Marlon Wayans

Marlon Wayans ©

Daten und Fakten

Geburtstag:
23.07.1972
Geburtsort:
New York City, New York, USA


zum Interview mit Marlon Wayans

Filmographie Marlon Wayans

Marlon Wayans hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:


Ghost Movie
Ghost Movie
(2013)

Little Man
Little Man
(2006)

Norbit
Norbit
(2007)

Scary Movie
Scary Movie
(2000)

Scary Movie 2
Scary Movie 2
(2001)


Regisseur:

Scary Movie
Scary Movie
(2000)


Produzent:


Ghost Movie
Ghost Movie
(2013)

Little Man
Little Man
(2006)

Scary Movie
Scary Movie
(2000)


Drehbuchautor:


Ghost Movie
Ghost Movie
(2013)

Little Man
Little Man
(2006)

Scary Movie
Scary Movie
(2000)

Scary Movie 2
Scary Movie 2
(2001)



Interview mit Marlon Wayans

GHOSTMOVIE INTERVIEW
MARLON WAYANS hat nicht nur Humor, er lebt ihn:

"Solange ich lachen kann, werde ich mich immer erfolgreich fühlen."

Sie sind seit meheren Dekaden eine echte Größe im Buisness. Würden Sie sagen, dass sich Ihr Humor in jenen Dekaden verändert hat?
Er ist wohl noch verrückter geworden. Ich dachte immer, irgendwann wird man eben erwachsen, aber ich glaube, ich selbst altere eher rückwärts: jedes Jahr werde ich mehr zum Kind. Es macht mir einfach Spaß, Spaß zu haben. Ich bin wohl einer von denen, die gar nicht erwachsen werden wollen. Ich will für immer das offene und begeisterungsfähige Herz eines Kindes haben. In "Ghost Movie" lässt sich die Entwicklung meines Humors wohl auch erkennen. Tatsächlich ist die parodistische Seite des Films ein wenig kribelliger und an einigen Stellen ist der Humor etwas mehr krank als in Filmen, an denen ich zuvor beteiligt war. Das macht "Ghost Movie" zu etwas noch nie Dagewesenem.

Denken Sie, dass auch die Zuschauererwartungen an eine Komödie sich mit den Zeiten verändert haben?
Auf jeden Fall. Vor allem durch den Einfluss des Internets. Die Leute finden Online alles Mögliche, über das sie lachen können. Für eine Komödie heißt das, dass man sich etwas wirklich Besonderes einfallen lassen muss, um noch anzukommen und an diesem Prinzip haben wir uns mit "Ghost Movie" orientiert. Ich bin nicht sicher, dass es überhaipt Witze gibt, die immer, das heißt unabhängig von Zeit, Alter und Kultur, funktionieren. Ich denke, der Erfolg eines Witzes hängt stark von den Leuten und vielleicht sogar ihrer Tagesstimmung an. Man kann nie wirklich wissen, wie welcher Witz wirklich bei welchem Publikum an welchem Tag ankommen wird.

Nachdem Ghost Movie die Geschichte eines Paares erzählt, das zusammen zieht: erinnern Sie sich an Ihr erstes Zusammenwohnen mit einer Frau?
Ja, sicher. Es war wohl mehr wie: Ich ziehe bei ihr ein und sie zieht wieder aus. Nein, aber es war wirklich hart. Das ist es immer. Wir alle sind bis zum einem gewissen Grade Schauspieler. Menschen verhalten sich Anfangs immer, als wären sie fehlerlos, bis man sich dann wirklich kennenlernt und anfängt, sich "wohlzufühlen". Dann geht es auch schon los, dass man sich nicht mehr so sehr bemüht. Frauen gehen mit Omaunterhosen ins Bett und all das. Ich glaube, als Paar getrennt von einander zu leben, ist gar nicht so ungesund.

Marlon Wayans in Ghost Movie

Neben dem Beziehungsstrang und den parodistischen Momenten bietet "Ghost Movie" auch recht gruselige Augenblicke. Sie haben in einem Interview gesagt, dass Ihre größte Angst die vor dem Tod ist und dass Sie die Menschen am liebsten von ihm heilen würden. Denken Sie nicht, dass es irgendwann nichts mehr zu sehen gibt und die Unsterblichkeit langweilt?
Tatsächlich ist der Tod meine größte Angst, daher würde ich auch so gerne mal einen Geist treffen. So könnte ich die Angst wahrscheinlich überwinden. Dass es langweilig werden könnte, unsterblich zu sein, glaube ich nicht. Wenn ich unsterblich wäre und bereits hinter alle Geheimnisse dieses Planeten geblickt hätte, dann würde ich einfach einen neuen Planeten erforschen und die gehen so schnell nicht aus. Eigentlich glaube ich aber nicht einmal, dass es irgendwann nichts mehr zu entdecken gibt. Wir kennen das doch alle: wir gehen jeden Tag dieselbe Straße hoch, aber jedes Mal lässt sich etwas Neues entdecken und etwas anderes fühlen. Auch, weil wir selbst uns verändern und damit dieselben Dinge anders wahrnehmen. Ich habe das also ernst gemeint: ich wünschte, ich hätte das Geld von Bill Gates oder Apple, um ein Gegenmittel für den Tod zu finden. Das IPhone ist sowieso Mist, das Geld hätte man doch wirklich besser investieren können.

Um auf "Ghost Movie" als Parodie des Paranormalen zu sprechen zu kommen: glauben Sie eigentlich an paranormale Phänomene?
Nein, eigentlich nicht. Viele Leute, die ich gekannt habe, sind heute tot, aber nie ist mir einer von ihnen erschienen. Vielleicht träumt man mal von jemandem, der gerade gestorben ist oder etwas in dieser Art, aber Tote in Träumen zu sehen, ist nicht gerade paranormal. Wenn mir das passiert, dann hoffe ich immer nur darauf, dass ich ihnen irgendwie doch noch das Geld abluxen kann, das sie mir noch schulden.

Was im realen Leben ist es, an das Sie glauben?
Ich glaube ans Spaßhaben. Ans Kindbleiben, ans Lachen und an die Selbstverwirklichung. Im Grunde glaube ich wohl einfach an jeden Augenblick und an den Spaß am gegenwärtigen Moment. Genau das ist doch alles, was im Leben überhaupt zählen kann: den Moment lachend genießen, ohne die Sorge um den nächsten. Man weiß tatsächlich nie, ob man im nächsten Moment nicht von einem Auto überfahren wird, also kann es nur relevant sein, jetzt Spaß zu haben, so wie Sie und ich ihn hier gerade haben. Wir lassen uns unseren Spaß nicht einmal von der miesen Telefonverbindung nehmen.

Welche Rolle spielt Erfolg in dieser Einstellung zum Leben?
Kaum eine. Ich feiere Erfolg in diesem Sinne nicht einmal, ich feiere immer, weil ich meine Arbeit liebe und unbeschreiblich viel Spaß am Arbeiten habe. Das ist deswegen so, weil ich genau weiß, dass es das ist, wozu ich hier bin: um Spaß zu haben. Um Erfolg mache ich mir dabei schon alleine deshalb keine Sorgen, weil ich mich immer erfolgreich fühlen werde, solange ich lachen kann und damit etwas tue, das ich liebe. Für mich ist der Spaß auf dem Weg das eigentliche Ziel.

Wie man liest, interessieren Sie sich kaum für schlechte Kritiken. Manche meinen, dass bittere und bissige Bemerkungen im Zuge von Kritiken mittlerweile mit Unterhaltsamkeit gleichgesetzt werden und die Leute positive Seiten gar nicht mehr erwähnen wollen, um ja"unterhaltsam" zu bleiben. Sehen Sie das ähnlich?
Ja, von Zeit zu Zeit. Selbstverständlich müssen Kritiker Kritikpunkte anbringen, aber die verbissene Suche nach Negativem lässt einige Leute und ihre Kritiken doch ganz schön verbittert wirken. "White Chicks" ist hier ein gutes Beispiel. Ich finde bis heute, dass das ein unglaublich lustiger Film ist, aber das haben die meisten Kritiker anders gesehen. Ich muss sagen, dass ich mich da tatsächlich gefragt habe: wie zum Teufel kann man "White Chicks" nicht mögen? Jeder, der da nicht lacht, muss eine wirklich schreckliche Kindheit gehabt haben... Trotz alledem gebe ich tatsächlich nicht viel auf Kritiken, weil ich Filme nicht für Kritiker mache. Ich werbe nicht einmal mit guten Kritiken. Ich wende mich über Twitter an die Fans, weil sie es sind, für die ich Filme mache und deren Aussagen verwende ich dann ,um einen Film zu bewerben.

Gesetzt dem Falle, Sie würden einen Film mit großen Spaß abdrehen, doch er würde schließlich keinem einzigen Menschen auf dieser Welt gefallen - würde es Sie kalt lassen, weil Sie trotzdem Ihren Spaß hatten?
Nein, das würde mich nicht kalt lassen, denn nur sich zu unterhalten, kann gar keinen Spaß machen. Wenn ich in einem Comedy Club performe und der Einzige bin, der über meine Witze lacht, dann habe ich meinen Job schlecht gemacht und bin falsch in diesem Business. Aber sobald nur ein paar Prozent lachen, weiß ich, dass ich richtig bin und nur lernen muss, meine Witze auf eine Weise zu präsentieren, die beim nächsten Mal vielleicht die Hälfte der Leute auf meine Seite zieht und beim übernächsten dann die ganze Welt.

Um wieder auf "Ghostmovie" zurückzukommen: bei den Filmen, die parodiert werden, handelt es sich ja vor allem um Found Footage Horrorfilme. Wie man hört, waren Sie waren ein großer Fan von Paranormal Activity und eher enttäuscht von "The Devil Inside". Woran liegt das?
Eigentlich fand ich alle Found Footage Horrorfilme nach dem ersten Paranormal Activity Teil nicht mehr effektiv, sie kamen mir zu "geformt" vor. Dass ich den ersten Teil von Paranormal Activity wirklich toll fand, liegt daran, dass ich tatsächlich nicht sicher war, ob sich das abgespielt hat oder nicht. Der zweite Teil war auch noch ok, aber ab dem dritten hat es für mich eigentlich aufgehört. An "The Devil Inside" hat mich in erster Linie wiederum das unspektakuläre Ende gestört.

Marlon Wayans in Ghost Movie

Im Horrorgenre lässt sich durch die materiell betonte, "undurchsichtige" Found Footage Kameraarbeit (Anmerkung der Redaktion: betont verwackelt, schnelle Reißschwenks etc.) ja einiges an Schockeffekten transportieren. Inwieweit eignet sich die Materialität des Found Footage, um Witze zu transportieren?
Es ist sehr schwer, einen Witz durch Kameraarbeit zu transportieren. Da sich die Kameraarbeit bei einem Found Footage Film aber perfekt zu Spannungsaufbau und plötzlichem Spannungsabbau nutzen lässt, haben wir uns eben darauf konzentriert. Der Charakter geht mit der Kamera auf eine Tür zu, öffnet sie langsam und was sich dahinter verbirgt, ist ein unerwartetes und schockierend albernes Szenario. Es funktioniert dann genauso wie beim Found Footage Horrorfilm, nur dass das Unvorhergesehene und Schockierende in Ghost Movie der Witz und der Umstand seiner Umsetzung ist.

Viele aktuelle Filmparodien scheinen wahllos bekannte, wenn auch parodisierte, Sequenzen von einer Vielzahl einzelner Filme zusammen zu werfen, sodass sie in ihrer Story oft brüchig wirken. Wie wichtig war es Ihnen, das zu vermeiden?
Sehr wichtig. Wir wollten eine eigene Story, keine längst bekannte und vor allem wollten wir unsere eigenen Charaktere. Die Charaktere entscheiden, ob ein Film wirklich lustig ist. Wenn sie konstruiert wirken, dann kann es mit der Komik nichts werden, sie müssen natürlich lustig sein und genauso in die Situationen passen, an denen sie teilnehmen. Das kann nicht funktionieren, wenn man einfach Szenen verschiedener Filme nimmt, seine Charaktere in sie hinein setzt und die Situation dann durch irgendetwas ins Lächerliche zieht. Ghost Movie ist ein Einzelstück und auch Leute, die keine Found Footage Horrorfilme angesehen haben, werden die Story und die Witze verstehen, weil es eine eigene Story mit ihren eigenen, lustigen Charakteren ist, die von einem wirklich lustigen Cast dargeboten wurde. Bei der Castwahl haben wir nicht überlegt, wer die berühmteste Bestzungsmöglichkeit für einen Charakter sein würde, sondern allein danach entschieden, wie lustig jemand war.

Wie wichtig war Improvisation dabei?
Improvisation war das A und O. Wir mussten uns an den Found Footage Rahmen anpassen, daher waren beinahe alle Dialoge mehr oder weniger Freestyle. Hätten wir nicht improvisiert, dann wäre dadurch viel von der Originalität und dem natürlichen Witz der Charaktere verloren gegangen. Bis zu einem gewissen Grade zeigt Ghost Movie so also auch die Persönlichkeit seines Casts.

Interview by Sima Moussavian