Drew Barrymore

Drew Barrymore ©Angela George

Daten und Fakten

Bürgerlicher Name:
Drew Blythe Barrymore
Geburtstag:
22.02.1975
Geburtsort:
Los Angeles, California, USA


zum Interview mit Drew Barrymore

Interview mit Drew Barrymore

TELE 5: Sind Sie Realistin oder Romantikerin?
Drew Barrymore: Beides. Da bin ich schizophren. Auf der einen Seite total pragmatisch. Aber dann schlage ich alle Vorsicht in den Wind und mach das, was mein Herz mir sagt. Dann ist es mir egal, ob ich alles versaue.

Welches Genre mögen Sie als Regisseurin am liebsten?
Action finde ich verdammt nochmal klasse! Ein Genre, an dem ich jämmerlich scheitern würde, wäre Science Fiction, ein Film wie ‚2012‘. Ich könnte nicht jeden Tag morgens aufstehen und ans Ende der Welt denken und das Ende der Welt sähe bei mir nicht gut aus. Ich steh nicht so auf 3-D-Computergrafik. Ich sehe mich eher einen blutigen Slasher-Film drehen als einen „Oh mein Gott, wir werden alle sterben!"-Streifen mit epischen Visual Effects. Das ist nix für mich.

Haben Sie schon ein konkretes Projekt?
Ich suche noch. Das einzige Kriterium ist: ich muss für diesen Film so fühlen wie bei ‚Whip it‘. Da hatte ich diese Energie und dieses Feuer, das die ganze Zeit in mir gebrannt hat. Und so muss es mich wieder packen. Ich möchte wieder genauso verliebt sein, und es soll ein sehr persönlicher Film werden. Meine Arbeit ist am besten, wenn sie persönlich ist. Und ich will was zu lachen haben.

Lassen Sie uns nicht so lange warten!
Sobald ich mich verliebe, geht es dermaßen los!

Es ist mittlerweile 28 Jahre her, dass die Zuschauer sich in ein kleines Mädchen namens Drew verliebt haben. Wenn sie zurückblicken, was waren die Höhepunkte und die Tiefpunkte?
Einen Golden Globe zu gewinnen, das war ein Höhepunkt für mich. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich war wirklich sprachlos. Es war ein Triumph und gleichzeitig war ich so dankbar und fast beschämt. Tiefpunkte hat es einige gegeben. Aber Niederlagen helfen mir, stärker zu werden. Ich liebe meine Macken. Und in den letzten paar Jahren habe ich darüber gestaunt, wie unglaublich diszipliniert ich sein kann. Ich muss nur aufpassen, dass ich eine Balance zwischen Arbeit und Leben finde. Zurzeit ist die Arbeit mein Leben. Da verwischen sich natürlich die Grenzen.

Haben Sie jemals über eine verlorene Liebe geweint?
Natürlich! Ich bin ein Mensch!

Wie haben sie Ihr Herz geheilt?
Meine Freunde haben mir geholfen. Und ich sage mir jedes Mal, dass ich mich nie wieder so sehr verlieben werde, weil es so verdammt wehgetan hat.

Sie haben mal in einem Interview gesagt, für das Glück müsse man sich entscheiden.
Absolut. Wenn man sich verliebt, gibt man dem Anderen oft die ganze Beweislast für sein persönliches Glück. Niemand will für das Glück des anderen verantwortlich sein. Das geht nicht gut.

Nicht viele Kinderstars haben es geschafft, erfolgreiche Schauspielerinnen zu werden. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Hat es Ihnen geholfen Teil der Barrymore-Dynastie zu sein?
Nur in einem Sinn, nämlich, dass ich sehr stolz darauf bin. Aber mein Erfolgsgeheimnis ist, dass ich mir die richtigen Freunde gesucht habe. Menschen die schlau und nett und vor allem ehrlich zu mir sind.

Ich finde Ihren Optimismus toll, wie schaffen Sie es, schwarze Gedanken zu vertreiben, wenn sie doch einmal kommen?
Was ich herausgefunden habe: Man kann seine Perspektive ändern. Ich werde mich nie einfach nur hinsetzen und sagen, „mein Gott, wie furchtbar", sondern immer darum kämpfen, dass es besser wird.

Sie sind eine der meistfotografierten Frauen der Welt, was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel blicken?
Ich bin immer sehr dankbar für einen Tag mit guter Haut. Meine Pickel machen mich völlig fertig. Wenn ich einen Pickel habe, bin ich furchtbar unsicher. Das macht mich völlig fertig. Meine Achillessehne. Umso mehr freue ich mich, wenn ich schöne Haut habe.

Haben Sie irgendwelche Tipps für gutes Aussehen?
Gut essen. Ich versuche viel Sport zu machen und mir jeden Abend das Gesicht zu waschen. Außerdem: Hässliche Typen, die aber gut drauf sind, gefallen mir viel besser. Ich habe superschöne Menschen getroffen, die waren absolut einschläfernd. So was von langweilig! Das gilt auch für mich selber. Wenn es mir gut geht, dann sehe ich viel lieber in den Spiegel als wenn ich mir Sorgen mache und mir diese ganze Traurigkeit im Gesicht steht.

Haben Sie jemals einen Baum umarmt?
Millionen von Bäumen. Ich liebe es, Bäume zu umarmen, ich würde mich am liebsten um einen Baum wickeln und nie mehr loslassen. Zum nächsten Interview komme ich zusammen mit einem Baum.

Sie haben in Großbuchstaben auf ihren Arm „Atme" geschrieben.
Das schreibe ich mir jeden Tag drauf. Je älter ich werde, desto klarer wird mir, wie wichtig es ist, bewusst zu atmen. Es hilft mir, mich so zu benehmen, dass ich stolz darauf sein kann.

Ihr Verhältnis zu Mode?
Ich finde, der Rote Teppich braucht dringend eine Revolution. Wir sollten einfach mehr Spaß haben und uns kreativer ausleben. Für Filme kann man sich die haarsträubendsten Kostüme ausdenken. Aber wenn du auf dem Roten Teppich was anziehst, das nicht jeder toll findet, dann wirst du in Stücke gerissen. Deswegen traut sich keiner was. Das finde ich furchtbar. Ich will der Horrorschocker auf dem Roten Teppich sein. Ich habe Lust, darauf zu pfeifen, was die Leute von mir denken. Einfach Spaß mit mir selber haben. Ich habe immer schon das Risiko geliebt, man ist natürlich die Zielscheibe für alle, aber das ist mir den Spaß wert.

Was schätzen Sie am meisten an sich selbst?
Dass ich bescheiden und demütig geblieben bin. Ich halte mich nicht für was Besonderes. Ich weiß, dass mein ganzes Glück jeden Moment vorbei sein kann und bin jede Sekunde dankbar dafür.

©Presse Tele 5