Andrew Stanton

Andrew Stanton ©Walt Disney Pictures

Daten und Fakten

Geburtstag:
03.12.1965
Geburtsort:
Boston, Massachusetts, USA


zum Interview mit Andrew Stanton

Filmographie Andrew Stanton

Andrew Stanton hat in folgenden Filmen mitgewirkt, als:


Stimme:

Toy Story 2
Toy Story 2
(1999)


Regisseur:


Findet Dorie
Findet Dorie
(2016)




Ausführender Produzent:

Ratatouille
Ratatouille
(2007)


Drehbuchautor:

Findet Dorie
Findet Dorie
(2016)


Toy Story
Toy Story
(1995)

Toy Story 2
Toy Story 2
(1999)




Buchvorlage:


Findet Dorie
Findet Dorie
(2016)

Toy Story
Toy Story
(1995)

Toy Story 2
Toy Story 2
(1999)



Interview mit Andrew Stanton

Wir haben zum Release von "John Carter - Zwischen zwei Welten" mit Regisseur und Oscar®-Gewinner Andrew Stanton („Findet Nemo“, „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“) gesprochen, um mehr über die actionreiche Sage zu erfahren...

Sie sind ein großer Fan von Edgar Rice Burroughs Barsoom-Romanen. Wie hat sich das auf Ihre Arbeit an JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN ausgewirkt?
Als ich den Auftrag bekam, wurde mir sofort klar, dass ich als Drehbuchautor aufhören musste, Fan zu sein, denn das Fan-Sein macht blind. Das muss man mit seinen eigenen Arbeiten auch tun: selbst wenn man ganz eigene tolle Ideen hat, verliebt man sich manchmal zu sehr in sie und man vergisst, die nötigen Schritte zu unternehmen, damit das Projekt funktioniert. Deshalb arbeite ich auch gerne mit anderen Autoren zusammen; es hilft dabei, objektiv zu bleiben, denn die anderen geben gleich Feedback, wenn sie eine Idee nicht passend finden.

Beschreiben Sie Ihren Arbeitsprozess bei der Adaption des Buchs A Princess of Mars für den Film.
Ich hatte das Buch viele Male als Teenager gelesen, immer und immer wieder – doch während der Arbeit am Drehbuch habe ich keinen Blick in die Vorlage geworfen. Ich vertraute meiner Erinnerung und wollte mir die absolute Freiheit erhalten, eigene Veränderungen einzubauen. Das war mir wichtig. Lustigerweise erlaubte ich mir zu dem Zeitpunkt, als wir mit dem Skript sehr zufrieden waren und kurz vor Drehbeginn standen, das Buch zu lesen und stellte fest, dass ich gar nicht so viel geändert hatte wie angenommen! Für mich war es wie Schicksal: das Buch brauchte nicht mehr als ein paar kleine Anpassungen.

Wie schwer war es, die Besetzung der Hauptrolle zu finden?
Ich empfand sehr viel Druck dabei und hatte das Gefühl, Bond oder Superman besetzen zu müssen. Das erste Mal fiel mir Taylor Kitsch in einer Show namens „Friday Night Lights“ auf und ich dachte mir ‚Dieser Typ wirkt total düster, verkorkst und vom Leben gezeichnet, aber man merkt genau, dass er ein weiches Herz hat‘. Ich fand ihn perfekt. Während des gesamten Castings ging er mir nicht mehr aus dem Kopf, doch ich hielt ihn für zu jung! In „Friday Night Lights“ spielte er einen Teenager – in Wahrheit war er mehr als zehn Jahre älter als seine Figur. Als ich ihn endlich in die engere Auswahl nehmen konnte, war ich überglücklich.

Wie alt ist John Carter?
Als ich mit der Arbeit am dem Projekt begann, hielt ich Carter für etwa 40. Bald entdeckte ich aber, dass die meisten Bürgerkriegssoldaten gerade mal 19 Jahre alt waren. Also entschied ich mich dafür, der Geschichte zu vertrauen und mich über die Möglichkeit zu freuen, Taylor als Carter zu besetzen. Er war damals knapp 27 und das passte wunderbar in den Film.

Warum hat sich Taylor Kitsch gegen die anderen Schauspieler durchgesetzt, die für die Rolle vorsprachen?
Taylor ist ein Naturtalent, mit einem guten Instinkt und einem tollen, ungekünstelten Wesen. Ich fühlte mich wie ein Lottogewinner, dieses Feuer eingefangen zu haben, bevor die anderen es löschen konnten. Taylor besaß alles, was ich mir für John wünschte. Er ist faszinierend, charismatisch und etwas düster – und man würde sich schwer tun, jemand anderen mit einer derartigen Arbeitseinstellung zu finden: er brachte jeden Tag am Set 150 % Leistung!

Wie sicherte sich Lynn Collins die Rolle der Dejah Thoris?
Dejah steht als Thronfolgerin, die die Welt vor dem Untergang retten muss, unter immensem Druck. Lynn Collins überzeugte beim Casting mit ihrer starken, leidenschaftlichen inneren Ausstrahlung. Mir war sofort klar, dass ich sie haben wollte. Ich wünschte mir jemanden, der mich an viele andere Frauen erinnerte, die ich im Laufe meiner Karriere getroffen hatte. Sie haben einen Teil ihrer Persönlichkeit abgekapselt, um tough genug für das Filmbusiness zu sein; doch sie fallen dem Irrglauben zum Opfer, dass Sie als schwach abgestempelt würden, sobald sie nur ein bisschen verletzlich wirken.
Dejah steht unter dem Druck, die Welt zu retten, und erlaubt sich deshalb nicht die geringste Verletzlichkeit – und das wollte ich auch mit dem Kostüm ausdrücken. Deshalb zieht sie nach und nach immer mehr Schichten ihrer Rüstung aus – erst die Panzerung, dann die untere Lage. Zum Schluss liegt sie entblößt und nackt auf dem Bett und kann nicht anders, als endlich nur sie selbst zu sein und Carter zu vertrauen.

Werden Sie auch weiterhin Realfime drehen oder kehren Sie zurück zum Animationsfilm?
Das wird sich zeigen. In meinem Kopf schwirren viele Ideen herum und es war einfach Zufall, dass JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN dieses Medium verlangte. Wir werden sehen, was als nächstes passiert. Mir geht’s nicht um die Karriere; ich möchte einfach den bestmöglichen Weg finden, den nächsten Film zu machen.

Gibt es schon eine Idee für Ihr nächstes Projekt?
Ich weiß es noch nicht. Von Steve Jobs existiert ein Zitat, an das ich ganz fest glaube: ‚Es ist unsere Aufgabe, zu wissen, was die Leute wollen, bevor sie es selber wissen‘. Und das ist auch mein Bestreben. Nach 20 Jahren in diesem Business vertraue ich meinem Bauchgefühl – und momentan ist der nächste Schritt noch nicht vorgezeichnet.