Otto Waalkes

Otto Waalkes ©2013 Constantin Film Verleih GmbH

Daten und Fakten

Geburtstag:
22.07.1948
Geburtsort:
Emden; Deutschland


zum Interview mit Otto Waalkes

Filmographie Otto Waalkes

Otto Waalkes hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:





Stimme:




Produzent:



Otto's Eleven
Otto's Eleven
(2010)


Drehbuchautor:


Otto's Eleven
Otto's Eleven
(2010)



Interview mit Otto Waalkes

Warst du zur Vorbereitung auf das Voicing von DINOSAURIER 3D im paläontologischen Museum München?
Na klar! Ich habe mich den Sauriern im paläontologischen Museum erstmal persönlich vorgestellt. Der Kopf des Plateosaurus da ist so groß wie ein Kleiderschrank! Das hat mich fasziniert. Das Skelett kommt einem vor wie ein Fantasiegebilde – Wahnsinn, dass es ihn wirklich gab – und ich hab ihn so knapp verpasst!

Gäbe es heute noch Saurier – wie würde die Welt aussehen?
Gäbe es sie heute noch, dann hätte jeder von uns einen eigenen Saurier zu Hause und würde ihn wie ein Hündchen in den Garten setzen. Wir würden uns bestimmt gut mit ihnen verstehen. Sie könnten mit meinen Ottifanten spielen!

Der Film lebt von einer Mischung aus Lehre und Spiel. Fehlt diese Mischung in Schulen?
Das kann schon sein. Um die Missstände an den Schulen ein für alle Mal zu beseitigen, habe ich damals ja extra Pädagogik studiert. Aber dann hab ich ja doch die Seiten gewechselt. An meiner Gitarre. Hier bin ich als Erzähler jetzt beides: Belehrer und Unterhalter. Wichtig war mir eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Otto Waalkes Filmpremiere DINOSAURIER 3D im Cinemaxx, München am 8.12.2013
Otto Waalkes Filmpremiere DINOSAURIER 3D im Cinemaxx, München am 8.12.2013 - © 2013 Constantin Film Verleih GmbH / Goran Nitschke / BrauerPhotos

Steht der Unterhaltungsanspruch grundsätzlich vor dem Lehranspruch von Filmen, wie einige meinen?
Bei diesem Film nicht. DINOSAURIER 3D gibt Beispiele, wie tragisch Dinge im Leben enden können. Es ist ein sehr intelligent gemachter Film, bei dem Kinder auch etwas lernen sollen. Aber mein persönlicher Auftrag war nicht, mit dem pädagogischen Zeigestock zuzuschlagen. Mir ging es um eine angenehme und kindgerechte Erzählform. Wer hätte gedacht, dass man von Otto noch etwas lernen kann!

Kanntest du die BBC Serie auf der der Film basiert?
Nein, die kannte ich nicht. Das war eine amerikanische und sehr kostspielige Produktion und man dachte, man könnte sie auch für einen Film einsetzen. Es ging dann vor allem darum, eine geeignete Form zu wählen, um den Inhalt besser verständlich zu machen. Da haben sie an mich gedacht, weil sie einen Erzähler wollten, der die doch etwas belehrende Form des Films ein wenig aufweicht. Ich bin kein Synchronsprecher, aber als Erzähler durch diese Sache zu führen, hat mich dann doch interessiert. Das hatte vor allem mineralogische Gründe: Es gab nämlich Kies.

Der Film zeigt neben den schönen auch die harten Seiten des Lebens. Ist es falsch, Kindern z.B. den Tod zu verschweigen?
Gut, dass Sie gerade mir diese Frage stellen, ich habe nämlich keine Ahnung. Warum sollte man Kindern aber den Tod verschweigen? Sie kriegen doch mit, dass kleine Insekten oder andere Tiere sterben. Warum sollte also das Leben des Menschen nicht auch irgendwann zu Ende gehen? Das kann man ihnen durchaus sagen, da sollte man Kinder nicht unterschätzen. Sonst werden sie am Ende nie erwachsen und dann kommt so etwas dabei heraus wie ich, das kann doch niemand wollen.

Als Erzähler lädt deine Figur Alex zu einer Zeitreise ein. Könntest du eine Zeitreise machen, wohin würde sie gehen?
Ich würde nicht mehr als eine Woche zurück reisen –vielleicht würde ich sogar nur eine Stunde zurückgehen, weil man so nämlich noch besser in Erinnerung hat, was man verbessern kann. Vielleicht auch nur ein paar Minuten, um meine Antworten in diesem Interview ein bisschen besser zu strukturieren. Also, wie war die Frage?

Alex deutet in seiner Erzählung das Aussterben der Menschen an...
Ja, das habe ich als ironische Bemerkung am Rande gemacht, aber ich glaube, das Bewusstsein der Menschen ändert sich mit der Zeit und nach so vielen Katastrophen kann es kaum schlechter werden. Für mich ist der Mensch verbesserungsfähig und generell gut. Nicht alle, aber einige.

Der Film vermittelt einige Lebensweisheiten. Welche davon ist dein Favorit?
Dass es sich lohnt weiterzumachen und zu kämpfen, finde ich eine schöne Weisheit, weil dadurch das Durchhaltevermögen animiert wird. Passt ja auch gut zu einem Animationsfilm. Es besteht immer eine kleine Chance und man sollte nicht zurück schauen, sondern nach vorne: auf das bevorstehende Aussterben.

Können wir die Gegenwart nur über die Vergangenheit verstehen?
Es bleibt uns ja gar nichts anderes übrig! Dass ich hier sitze, kann ich nur verstehen, wenn ich weiß, dass ich mich vorhin hier hingesetzt habe. Das Gute ist: Daran kann ich mich noch erinnern. An die Dinosaurier dagegen kann ich mich ganz und gar nicht mehr erinnern, da bin ich auf Filme wie diesen angewiesen.

Ist es als gerne improvisierender Comedian schwierig, beim Voicing vorgegebene Lippenbewegungen zu beachten?
Wir haben in DINOSUARIER 3D durchaus improvisiert. Bei ICE AGE waren die Lippenbewegungen immer genau vorgegeben. Aber als Alex hatte ich sehr viel Freiraum. Solveig Duda, die deutsche Regisseurin, war super, sie hat mich geführt, mir aber auch Freiheiten gelassen: Ich konnte meine Teepausen frei einteilen und durfte nach 15 Stunden Synchronisation sogar auch manchmal meine Krawatte lockern.

Fehlt dir bei der Synchronisierung die Interaktion mit den Zuschauern?
Ein bisschen. Wenn ich nur Voicing machen würde, dann wäre das schlimm für mich, aber ich bin zum Beispiel auch momentan auf Tournee. Ich liebe den direkten Kontakt mit den Menschen und sehe gerne die großen Augen der Kinder, wenn sie die Ottifanten fangen, mit denen ich sie bewerfe.

Siehst du dir auch die Reaktionen der Menschen auf einen Film gerne an?
Ja, bei der Premiere beobachte ich gerne die Reaktionen der Leute. Wenn es nicht bei der Premiere ist, dann sehe ich mir die Sache inkognito an. Als Dinosaurier verkleidet, vielleicht. Als Vogel würde mich ja dann jeder erkennen.

Einer der Hauptstränge des Films ist das Geschwister-Thema. Was soll damit transportiert werden?
Das hat die BBC sehr geschickt ausgewählt, weil man mit dem Konkurrenzdenken zwischen den zwei Dino-Brüdern gute Identifikationsmöglichkeiten hat. Das Brüder-Thema mündet dann in die Botschaft, dass die Familie das allerwichtigste ist - muss ja nicht die eigene sein. Das ist die große Botschaft des Films, die gerade in der Weihnachtszeit so wichtig ist.

Ist der Film ein Weihnachtsfilm?
Für mich auf jeden Fall. Schon alleine deshalb, weil er um Weihnachten herum in die Kinos kommt. Und es kommt auch noch ein Vogel auf den Tisch, äh, auf die Leinwand.

Woran arbeitest du derzeit noch?
An der Fortsetzung der Zwergen-Filme! Das Drehbuch ist schon fertig und die Zwerge suchen schon ihre Mützen zusammen. Wir sind aktuell noch in den Verhandlungen, der Film ist noch in der Ferne. Aber er kommt. Ich kann schon die Zipfel sehen!

Interview by Sima Moussavian