Russell Crowe

Russell Crowe ©Caroline Bonarde Ucci

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Russell Ira Crowe
Geburtstag:
07.04.1964
Geburtsort:
Wellington, Neuseeland


zum Interview mit Russell Crowe


Info und Kurzbiographie zu Russell Crowe
Mutter: Jocelyn Crowe (Gastronomin)
Vater: Alex Crowe (Gastronom)
Ehefrau: Danielle Spencer (seit 2003)
Sohn: Charles Spencer Crowe (geb. 22.12. 2003)

Filmographie Russell Crowe

Russell Crowe hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:


Broken City
Broken City
(2013)

Das Comeback
Das Comeback
(2005)




Die Mumie
Die Mumie
(2017)


Gladiator
Gladiator
(2000)


Man of Steel
Man of Steel
(2013)

Noah
Noah
(2014)

Robin Hood
Robin Hood
(2010)





The Nice Guys
The Nice Guys
(2016)


Winter's Tale
Winter's Tale
(2014)


Regisseur:



Produzent:

Robin Hood
Robin Hood
(2010)


Ausführender Produzent:




Interview mit Russell Crowe

Tele 5: Wovor hat ein Mann wie Russell Crowe Angst?
Russell Crowe: Immer wieder werde ich das gefragt. Ob ich furchtlos sei. Dabei bin ich einer der ängstlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Und das ist auch gut so. Ohne Angst wäre ich kein Mensch. Ich versuche meine Angst zu verstehen, sie zu kontrollieren und durch die Angst durchzugehen. Furchtlosigkeit ist eine Form von Geisteskrankheit.

Was fürchten Sie genau?
Es gibt viele Dinge, die ich fürchte. Vor allem als Vater von zwei Kindern. Seit ich Kinder habe, bin ich so verletzlich wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Reden Sie mit Ihren Kindern über die Kampfszenen in Ihren Filmen?
Na ja, wenn es ein Kostümfilm ist, können sie schon zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Aber meine Jungs sind erst sechs und dreieinhalb. Da führen wir noch keine Diskussionen über die Sinnlosigkeit des Krieges, sondern ich muss eher aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig umbringen (lacht).

Fühlen Sie sich oft missverstanden?
Wir Australier sind ein sehr sarkastisches Volk. Aber Sarkasmus kommt im geschriebenen Wort oft nicht rüber. Wenn ich etwas in sehr trockenem Ton sage, liest sich das später, als wäre ich lächerlich aggressiv gewesen. Immer wieder wird behauptet, ich sei ein Typ, der schnell ausrastet. Das stimmt einfach nicht. Ich bin sehr konzentriert und da baut sich natürlich viel Energie auf. Vor allem wenn ich bei der Arbeit tief in meinem Innern nach Emotionen graben muss. Ich bin nicht zornig, ich bin speziell. Ich will nicht im Kreis rennen, wenn ich auch auf direktem Weg zum Ziel kommen kann.

Wie kommt es zu so einem Image?
Eine Zeitlang haben sich alle höllisch für mich interessiert. Und weil ich zwischen den verschiedenen Drehs immer auf meiner Farm in Australien war und mit niemandem geredet habe, hat man sich so einiges ausgedacht. Und da passt wohl das Bild des Typen, der sich von der Gesellschaft fernhält und wütend ist.

Als ‚Robin Hood‘ haben Sie die unvergleichliche Cate Blanchett an Ihrer Seite. Wie sind Sie miteinander ausgekommen?
Sie ist der wärmste und lustigste Mensch, den man sich an einem Set nur wünschen kann. Was ich besonders an ihr mag: Nach einem harten Drehtag will sie die Füße hochlegen, einen Wodka trinken und plaudern. Auch beim Drehen war es fantastisch mit ihr. Sie hat gleich kapiert, wie sie mich nehmen muss, dass mein Ton manchmal härter ist, als das was ich sagen will.

Wie meinen Sie das?
Ein Beispiel: Wenn ich gerade zum xten Mal mitten in einem Kampf in einer Herde von 130 Pferden galoppiere, und zwischendrin zu Cate sage: „Dein Pferd steht an einer gefährlichen Stelle, führe es doch ein paar Meter zurück." Dann bin ich natürlich außer Atem, angestrengt und wahrscheinlich auch gereizt und spreche schneller, als man es in einer höflichen Konversation erwarten würde. Aber Cate reagiert sofort und hört nur auf die Worte und lässt meinen Ton völlig außer Acht. Damit hätte ich bei ihr nicht unbedingt gerechnet.

Kannten Sie sie vorher gar nicht?
Nur ganz flüchtig. In Australien gibt es neuerdings Briefmarken mit unseren Köpfen drauf. Bei den Feierlichkeiten haben wir uns getroffen. Sie sagte zu mir: „Ich kann es gar nicht erwarten, dass Tausende von Australiern mich ablecken." Und ich habe ihr ins Ohr geflüstert: „Weißt du was, die sind mittlerweile selbstklebend."

Wie hat sich die Beziehung zu Ihrem Lieblingsregisseur Ridley Scott im Lauf der Jahre entwickelt?
Früher hat er mir zugehört. (lacht) Weil er mich nicht gekannt hat. Heute weiß er, dass uns trotz aller Uneinigkeiten am Ende immer etwas gelingen wird, wenn die Kamera läuft. Wir sind miteinander gewachsen, aber unsere Erwartungen werden natürlich auch immer größer. Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten. Bei ihm weiß ich, dass die Infrastruktur stimmt, ich weiß, dass er keine Kosten überzieht, auch wenn es ein teurer Film ist. Er weiß genau, was er hat und was er tut und das schätze ich.

Streiten Sie auch?
Wir sind oft verschiedener Meinung, aber wir brüllen uns nicht an, auch wenn die Medien das gerne hätten. Wir diskutieren. Und ich verstehe, dass er nicht immer meinen Punkt sieht und umgekehrt.

Sie sind einer der großen Helden des Kinos. Wie wichtig ist es, auch im Alltag niemals aufzugeben?
Meine Frau hat in England gerade eine Platte veröffentlicht, an der sie Jahre gearbeitet hat. Es traf sich, dass unsere Pressetermine zusammenlagen und so wollten wir gemeinsam nach England fliegen. Aber dann kam ein isländischer Vulkan ins Spiel. Und hat ihre ganzen Terminpläne ruiniert. Da war meine Frau ziemlich verzweifelt. Und ich habe zu ihr gesagt: „Deine Platte ist klasse. Du musst nur weiter daran glauben.

So gehen Sie auch selbst mit Niederlagen um?
Ja. Ich sehe sie als Frage, wie sehr ich an mich glaube. Ich sage mir: ‚Das Universum will dich testen

Könnten Sie es sich vorstellen, jeden Tag des Jahres zu drehen?
Allerdings. Am Set zu sein, das gibt mir unheimlich viel Energie. Wenn ich mit Ridley drehe, muss ich jeden Moment 900 Drehbucheinzelheiten im Kopf haben. Aber was mache ich in meiner Arbeit? Ich reite auf Pferden! Ich erobere Burgen, das macht mir irre Spaß. Wenn ich einen Film mache, gehe ich auf eine Zeitreise. Ich reite auf meinem Pferd durch ein mittelalterliches Dorf. Ich sehe keine Stromleitungen, keine Reifenspuren, gar nichts Modernes. Und dann bin ich plötzlich wirklich dort, das fühlt sich anarchisch, seltsam und wild an. Es ist eine große Ehre so etwas tun zu dürfen. Nach dem Dreh von „Robin Hood" habe ich mich gefragt, ob ich jemals wieder an so ein gigantisch tolles Filmset kommen werde.

Quelle: Tele 5 (Interview: Frances Schoenberger für Tele 5)