Pressekonferenz: "Eddie the Eagle - alles ist möglich":

Taron Egerton hebt als Michael Edwards ab

Taron Egerton EDDIE THE EAGLE - ALLES IST MÖGLICH - Pressekonferenz am 20. März in München Für Abheben ist er bekannt: die Rede ist von dem Engländer Michael Edwards, der sich mit seinen Höhenflügen beim Skispringen in den 80er Jahren den Beinamen "Eddie the Eagle" verdient gemacht hat. Vor rund einem Viertel Jahrhundert hat er die Filmrechte für sein Leben verkauft. Eine halbe Ewigkeit hat es gedauert, bis unter der Regie von Dexter Fletcher tatsächlich ein Film daraus entstanden ist. Vergangenen Sonntag feierte "Eddie the Eagle - alles ist möglich" Deutschlandpremiere in München. Im Bayrischen Hof stand „Eddie the Eagle“ gemeinsam mit Regisseur Fletcher, dem aufstrebenden Hollywood-Star Taron Egerton, deutscher Schauspielerin Iris Berben und Hollywood-Schwergewicht Hugh Jackman am Montag der Presse Rede und Antwort.

So berühmt Michael Edwards für seine Höhenflüge ist, so wenig abgehoben wirkt er. Höhenflüge gehören ausschließlich auf die Piste: daher erleben wir "Eddie the Eagle" als überhaupt nicht abgehobene, sondern sympathische Persönlichkeit mit Charisma und Gute-Laune-Pegel. Seine abgedrehten Auftritte auf Presse-Events gehören vielleicht der Vergangenheit an, aber trotzdem verbreitet Michael Edwards noch immer einwandfrei gute Laune und überzeugt mit seiner bodenständigen Authentizität davon, dass in der Tat "alles möglich" ist. Edwards wurde in den 80er Jahren zu einem Sinnbild des olympischen Gedankens. Sein größter Wunsch: einmal bei Olympia dabei sein. Mit welcher Sportart war ihm erst mal zweierlei. Auf eigene Faust übte er sich in unzähligen Sportarten, aber erreichte mit keiner davon die Olympischen Spiele. Aufgeben kam für Edwards nicht in die Tüte: er entdeckte das Skispringen für sich und trainierte sich selbst auf den Hügeln rund um das englische Gloucester. Alle Knochen bis auf drei hat er sich in dieser Zeit gebrochen, so sagt er. Ohne Sponsor nahm er an internationalen Wettbewerben teil. Obwohl er auf dem letzten Platz landete, brach er einen englischen Rekord und qualifizierte sich damit für Olympia.

Hugh Jackman EDDIE THE EAGLE - ALLES IST MÖGLICH - Pressekonferenz am 20. März in München Eine unglaubliche Geschichte, die laut Hugh Jackman großen Mut macht. Regisseur Fletcher betont den erleichternden Gedanken, man müsse nicht der Beste sein, um seine Ziele zu erreichen und Spaß mit seinem Leben zu haben. Wieso es bei einer solchen Story derart lange gedauert hat, bis die Geschichte filmisch aufgegriffen wurde? Die Anwesenden sind sich relativ einig: weil Taron Egerton erst geboren werden musste. Es sei "ein Genuss" gewesen, ihm beim Spielen zuzusehen. Iris Berben kommt kaum mehr aus dem Schwärmen heraus: obwohl sie nur eine kleine Rolle gehabt habe, habe sie hervorragende Schauspieler und Persönlichkeiten kennengelernt. Auch Hugh Jackman betont, dass es sich um ein echtes Herzensprojekt gehandelt habe. Seine Figur wurde von Fletcher der Handlungsdramaturgie zuliebe eingeführt und vereint alle Inspirationen, die Michael Edwards auf seinem Weg angetrieben haben. Überzeugt hat Jackman spätestens das Element der zweiten Chance, das seine Rolle ausmacht. Ein talentierter Mensch, der sein Talent vergeudet, aber durch „Eddie the Eagle“ eine Möglichkeit zur Realisierung verpasster Chancen erhält und dadurch erlöst wird. Dass es bis zur Umsetzung des Films solange gedauert hat, ist laut Regisseur und Cast eigentlich passend. Der Film erscheine in einer furchterregenden Zeit und verbreite Mut und Hoffnung, "Michael ist weitaus mutiger als ich es je sein könnte.", gesteht Hugh Jackman im Laufe der Pressekonferenz. Damit hat es wahrscheinlich zu tun, dass man sich durch "Eddie the Eagle - alles ist möglich" tatsächlich zum Unmöglichen ermutigt fühlt.


Text by Sima Moussavian
Photos © 2016 Twentieth Century Fox