Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 3.2 - DVD

DVD Start: 11.11.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 410 min

Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 3.2 Serie -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Im zweiten Teil der dritten Staffel kämpft das „Sanctuary“-Team an vielen Fronten. In „Hohlerde“ bekriegen sie die Tyrannin Ranna Seneschal und stoßen bei der Untersuchung einer alten Burg auf die herrschsüchtige Vampirkönigin Afina. Im „Sanctuary“-Lager hingegen herrscht Ausnahmezustand: Alle gefangenen Wesen sind verschwunden und das Lager ist verwüstet. Als Dr. Magnus den verwundeten Henry dort auffindet kann dieser sich jedoch an nichts erinnern.

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DVD Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Outtakes, Featurette „Amanda Tapping inszeniert „Das Geisterschiff‟” (Amanda Tapping Directs „One Night”), „Behind the Scenes: Normandie”

DVD Kritik zu Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 3.2

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Monströse Erde
Von der Struktur der dritten Staffel her können sich andere Serien noch eine Scheibe abschneiden. Selten wurde es geschafft, dass fast jede Episode eigenständig konsumierbar ist und sich dennoch in das Gefüge einer großen Erzählung einfügt. So gibt es in jeder Episode eine abgeschlossene Geschichte und ein roter Faden, der sich nicht nur durch die gesamte Staffel zieht, sondern auch noch Verknüpfungen mit der zweiten Staffel herstellt. Alles zusammen ergibt somit fast einen ganzen Spielfilm. Viele Charaktere aus den vorherigen Staffeln treten auf und es werden deren Vergangenheit beleuchtet. Weiterhin gibt es viele Zitate und Anspielungen. Manchmal erinnern die Geschehnisse an Klassiker der Abenteuer- und Fantasyliteratur. Manches wird natürlich bei denjenigen, welche sich im viktorianischen Zeitalter zusammenfinden überdeutlich. Helen Magnus und ihre Mitstreiter ergeben eine kleine „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ und haben den Unsichtbaren, Harley Griffin, von H.G. Wells, Jack the Ripper, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Holmes Assistent Dr. Watson und natürlich Nicolas Tesla als Mitglieder. Die späteren Folgen mit der Hohlerde erinnern dann an Klassiker der Literatur von Jules Verne und Edgar Rice Burroughs („Tarzan“), aber auch an H. Rider Haggard und Arthur Conan Doyle. Ist die Struktur hervorragend gelungen, so nimmt diese Stringenz paradoxerweise auch etwas von der Leichtigkeit, die noch in der zweiten Staffel vorherrschte. Aber das ist äußerst geschickt, wie vor allem das Ende der zweiten Staffel aufgenommen wird und deren Fäden hier neu und folgenreich verknüpft worden sind. Und wenn es noch steigerbar wäre: hier gibt es noch viel mehr CGI-Effekte als vorher. Manchmal sind diese aber sehr ersichtlich und manche Episoden wie in der Hohlerde wirken deswegen etwas billig und trashig. Aber ansonsten sind die Tricks und die Masken beeindruckend. Hier wurde das Detail gegenüber den großen Zusammenhängen bevorzugt. Bei dem zweiten Teil der dritten Staffel wird der rote Faden etwas vernachlässigt, aber nicht komplett aufgegeben. Immer mehr Episoden sind als Einzelfolgen geplant, offenbaren aber später ihre Bedeutung, bis am Ende wieder alles zusammenfließt und eine globale Bedrohung entsteht. Daran hat interessanterweise Dr. Magnus ihren Anteil. Durch ihre Erfahrung als Unsterbliche, sie hat fast alles schon einmal gesehen, und als Wissenschaftlerin hat sie eine gewisse Arroganz entwickelt, die nicht nur an ihre Grenzen stößt, sondern auch fatale Folgen hat. Ihre durch Erfahrung entstandene Selbstgefälligkeit wird ordentlich auf den Prüfstand gestellt. So erweckt sie die Königin der Vampire und muss gar einen Massenmord begehen, um schlimmeres abzuwenden. Der Charakter der Königin der Vampire wird übrigens sträflich vernachlässigt. Immerhin bekommen in dieser Staffel wieder amouröse Verwicklungen einen Stellenwert was in gewisser Hinsicht recht spannend, aber auch sehr komisch ist und eine Kontinuität herstellt. Auch in der Gestaltungsart kommen einige neue Entwicklungen vor. Vor allem die Episode „Metamorphose“ erinnert nicht nur stark an eine Erzählung von Kafka, sondern ist permanent in einer subjektiven Perspektive gefilmt. Das wird zwar nicht konsequent durchgezogen, kann aber sogar mit einem Blinzeln der Kamera aufwarten. Das führt nicht nur zu einer gesteigerten Illusion, dass man wirklich durch die Augen der Figur sieht, sondern ermöglicht es auch, die Szenen zu schneiden. Das ist eine sehr geschickte und wirkungsvolle Neuerung.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Zu ausgewählten Episoden gibt es unterhaltsame und informative Audiokommentare. Leider haben diese keinerlei deutschen Untertitel. Die Extras zum ersten Teil der dritten Staffel sind sehr gelungen mit geschnitten Szenen und einem Special darüber, was der Entwickler und Drehbuchautor für Schwierigkeiten als Regisseur hatte, da es für ihn eine komplett neue Arbeitsweise war. Das Special über die Musik ist eher eine Lobhudelei, aber das Featurette über die visuellen Effekte ist sehr gelungen. Neben einem Trailer gibt es noch Werbung für die Stiftung zur Hilfe für obdachlose Kinder. Auch die Extras zum zweiten Teil haben keine Untertitel zu den Audiokommentaren und weisen viel gegenseitiges Lob auf. Als Ausgleich gibt es aber durchaus Einsichten in die Entscheidungen der Macher, wie die Entwicklungen innerhalb der Staffel verliefen und wie diese umgesetzt wurden. Und die Pannen einer Produktion sind immer lohnenswert.

Amüsant, tragisch, spannend, aber leider nicht mehr so leichtfüßig wie die vorhergehende Staffel. Dafür ist die Struktur aber sehr viel durchdachter und gegen Ende fügen sich so gut wie alle Episoden zusammen.

by Jons Marek Schiemann


DVD und Blu-ray zu Sanctuary - Wächter der Kreaturen

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