158 min.

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Blu-ray
Marketa Lazarová Marketa Lazarová
Blu-ray Start:
03.03.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 165 min.

DVD Kritik - Marketa Lazarová

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 10/10
Gesamt: | 8/10


Sperriger Epochenwandel
Man stellt sich manchmal die Frage ob man einem Film einen Gefallen tut, wenn man ihm ein bestimmtes Prädikat verpasst. So wurde der vorliegende Film „Marketa Lazarova“ von dem Kritikerverband Tschechiens als bester tschechischer Film aller Zeiten ausgezeichnet. Marketa Lazarová SzenenbildNicht nur ist eine solche Ehrung oftmals eine reine Geschmackssache und dürfte bei weitem nicht der Meinung aller entsprechen, sondern solche Wahlen an sich und das Ergebnis sind generell diskussionswürdig. Denn worin liegen die Kriterien begründet? Qualitative Maßstäbe verschieben sich auch öfters und was modern ist, ist irgendwann antiquiert. Zudem schraubt dieses Prädikat die Erwartungen an das letztendliche Produkt sehr in die Höhen. So bleibt es eigentlich nicht aus, dass das Ergebnis letztlich enttäuscht. Oder zu enttäuschen droht. Wenn man schon etwas vorsichtig an den Film herangeht, so wird genau dieses auch bewahrheitet.

Denn „Marketa Lazarova“ ist einfach zu sperrig ausgefallen als das man sich rein unterhalten fühlt. Aus heutiger Sicht sind die, wenigen, Actionszenen recht betulich ausgefallen und hier merkt man dem Film das Alter an. Aber die Action steht nicht im Vordergrund, sondern lässt Konflikte kulminieren. Und hier liegt der eigentliche Knackpunkt. Denn zentral ist das Drama der Charaktere die zu Zeiten des Epochenwandels ihren Weg suchen. Der Film spielt im Mittelalter als das Christentum im Baltikum sich immer mehr ausbreitet und das Heidentum verdrängt. Marketa Lazarová SzenenbildDas hat natürlich auch Machtfaktoren im generellen Maßstab, aber auf persönlicher Ebene droht der Sinnverlust. All dieses wird aber nur symbolisch behandelt und wird nicht sonderlich klar herausgearbeitet. Das eigentliche Problem liegt daran, das man keinen Zugang zu den Charakteren bekommt. Alle sind unsympathisch, alle begehen nicht nachvollziehbare Handlungen, sind brutal und / oder dumm und müssen ihre neue Rolle finden. Ob das nun gut oder schlecht ist, wird offen gelassen. Dabei konzentriert man sich auch nicht auf einige wenige Figuren und nimmt diese exemplarisch für die historische Umwälzung, sondern will alle gleich behandeln. Was dann auch dazu führt, dass die Titelheldin nur recht selten vorkommt und dann auch noch sehr passiv ist. Nur sehr langsam baut sich die doch recht übersichtliche Handlung auf und auch die Symbole sind nicht sofort als solche erkennbar. Vor allem letztere sind ja eben die Zeichen mit denen der Film zeigen kann, was er eben bezweckt: die Schilderung eines Epochenwandels. Um diese prägnant zu spiegeln, sind sie aber zu dürftig ausgefallen und wenn sie dann mal vorkommen, sind sie sehr übertrieben und gehen schon in den Surrealismus. Ja, „Marketa Lazarova“ will einen Monumentalismus aufbauen, was aber zu einer thematischen Überfrachtung führt die nicht gerade mitzureißen vermag. Formal hingegen ist der Film wirklich gelungen, macht ihn aber leider auch anstrengend, was dann das Vergnügen im Stilwillen erstickt.

Marketa Lazarová Szenenbild Der Ton als auch das Bild sind sehr gut. Vor allem letzteres kann mit den scharfen Konturen punkten. Gerade bei Filmen die in Schwarzweiß gedreht worden sind, wirkt es schnell matschig und unscharf, hier aber ist es gestochen scharf. Zudem ist der Film mit einer Bonusdisk versehen, die randvoll mit Extras versehen worden ist und lohnt sich allemal. Auch der Audiokommentar ist lohnenswert und liefert interessante Einblicke in die damalige tschechische Filmindustrie.


Fazit:
Das Prädikat „Bester tschechischer Film aller Zeiten“ schadet eher dem Streifen, da er zu hohe Erwartungen weckt. Formal gelungen, kann er aber keine griffigen Symbole finden und erstickt jeden Ansatz im Stilwillen, da er keine Empathie bei den Zuschauern wecken kann. Zwiespältig.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Bildstörung