The Kennedys - Die komplette Serie - DVD

DVD Start: 03.08.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 360 min

The Kennedys - Die komplette Serie Serie -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die mit vielen Auszeichnungenbedachte 8-teilige Serie „The Kennedys“ wirft einen Blick hinter die geheimen Türen des Weißen Hauses: Heldentaten und Misserfolge, Loyalität und Liebe, Neid und Untreue. Sie zeigt Menschen mit großen Fähigkeiten und großen Fehlern. Und sie erzählt die historischen Geschichten, die mit der Kennedy-Ära verbunden sind: Bay of Pigs, die Kuba-Krise, die Bürgerrechtsbewegung, Mafia-Verbindungen - jeweils erzählt im Kontext von persönlichen Dramen aus der Kennedy Familie.
In den USA war die Serie bereits zu Drehbeginn heftig umstritten und wurde im Vorfeld scharf kritisiert. Der US-Kabelsender History Channel sagte die geplante Ausstrahlung kurzfristig ab. Medienberichten zufolge soll die Kennedy-Familie die Entscheidung beeinflusst haben. Die kreativen Köpfe hinter „The Kennedys“ sprachen sogar von Zensur.

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DVD Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Studio Hamburg
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making-of
- Interviews

DVD Kritik zu The Kennedys - Die komplette Serie

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


„The Kennedys“ ist eine vieldiskutierte Mini-TV-Serie, die dennoch einige Preise, wie etwa den wichtigsten amerikanischen Preis für Fernsehproduktionen, den Emmy, abräumen konnte. Das hat seinen Grund, aber dennoch gibt es leider eine wesentliche Strukturschwäche. Doch dazu später mehr. Es ist wirklich kaum zu glauben, dass John Fitzgerald Kennedy nur drei Jahre lang Präsident der USA war. Aber während seiner Amtszeit ist so viel geschehen, auch weltpolitisch, dass es für mehrere Präsidenten gereicht hätte. Hinzu kam der neue Führungsstil, die Jugend, jedenfalls im Vergleich zu anderen Präsidenten, der Glamour und natürlich die erfolgreiche PR. Die Ermordung hat JFK schließlich endgültig in den Rang eines modernen Mythos erhoben, denn er konnte so eigentlich kaum mehr Schaden nehmen und galt, trotz aller Schwächen, als Leuchtbild und wurde in der folgenden Zeit ziemlich idealisiert. Zu groß war der Schock, dass es möglich war, einen US-Präsidenten zu ermorden. Obwohl er ja beileibe nicht der erste war, wobei Abraham Lincoln noch das prominenteste Opfer ist (neben JFK natürlich). Die Weigerung die Tat einem Einzeltäter zuzusprechen, spricht für den Schock und für die Bildung von Verschwörungstheorien. Dass vieles von dem Glamour nur inszeniert war, ist mittlerweile bekannt. Ein berühmtes Foto etwa zeigt, wie Kennedys Kinder im Oval Office spielen, während er am Schreibtisch arbeitet. Heute weiß man, dass dieses Foto gestellt war. Gerade Jackie Kennedy wusste als Stilikone den neuen glamourhaften Stil zu etablieren. Die Serie „The Kennedys“ reißt den Schleier um viele Mythen und die Idealisierung hinfort und zeigt die Schattenseite nicht nur JFKs, sondern der ganzen Familie, ohne sie aber komplett zu verdammen. Angesichts der tiefen und schmutzigen Grabenkämpfe in den USA heutzutage ist das aber durchaus ein Politikum, da eine Ikone angegriffen wird. Aber Kennedy ist zu grau, um weiß behandelt zu werden. Das große Manko der Serie besteht darin, dass sie eine Miniserie ist. Da wird zwangsläufig allzu viel verdichtet und somit gerät sehr, sehr vieles allzu kurz. So werden die einzelnen Highlights der Karriere und Amtszeit in jeweils einer Episode abgehandelt, was natürlich weder den Ereignissen gerecht wird (etwa der Kuba-Krise), noch die Folgen und charakterliche Entwicklungen der Nebenfiguren beinhalten kann. Eine lange Serie mit mehreren anvisierten Staffeln wäre angesichts der Komplexität adäquater gewesen (wäre aber „The West Wing“ wohl allzu ähnlich geworden). Immerhin wird hier keine Verschwörungstheorie aufgebaut und es ist sehr lobenswert, dass die Serie auch noch die Folgejahre nach dem Attentat, zumindest kurz, betrachtet. Mit der Betrachtung der Schattenseiten werden sehr interessante Aspekte gewonnen. So war JFK sehr krank und mehrfach sogar schon fast daran gestorben. Nach einer Kriegsverletzung litt er an starken Rückenschmerzen (und der Addison-Krankheit sowie anderen Gebrechen) und konnte sich stellenweise nur mit Mühe aus Stühlen erheben. Eine Voraussetzung seiner teils merkwürdigen Verletzungen nach dem Attentat bestand darin, dass er ein Stützkorsett für seinen Rücken trug und dementsprechend nach dem ersten Schuss nicht fallen konnte (was in den Verschwörungstheorien gerne ignoriert wird). Greg Kinnear spielt JFK einfach hervorragend und die Bilder die man von JFK hat, verschmelzen geradezu mit seiner Darstellung. Grandios. Auch die anderen Darsteller sind ausnahmslos hervorragend. Schade nur, dass der Hauptaugenmerk auf John, Robert und deren Vater Joseph liegt (mit den jeweiligen Ehefrauen), denn die vielen Schwestern der Kennedys spielen so gut wie gar keine Rolle. Mit einer Ausnahme: das tragische Schicksal von Rosemary wird in einer Episode deutlich gezeigt. Aber aufgrund der Länge, oder besser: Kürze, der Serie, wird alles viel zu sehr verknappt und verschwiegen und die Folgen der Handlungen für einzelne Personen wie für die Gesellschaft und Staaten kommt nicht vor. So wird etwa verschweigen, dass Joseph in jungen Jahren auch in kriminelle Machenschaften wie Alkoholschmuggel verwickelt war. Insgesamt ist die Serie viel zu knapp, aber dennoch mitreißend und macht Lust und weckt Neugierde auf mehr bezüglich dieser interessanten, aber auch verkorksten Familie.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Die Extras haben das übliche, jedenfalls für amerikanische Produktionen, Eigenlob, sind aber durchaus interessant. Die verschiedenen Making Of-Aspekte sind zwar Selbstbeweihräucherung, können aber insbesondere bei den Kostümen und dem Makeup überzeugen. Die Interviews mit einigen der Darstellern sind gelungen, wobei es schon etwas merkwürdig ist, aber nicht uninteressant, dass diese mit anderen Aussagen vermischt werden, etwa der Produzenten und des Regisseurs, die über das Casting und die Herangehensweise des jeweiligen Darstellers berichten. Trailer gibt es natürlich auch. Es ist schon fast ironisch, dass ausgerechnet das Extra am überzeugendsten ist, welches nicht aus den USA stammt. Der deutsche Verleih hat nämlich ein Featurette produziert, welches die Arbeit im Synchronstudio dokumentiert. Dabei kamen ganz wesentliche und generelle Aspekte zur Sprache, welche auch unabhängig von der Serie gelten und damit wirklich interessant sind.

Mitreißend und spannend, aber aufgrund des Formats als Mini-Serie werden die geschichtlichen Ereignisse allzu sehr verknappt und für die Nebenfiguren bleibt so gut wie überhaupt kein Platz mehr. Auch die Folgen der Handlungen werden dadurch ignoriert. Das wird durch die hervorragenden Darsteller etwas wett gemacht und es kommen auch die Schattenseiten der Figuren zur Sprache. Als Einstieg sehr empfehlenswert.

by Jons Marek Schiemann


DVD und Blu-ray zu The Kennedys

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The Kennedys - Die komplette Serie The Kennedys - Die komplette Serie
DVD Start:
03.08.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 360 min.

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