Christian Ulmen

Christian Ulmen ©Constantin Film Verleih GmbH

Daten und Fakten

Geburtstag:
22.09.1975
Geburtsort:
Neuwied am Rhein, Deutschland


zum Interview mit Christian Ulmen

Filmographie Christian Ulmen

Christian Ulmen hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:

Darsteller:







FC Venus
FC Venus
(2006)



Jerry Cotton
Jerry Cotton
(2010)

Jonas
Jonas
(2011)

Knallhart
Knallhart
(2006)

Macho Man
Macho Man
(2015)

Männerherzen
Männerherzen
(2009)



Vater Morgana
Vater Morgana
(2010)



Stimme:






Buchvorlage:

Jonas
Jonas
(2011)



Interview mit Christian Ulmen

„Wer’s glaubt wird selig“ - Hauptdarsteller Christian Ulmen über eine intelligente Komödie, die einen zu nichts zwingt, „außer zum Lachen“

Schauspieler und Regisseur, Moderator und Produzent, Satiriker, Medienunternehmer und Publizist. Ja, da gibt es tatsächlich kaum einen Bereich, in dem sich All-Round-Entertainer Christian Ulmen nicht erfolgreich ausprobiert hat. War er in seinen Jugendjahren noch für kleinere Radiosender tätig, sicherte er sich schon kurz darauf einen festen Sendeplatz bei MTV. Nun wird aus seinem Web-TV-Channel Ulmen TV sogar ein eigenes Internetportal mit Serien verschiedenster Künstler und alldem nicht genug kehrt er am 16.08.12 in der Hauptrolle von Kultregisseur Rosenmüllers neuer Komödie „Wer’s glaubt wird selig“ auf deutsche Leinwände zurück. Movieworlds hat Christian Ulmen nun vorab getroffen, um mit ihm über sein aktuelles Projekt, seinen Humor und seine Auffassung von Glauben zu plaudern.

Was macht Rosenmüllers Arbeit und seine Arbeitsweise so außergewöhnlich?
Er ist im Grunde der Jürgen Klopp des deutschen Films. Das hört er nicht gern und das ist das Großartige an diesem Lob: es ärgert ihn gleichzeitig, weil er ja Bayernfan ist und kein Bayernfan mit Jürgen Klopp verglichen werden will. Aber wer will denn wirklich mit Jupp Heynckes verglichen werden? Jürgen Klopp ist ein großes Kompliment. Er versteht es zu motivieren und das kann auch Rosenmüller. Er hat eine unfassbare Energie - keine Ahnung, woher er die nimmt. Er hat ständig den Überblick und lässt den Film dabei organisch wachsen. Das ist neben der Jürgen Klopp Analogie sein zweites großes Talent. Er setzt ein paar Samen, Buch und Idee, und dann fängt der Film an, zu wachsen – mit den Schauspielern und allen anderen, die mitarbeiten. Rosi lässt alles einfließen. Natürlich bedingt, aber er lässt zu, dass der Film in eine unerwartete Richtung wächst. Dass da vielleicht auch mal eine Knospe aufgeht, mit der er nicht gerechnet hat. Diese beiden Sachen - Klopp und organisches Filmwachstum - machen ihn so besonders.

Gibt es da ein Seterlebnis, das du niemals vergessen wirst?
Sowas habe ich nie. Das werde ich oft gefragt, es gibt nicht diese eine Anekdote, die ich nie vergessen werde. Was mir einfällt: ich habe am Set von "Wer's glaubt wird selig" oft versucht, genauso Bayrisch zu sprechen wie Rosi. Das gelingt mir überhaupt nicht und er hat immer gedacht, ich will mich über ihn und die Bayern lustig machen. Deswegen hat er, wenn ich Bayrisch gesprochen habe, immer gesagt: Wir Bayern sind nicht dumm! Weil er denkt, wenn ich Bayrisch rede, will ich ausdrücken, dass die Bayern dumm sind. Ich kann's aber einfach nicht besser. Ich habe einfach nur versucht, so zu reden, wie alle um mich herum.

Apropos Bayrisch: klar, dass das Bayernbild in "Wer's glaubt wird selig" im Sinne einer Komödie überspitzt ist, aber entspricht der Kern des Ganzem deinem?
Eigentlich habe ich kein Bayernbild. Es gibt das Klischee: in Norddeutschland sind alle trocken und in Bayern krachledern. Dann gibt es in Bayern Ottfried Fischer: der ist trocken. Es gibt in Norddeutschland Otto Waalkes und Werner, "Beinhart": Krachledern und laut. Insofern langweilen mich diese Nord-Süd-Gefall Diskussionen.

Müsstest du "Wer's glaubt wird selig" in 5 Stichwörtern zusammenfassen, welche wären das?
Glaube, Verarsche der katholischen Kirche, wobei das nicht der Film macht, sondern die Hauptfigur und dann kommt der Papst zu Besuch. Anrührend, poetisch und saulustig.

Nach deinem Empfinden: ist "Wer's glaubt wird selig" dann eine reine Komödie, oder wird man auch zum Nachdenken angeregt?
Es ist ganz klar eine reine Komödie. Der Film ist gemacht, um die Leute zum Lachen zu bringen. Aber es ist eben eine Rosenmüller Komödie. Als Georg sich mit dem Papst unterhält, wie das mit dem Glauben ist, entsteht durchaus ein nachdenklicher Moment jenseits aller vorhandenen Lacher. Muss man aber nicht drauf eingehen, man kann auch einfach nur weiter lachen.

Man wird also nicht dazu gedrängt, tiefer zu gehen. Es bleibt einem selbst überlassen.
Richtig, man wird zu nichts gezwungen. Außer zum Lachen manchmal.

Worüber glaubst du, wird das Publikum wohl am meisten lachen?
Darin bin ich unfassbar schlecht. Die Leute lachen immer da, wo ich es am allerwenigsten vermutet hätte. Bei allem, das ich lustig finde, wird ganz wenig gelacht und wenn ich mir denke- Da gibt es bestimmt einen Lacher - dann gibt es da nie einen Lacher. Das kann ich immer schlecht vorhersagen.

Dann drehen wir's einfach um: wann hast du am meisten gelacht?
Es gibt einen Moment, den finde ich wahnsinnig lustig: Georgs Frau duscht und er kommt ins Badezimmer und fragt: Na, was machst du grad Schönes? Aber da hat keiner gelacht. Nie. die steht da offensichtlich und duscht. Ich lache jedes Mal, wenn ich das sehe, aber ich bin der Einzige.

Was hat dich eigentlich an dem Projekt gereizt?
Die Schlitzohrigkeit der Hauptfigur. Das, was Georg da vorhat. Der Plan, den Glauben oder das Wundersystem der katholischen Kirche auszunutzen, um einen Wallfahrtsort aus der Ödnis des verlorengegangenen Skigebiets zu machen. Das fand ich eine wahnwitzige Idee.

Wie sieht es mit Gemeinsamkeiten zu deinem Charakter Georg aus? Deckt sich da etwas?
Ob ich genauso bin, wie die Figur, ist für mich nie relevant gewesen. Das bin ich nämlich meistens nicht. Das Einzige, das mich und Georg eint, ist es, dass wir beide Agnostiker sind und dass wir in Religionsfragen irrlichtern.

Angeblich warst du ja mal für ein Theologiestudium eingeschrieben...
Ja, aber nicht, weil ich glaube, sondern, um meine Eltern ruhig zu stellen. Nach dem Abitur haben die mich so wahnsinnig genervt, dass ich jetzt sofort arbeiten muss,. Deshalb bin ich an die Uni gegangen und habe mich eingeschrieben. 3 Wochen bevor die Uni losgegangen wäre, bin ich zu MTV nach London. Doch ich wäre da eh nie hingegangen.

Interview by Sima Moussavian