Natalie Portman

Natalie Portman ©gdcgraphics

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Natalie Hershlag
Geburtstag:
09.06.1981
Geburtsort:
Jerusalem, Israel


zum Interview mit Natalie Portman


Info und Kurzbiographie zu Natalie Portman
Natalie Hershlag wurde am 9. Juni 1981 in Jerusalem geboren - als einziges Kind eines israelischen Arztes und einer jüdischen amerikanischen Mutter, die heute ihre Agentin ist. Wenig später zieht die Familie in die USA. Die jüdischen Großeltern flüchteten in den 1930er-Jahren von Europa nach Palästina, die Urgroßeltern kamen in Auschwitz ums Leben. Portman ist übrigens der Mädchenname der Großmutter.

Natalie ist ein echtes Sprachtalent: aufgrund ihrer zweisprachigen Erziehung spricht sie fließend Englisch und Hebräisch, außerdem Französisch, Spanisch, Japanisch und Arabisch.

Ob Killer-Freundin, Weltraum-Königin oder Stripperin, Natalie überzeugt mit Können und elfengleicher Schönheit. Der Durchbruch kam für die 13-jährige mit der Rolle der cleveren Mathilda in Luc Bessons LEON – DER PROFI, für die sie aus 2000 Bewerberinnen ausgewählt worden war.

Es folgten Erfolgsproduktionen wie MARS ATTACKS! oder Woody Allens Musical ALLE SAGEN I LOVE YOU. Zu ihren bekanntesten Rollen gehört die der Padme Amidala in der STAR-WARS-Reihe, in der sie nicht nur mit ausladenden Kopfbedeckungen beeindruckte.

In Mike Nichols‘ HAUTNAH spielte sie außerdem neben Julia Roberts und Jude Law ihre erste „erwachsene“ Rolle und erhielt dafür einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

Bei der schönen Schauspielerin kommt Kunst vor Schönheit: Für die Comic-Verfilmung „ V Wie VENDETTA“ lässt sich Natalie 2005 den Kopf kahl rasieren und sieht natürlich auch mit Glatze unverschämt gut aus.

Überhaupt findet die 29-Jährige Schönheit ziemlich langweilig und sogar störend, wenn es das einzige ist, das für Menschen zählt. Wenn das keine sympathische Einstellung ist.

Sie will nicht perfekt sein und sagt: "Ich will einfach mein Bestes geben. Das verlange ich von mir selbst. Aber Perfektion beim Schauspielern ist etwas ganz anderes. Man sucht nach Unvollkommenheit, weil man Menschen portraitiert, die weit von Perfektion entfernt sind."

Natalie macht Film-Kunst: 2008 stellt sie auf der Berlinale ihren Film „Die Schwester der Königin“ vor, in dem sie neben Scarlett Johansson als intrigante und egozentrische Anne zu sehen ist; im gleichen Jahr wird sie in die Wettbewerbsjury von Cannes berufen. 2010 eröffnet ihr aktueller Film „Black Swan“ die Filmfestspiele von Venedig. Die Kritiker sind begeistert.

Immer wieder unterbricht Natalie das Filmen, um im Theater mit Live-Publikum in Kontakt zu treten; so war sie z.B. in „Das Tagebuch der Anne Frank“ am Broadway oder in „Die Möwe“ neben Meryl Streep und Kevin Kline zu sehen.

Lieber schlau als ein Filmstar: Trotz aller Erfolge unterbrach sie ihre Karriere, um die High School und anschließend ein Psychologie-Studium an der Harvard University abzuschließen. In einem Interview sagte sie dazu, das wichtigste am College sei gewesen, dass sie jetzt ein „echtes Leben“ habe.

Seit ihrem achten Lebensjahr ist Portman Vegetarierin, ernährt sich mittlerweile vegan und versucht diese Lebenseinstellung konsequent umzusetzen: z.B. als Designerin von ökologisch einwandfreien Schuhen ohne Leder und andere tierische Materialien; leider musste das Unternehmen mittlerweile Insolvenz anmelden. 2009 gab sie zu, „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer hätte sie dazu animiert, gänzlich auf tierischen Produkten zu verzichten.

„Jetzt singt sie auch noch“: Auf einem Track der amerikanischen Comedy-Gruppe The Loney Island zeigt Natalie eine ganz neue Seite von sich: in „Natalie‘s Rap“ gibt sie ein fiktives Interview und beantwortet die Fragen rappend - mit exzessivem Gebrauch von Schimpfwörtern – echt frech! Und echt witzig!

Mit 15 sagte sie in einem Interview mit Harper‘s Bazaar über Patrick Swayze: "Ich glaube ich bin nur Schauspielerin geworden, weil ich dachte, dass es eine Möglichkeit gäbe ihn irgendwann zu treffen, weil er einfach unglaublich ist."

Spannung und Aufregung erlebt Natalie nicht nur im Film, sie liebt Nervenkitzel auch im wahren Leben: In einem Interview verriet sie, dass sie extreme Gefühle liebt. Gerade weil sie eher ängstlich sei, treibt sie der Wunsch an, dieses Gefühl zu überkommen. Aber sie geht nur kalkulierte Risiken ein, wie bei ihrem Hobby, dem Tiefsee-Tauchen.

Dazu passt, dass es Natalie immer wieder zu gewagten Projekten hinzieht. In “Black Swan” geht sie als Ballerina Nina an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Doch sie findet: je mehr man investiert, desto mehr gewinnt man auch. Mutig.

Filmographie Natalie Portman

Natalie Portman hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:

Auslöschung
Auslöschung
(2018)

Black Swan
Black Swan
(2010)

Brothers
Brothers
(2009)



Goyas Geister
Goyas Geister
(2006)


Jackie
Jackie
(2016)





Mr. Gaga
Mr. Gaga
(2015)


Song to Song
Song to Song
(2017)



Thor
Thor
(2011)




Vox Lux
Vox Lux
(2018)


Your Highness
Your Highness
(2010)


Regisseur:




Produzent:






Ausführender Produzent:




Drehbuchautor:





Interview mit Natalie Portman

Natalie Portman im Interview zu "Thor: The Dark Kingdom"


Die „Thor“ Filme sind ja nun etwas ganz anderes als beispielsweise „Black Swan“. Sitzen Sie da manchmal zu Hause und diskutieren mit Ihrem Oscar darüber, was für Rollen Sie annehmen sollen?
Nein, ich denke, dass es wirklich gut ist, so viele verschiedene Projekte zu machen. Jede Rolle präsentiert ganz andere Herausforderungen, bringt aber auch andere Freuden. Außerdem ist ja auch jeder Zuschauer vielseitig. Manchmal möchte man etwas wirklich tiefgehendes, berührendes sehen, manchmal lieber ein Fantasy-Epos wie „Thor“. Ich glaube, es gibt wirklich genug Platz in meinem Leben für all diese verschiedenen Arten von Filmen.

Beim ersten "Thor"-Verfilmung wurde von Kenneth Branagh Regie geführt, dieses Mal von Alan Taylor. Hat sich an Ihrer Figur der Jane Foster dadurch etwas verändert?
Kenneth und Alan unterscheiden sich persönlich sehr voneinander, aber die Arbeit war mit beiden toll. Ken hat eine Shakespeare-ähnliche Herangehensweise an die Figuren und immer ein tiefes Verständnis für die Charaktere. Alan ist ein wahrer Philosoph und ist immer sehr darauf bedacht, die Figuren auf ein tieferes Level zu führen.

Inwiefern konnten Sie die Weiterentwicklung Ihrer Figur selbst beeinflussen? Jane Foster spielt ja nun eine zentralere Rolle als in dem ersten Film.
Wir haben alle gemeinsam viel darüber nachgedacht, was Jane Foster seit dem ersten Film so durchgemacht haben wird. Allein schon die Tatsache, dass sie weiß, dass Thor mit den Avengers auf der Erde war, sich aber nicht bei ihr gemeldet hat. Das ist für eine Frau natürlich auch nicht schön (lacht). Ich hatte aber von Anfang an das Gefühl, dass die Figur im Drehbuch schon sehr gut dargestellt wurde, so dass ich nicht übermäßig viel Einfluss nehmen musste.

Stimmt es, dass es Ihnen wichtig war, dass Jane dieses Mal auch ordentlich zu dem Humor im Film beitragen kann?
Ich fand es auf jeden Fall toll, dass Jane lustig sein durfte. Ich finde, dass die Tatsache, dass keiner sich zu ernst nimmt eine der besten Eigenschaften der Marvel Filme ist.

Was findet Jane an Thor so toll?
Ich glaube, Frauen tendieren dazu, ihre Männer gerne mal zu vergöttern und sie auf ein Podest zu stellen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass meine Freundinnen und ich das in der Vergangenheit des Öfteren getan haben. Daher ist es doch toll, wenn man sich dann tatsächlich einmal in einen echten Gott verlieben kann (lacht).

Gibt es einen weiblichen Superhelden, den Sie gerne einmal spielen würden?
Ich habe da so noch nie drüber nachgedacht, aber ich bin mir sicher, dass die Zeit reif ist für weibliche Superhelden. Ich würde sie also nicht unbedingt spielen, würde mir einen solchen Film aber auf jeden Fall ansehen!

Wie war es, Tom Hiddleston und Chris Hemsworth gleich beide ohrfeigen zu dürfen?
(Lacht) Ja, Jane hat es dieses Mal faustdick hinter den Ohren und teilt gerne mal aus! Mir hat es Spaß gemacht. Die Jungs haben mich ermutigt, sie auch wirklich zu schlagen, damit es echt aussieht. Sie sind beide so groß und kräftig, dass ich nicht glaube, dass ihnen das auch nur im Entferntesten wehgetan hat.

Sie haben bei „Star Wars“ mitgespielt und jetzt bei „Thor“. Beide haben ein immenses Following an Fans. Waren Sie jemals ähnlich verrückt nach etwas?
Ich stand nie auf Comics oder solche Dinge, aber es gab eine Buchserie, die „The Baby-Sitters Club“ hieß. Es gab davon tierisch viele Folgen und in den USA waren sie unter jungen Mädchen sehr beliebt. Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, stand ich bestimmt fünf Stunden lang Schlange um die Autorin zu treffen und brachte gleich meine eigenen Vorschläge für neue Figuren mit. Ich war wirklich verrückt danach und glaube, ein ganz gutes Verständnis dafür zu haben, was es heißt, riesiger Fan von einer Sache zu sein.

Hatten Sie auch schon Begegnungen mit Fans, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?
Bis jetzt waren meine Erfahrungen alle positiv. Ich habe auch wirklich das Gefühl, dass die Fans in den Entstehungsprozess dieser Filme immer sehr mit eingebunden werden. Gerade in den Zeiten des Internets, wo jeder seine Meinung äußern kann. Ich glaube, dass die Studios da wirklich zuhören und ihnen die Fans wichtig sind. Nicht zu vergessen dass die Leute, die diese Filme machen die wahrscheinlich größten Marvel Fans überhaupt sind.

Aber Sie selber interagieren nicht mit Fans? Beispielsweise auf Twitter oder ähnliches?
Nein, das stimmt. Die sozialen Netzwerke liegen mir einfach nicht. Aber ich komme bei Premieren oder Events wie Comic Con in Kontakt mit den Fans.

Worin lag die Herausforderung bei der Rolle der Jane Foster?
Es ist nicht die Art von Film, bei dem man groß Research betreiben oder sich bestimmtes Wissen aneignen muss. Es ist ein Fantasy-Film, also habe ich es genossen, einfach in diese Welt hineinzutreten. Ich empfinde die Arbeit vor dem Green Screen auch immer als große Herausforderung. Man muss sich seine komplette Umgebung vorstellen und hat nichts Handfestes, mit dem man arbeiten kann. Das ist eine tolle Übung für die Vorstellungskraft.

Sie haben Recht: Sie spielen ja nicht nur mit Ihren Schauspielkollegen, sondern auch mit den ganzen Special Effects, die Sie gar nicht sehen können.
Ja, das stimmt. Ich habe den fertigen Film erst vor zwei Wochen zum ersten Mal gesehen und war wirklich verblüfft. Es ist, als würde man Ferienbilder von sich selber sehen, die auf einer Reise aufgenommen wurden, auf der man nie war. Man sieht sich mit Personen reden, die man noch nie traf. Es ist ein wirklich wildes Erlebnis.

Es ist eine ganz andere Art der Schauspielerei...
Ja, ich würde fast soweit gehen und sagen, dass es vielleicht die reinste und ursprünglichste Form der Schauspielerei ist. Ich glaube, dass es den Leuten da auch oft an Anerkennung fehlt. Chris Hemsworth beispielsweise macht das wirklich toll, er interagiert mit Dingen, die gar nicht da sind. Bei klassischen Dramen wird man schnell mit Preisen überhäuft, dabei ist die Leistung, die bei diesen Special Effects Filmen gebracht wird, wahrscheinlich sogar fast noch größer.

Leben Sie noch in LA?
Ja und ich liebe es dort. Ich empfinde es als Vorurteil, wenn die Menschen sagen, dass alles dort künstlich und fake sei. Ich glaube, dass ich eine ähnliche Sichtweise hatte, bevor ich dorthin zog. Aber wenn man die Stadt von innen erlebt, sieht man das schnell anders.

Was ist Ihnen persönlich wichtiger: die Erfahrung, die Sie bei einem Dreh sammeln oder der fertige Film als eine Art Kunstwerk?
Ich glaube, dass beides wichtig ist. Aber das, was einem selbst am meisten bleibt, ist die Erfahrung, die man sammelt. Aber natürlich ist es mir auch wichtig, etwas zu schaffen, dass den Menschen etwas bedeutet und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Was steht bei Ihnen als nächstes an?
Ich werde zum ersten Mal Regie führen. Der Film wird in Israel gedreht werden, es ist eine Verfilmung von „A Tale of Love and Darkness“, den Memoiren von Amos Oz. Dieses Buch hat mich schon lange begleitet und fasziniert. Es bedeutet mir sehr viel, weswegen ich es mir für mein Regiedebüt ausgesucht habe.

Wie fühlen Sie sich nach so einem Dreh, wenn Sie wieder normale Klamotten tragen können?
Ich sehe diese ausgefallenen Kostüme eigentlich sehr positiv. Zum Teil hat es mich fast an die „Star Wars“ Filme erinnert, wobei sie damals noch etwas ausgefallener waren. Es ist unglaublich, wie viel Arbeit in den Designs steckt. Selbst die Stoffe werden einzig für den Film bedruckt. Es macht Spaß, sich so zu verkleiden und sich mal wie eine kleine Prinzessin zu fühlen. Privat laufe ich natürlich in Jeans und T-Shirt rum. Es würde ja komisch aussehen, wenn ich mit asgardischen Kleidern auf dem Spielplatz auftauchen würde (lacht).

Wie bereiten Sie sich auf einen Tag wie heute vor, an dem Sie die Presse treffen müssen?
Da macht man sich dann schon ein bisschen schick und es ist ja auch alles ganz angenehm: man bekommt seine Haare gemacht und wird geschminkt und all das. Es ist auch nett, sich mit so vielen Menschen zu unterhalten. Wir touren jetzt durch so viele Länder und ich finde es interessant, zu sehen, inwiefern sich die Fragen, die die Journalisten stellen, von Land zu Land unterscheiden.

Was ist die häufigste Frage, die Ihnen gestellt wird?
Wahrscheinlich die Frage danach, wie Jane sich von dem ersten zum zweiten „Thor“ verändert hat. Wenn jemand nur eine Frage bekommt, dann ist es meist die.

Wie sieht es mit den ganzen Premieren und den Gängen über den roten Teppich aus – ist das ein notwendiges Übel oder haben Sie auch Spaß daran?
Ich fühle mich auch nach all den Jahren noch nicht wirklich wohl damit. Es ist also schwer, sich da festzulegen. Allerdings ist es auch mal nett, diese glamourösen Momente zu erleben, nachdem man die ganze Zeit Mutter in Jogginghose und T-Shirt war.

Jane war im ersten „Avengers“ Teil nicht zu sehen. Wird sie in „Age of Ultron“ dabei sein?
Ich weiß es nicht, bislang habe ich diesbezüglich noch nichts gehört. Das könnte natürlich ein ziemlich sicheres Zeichen sein, dass sie nicht dabei sein wird (lacht). Aber wir werden sehen.

Welcher Film hat bei Ihnen persönlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
Ich glaube, ich habe wahrscheinlich keinen Film so oft gesehen wie „Dirty Dancing“. Ich liebe so viele verschiedene Filme, aber den hab ich wohl um die hundertmal gesehen.

Jane ist ein ziemlicher Science Geek – sind Sie das selber auch?
Nein, so sehr sicher nicht. Mein Vater ist Arzt und ich erinnere mich daran, dass schon in meiner Kindheit beim Abendessen viel über Wissenschaft gesprochen wurde. Wenn etwas in den Nachrichten kommt, höre ich da immer noch besonders hin. Aber ich habe persönlich leider kein außerordentliches Verständnis dafür (lacht).

Interview by Anne Facompre