Monica Bellucci

Monica Bellucci ©Manfred Werner

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Monica Anna Maria Bellucci
Geburtstag:
30.09.1964
Geburtsort:
Citta di Castello, Umbria, Italien


zum Interview mit Monica Bellucci

Filmographie Monica Bellucci

Monica Bellucci hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:










Pippa Lee
Pippa Lee
(2009)

Sheitan
Sheitan
(2006)

Spectre
Spectre
(2014)





Interview mit Monica Bellucci

TELE 5: Sie spielen in ‚Brothers Grimm‘ die Spiegelkönigin, die durch einen Zauber ewiges Leben erlangt hat. Allerdings altert ihr Körper...
Monica Bellucci: Auf den ersten Blick ist ‚Brothers Grimm‘ ein Kostümfilm, aber die Ideen, um die es geht, sind sehr modern. Die Figur der Spiegelkönigin ist ein gutes Beispiel: Es geht um Verrücktheit, um das Streben nach ewiger Jugend und Schönheit. Das ist ein Wunsch, den viele Menschen heute haben. ‚Brothers Grimm‘ spielt zwar in einer Märchenwelt, aber er handelt von sehr zeitgenössischen Problemen. Deswegen hat mir die Rolle auch so viel Spaß gemacht.

Im richtigen Leben wäre die Spiegelkönigin wahrscheinlich zum Schönheitschirurgen gegangen. Verstehen Sie Frauen, die diesen Schritt machen?
Das tun ja nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Aber es steht mir nicht zu, über andere zu urteilen. Diese Entscheidung muss jeder für sich treffen.

Würde Schönheitschirurgie für Sie selbst in Frage kommen?
Mit dieser Frage muss ich mich zum Glück noch nicht beschäftigen, denn ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut: Ich mache mir nicht über jede Falte Sorgen und strebe auch nicht nach einem perfekten Körper. Aber wer weiß, wie ich in zehn Jahren darüber denken werde.

Können Sie die Angst vor dem Alter nachvollziehen?
Überhaupt nicht. Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden, habe einen Beruf, der mich ausfüllt und vor kurzem meine zweite Tochter bekommen. Die Kinder helfen mir, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Sie erden mich. Ich bin heute viel ausgefüllter und mit mir selbst im Reinen als vor 20 oder 30 Jahren.

Sie wollen nicht ewig leben?
Man muss sich mit bestimmten Dingen einfach abfinden. Das ist nicht einfach, aber so ist es nun mal. Natürlich möchte ich schon allein wegen meiner Kinder so lange wie möglich leben.

Sie haben mal gesagt: „Gäbe es eine Pille, mit der man ewig jung bliebe, würde ich sie nehmen."
Noch einmal: Ich bin weder verrückt noch lebe ich in einer Fantasiewelt. Es gibt keine Pillen, die unsterblich machen. Mit dem Tod muss man Frieden schließen. Nur dann hat man die Chance, zu reifen, würdevoll zu altern und das Leben so lange wie möglich zu genießen. Genau das ist mein Ziel. Ich lebe nämlich sehr gerne.

Heath Ledger, Ihr Partner in ‚Brothers Grimm‘, ist 2008 unter mysteriösen Umständen gestorben. Erinnern Sie sich noch an den Augenblick, in dem Sie von seinem Tod erfahren haben?
Natürlich. Ich war sehr betroffen. Wir haben gut miteinander zusammen gearbeitet. Er war nicht nur ein guter Darsteller, sondern ein wunderbarer Mensch. Ich habe ihn gern gehabt. Er war großzügig, umgänglich, leidenschaftlich. Aber auch sehr einfühlsam.

Am Ende seines Lebens soll er depressiv gewesen sein. Haben Sie davon etwas mitgekriegt?
Überhaupt nicht. Er war energiegeladen und einfallsreich.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit Terry Gilliam?
Es war ein großes Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Er ist jemand, der sehr viel von seinen Schauspielern verlangt. Er weiß genau, was er will, und hat zu jeder Einzelheit eine Meinung. Aber er verlangt auch, dass die Schauspieler nicht nur seinen Anweisungen folgen, sondern sich einbringen. Er will, dass sie ihre Figuren für sich neu erfinden.

Sie sind dieses Jahr in einer Reihe von Hollywood-Produktionen zu sehen. Was ist Ihnen lieber: europäisches oder amerikanisches Kino?
Bei amerikanischen Filmen sind die Drehbücher oft humorvoller. Trotzdem: Sobald ich vor der Kamera stehe, ist es mir egal, wo ich drehe. Ich habe als Europäerin den Vorteil, dass ich zwischen den Traditionen wechseln kann, und das genieße ich.

Hatten Sie jemals den Drang, nach Amerika zu ziehen?
Nein. So sehr ich die Energie der Amerikaner liebe, Europa ist meine Heimat. London, Paris und Rom - das sind die Städte, in denen ich zuhause bin.

Erinnern Sie sich noch an den ersten Film, den Sie gesehen haben?
Natürlich habe ich als Kind Disney- und Zeichentrickfilme geguckt, aber der erste Film, der mich künstlerisch beeinflusst hat, war ‚La dolce vita‘ von Federico Fellini. Er hat in mir den Wunsch erweckt, Schauspielerin zu werden.

Ist es schwierig, die Arbeit als Schauspielerin mit dem Leben als Mutter zu vereinbaren?
Mein Gott, natürlich ist es nicht einfach. Aber ich finde es auch reizvoll. Ich verstehe mich nicht in erster Linie als Schauspielerin, sondern als Frau, und da gehört das Mutterdasein dazu.

Und bei einem Dreh?
Meine fünfjährige Tochter Deva nehme ich mit. Sie spricht drei Sprachen und kann überall zur Schule gehen, wenn ich mit ihr herumreise. Schauspieler sind nun einmal viel unterwegs. Für ein Kind ist es wichtig, dass es trotzdem eine feste Bezugsperson hat. Und das bin ich.

Und Ihr Mann, der Schauspieler Vincent Cassel? Kümmert er sich auch um die Kinder?
Er ist ein wunderbarer Vater. Manchmal stößt er zu uns. Manchmal besuchen wir ihn. Wie es sich gerade einrichten lässt. Aber zuerst einmal ist meine Tochter bei mir. Das ist die Basis.

Interview: TELE 5