Weissensee - DVD

DVD Start: 19.10.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 270 min

Weissensee Serie -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Zwei Familien im Ostberlin der 80er Jahre, die Kupfers und die Hausmanns, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Familie Kupfer funktioniert als mächtiges Rad im DDR- System, der Vater Hans und der älteste Sohn Falk sind hohe Offiziere im Ministerium für Staatssicherheit. Der jüngste Sohn Martin ist Volks polizist. Die Hausmanns dagegen stammen aus dem staatskritischen Milieu. Die Mutter Dunja wird als Liedermacherin von der Staatssicherheit über wacht und die hübsche Tochter Julia gilt als potentieller Republikflüchtling. Als sich Martin in Julia verliebt, erschüttert diese Liebe die Fundamente, auf denen die beiden Familien ihr Leben aufgebaut haben.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: KNM Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (2.0 Stereo)
Bildformat: 16:9
Bonusmaterial:
Stereo

DVD Kritik zu Weissensee

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Alltag und Stasi
Historienstoffe werden im deutschen Fernsehen immer gerne um die Liebe herum gewebt. Ist dieser Aspekt für Zuschauer auf Dauer recht ermüdend, da immer wieder dieselben Konstellationen aufgebrüht werden, entfaltet er aber doch für die Filmemacher einen großen Vorteil: nicht nur kann man durch die Liebesgeschichte besser die Zuschauer binden, sondern vermag auch an Einzelpersonen den historischen Ablauf festzumachen. „Weissensee“ hat nicht nur eine unmögliche Liebe als Hauptbestandteil, sondern gleichzeitig auch die Geschichten zweier Familien, die in der DDR unterschiedlicher nicht sein können. Da ist die Familie, die in dem Staat eingebunden ist, weil ihre Mitglieder Offiziere der Stasi, oder Polizist und Lehrerin sind. Dort die Familie, dessen Mitglieder eine Künstlerin und eine junge Angestellte sind. In dieser Ballung und Konzentration wirkt die Serie manchmal etwas überkonstruiert, kann aber dennoch durch die guten Darsteller auch die Charakterwandlungen einfangen. Hannah Herzsprung steckt mit ihrer Lebensfreude den Zuschauer an und lenkt alle Sympathien auf sich. Uwe Kokisch überzeugt mit der Mischung aus staatlicher Linientreue und seiner verzweifelter Liebe zu einer Dissidentin. Gerade sein Charakter macht die deutlichste Wandlung durch und ist somit noch der interessanteste. Jörg Hartmanns Schurke ist richtig hassenswert, und stellenweise fast schon bemitleidenswert, und man wünscht ihm einen tiefen Fall. Die Figurenkonstellation und die Darsteller machen die sechs Folgen der Serie sehr fesselnd. So kann man auch über manche inhaltlichen Schwächen den Mantel des Schweigens legen. Wären da nicht auch einige sehr ärgerliche Aspekte. Einen Republikflüchtling als Feigling zu bezeichnen, weil er nicht bleibt und gegen das System kämpft, sondern sich vom Glanz des Westens locken lässt, ist geradezu eine Frechheit. Glücklicherweise wird dieses Thema nicht vertieft. Ironischerweise passt das Karrierestreben des Stasioffiziers besser zum Kapitalismus denn zum Sozialismus. Aber der Film kommt völlig ironiefrei daher. Melodramatische Ansätze, wie etwa die mögliche Geschwisterliebe, drohen ein ums andere Mal die Serie zu überfrachten, werden aber glücklicherweise schon bald aufgelöst. Was „Weissensee“ aber geradezu zu einem Muss macht, sind die Mechanismen des Überwachungsstaates, die so ausführlich nur in einer Serie gezeigt werden können. Die größte Stärke des Filmes ist das Thema der Entmenschlichung. Nicht nur die Entmenschlichung der Opfer, die gezielt gebrochen und zerstört werden, sondern auch die Entmenschlichung der Täter, weil sie eben so handeln. Verschwimmende Grenzen und damit das Auflösen von Gut und Böse in Grauschattierungen ist sehr minutiös, anschaulich und schockierend geschildert. So gibt es bei den Figuren zwar richtig gute und richtig böse, aber eben auch sehr ambivalente. Schade ist, dass die Serie keinen richtigen Abschluss findet. Aber da sie mehr zeigen will, wie die Bewohner der DDR in den Widerstand getrieben wurden, ist dieses Ende auch folgerichtig. Manche starken Bilder, wie etwa Hannah Herzsprung vor ihrer Strandtapete, lassen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Serie filmsprachlich nicht von TV-Konventionen (einheitliche Ausleuchtung, übertriebener Musikeinsatz, wenige Kulissen, Verdichtung der Charaktere) lösen kann.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Es gibt zwar leider keine Extras, aber im Booklet deutet jeder Darsteller seinen Charakter und es gibt ein paar kleine Hintergrundinformationen.

Eine gelungene Serie, welche die Mechanismen der DDR aufzeigt. Lässt das Ende einen etwas unbefriedigt zurück und stören manchmal die melodramatischen Ansätze, so weiß die Serie nicht zuletzt mit den starken Darstellern zu überzeugen.

by Jons Marek Schiemann


DVD und Blu-ray zu Weissensee

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