Dracula - Staffel 1 - DVD

DVD Start: 12.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 428 min

Dracula - Staffel 1 Serie -> zur DVD Kritik

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Inhalt

London 1896: Graf Dracula kehrt als charismatischer US-Industrieller Alexander Grayson ins viktorianische London zurück. Angeblich will er die moderne Medizin verbreiten. Doch in Wahrheit hat er sich mit seinem ehemaligen Widersacher Van Helsing zusammengetan, um am Geheimorden Ordo Draco Rache für den Mord seiner Frau Ilona zu üben. 400 Jahre lang hat er Rachepläne geschmiedet und endlich ist es soweit. Doch dann steht er plötzlich der schönen Medizinstudentin Mina Murray gegenüber, die seiner geliebten Ilona wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wofür wird er sich entscheiden? Blutige Rache oder noch einmal die große Liebe erleben?

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DVD Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes
- New Blood
- Creating the world of DRACULA
- DRACULA RISING ANIMATED SERIES
- VAN HELSING’S LOST TAPES
- Trailer: Grimm S1, Bates S1, Defiance S1

DVD Kritik zu Dracula - Staffel 1

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Blutsauger in Serie - Man konnte durchaus Zweifel anmelden. Eine TV-Serie über und mit Dracula? „Dracula“ ist nicht nur eines der am häufigsten verfilmten Bücher, sondern wurde im Laufe der Jahrzehnte so oft interpretiert, variiert und mit Epigonen versehen, das man kaum noch etwas Neues erwarten würde. In Spielfilmen mag das ja noch angehen, aber eine TV-Serie? Und dann noch Jonathan Rhys Meyers in der Hauptrolle? Er ist zwar ein guter Darsteller, aber als Dracula? Und somit in den übergroßen Fußstapfen eines Bela Lugosi, Gary Oldman und vor allem Christopher Lee? Mit etwas Skepsis legt man dann die erste von drei Scheiben rein und ist sofort fasziniert und gebannt von dem was man sieht. Die Macher haben sich recht weit von der literarischen Vorlage entfernt und benutzen zwar die Figuren des Romans (jedenfalls teilweise), aber in einer anderen Konstellation und mit anderen Hintergründen. Das Setting und die Zeit werden beibehalten, wenngleich es angesichts des Gothic Horror Gefühls schade ist, das keine Szenen in Transsilvanien spielen. Aber das viktorianische London bietet genug Hintergründe, um eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen (auch wenn in Budapest gedreht worden ist). Jedenfalls ist die Story ganz neu. Dracula will Rache nehmen an einem Geheimorden, der seit Jahrhunderten existiert und sich Orden des Drachen nennt. Allein schon an dieser Grundprämisse lassen sich einige Anspielungen festmachen. Zum einen werden Verschwörungstheoretiker eingebunden, da es hier einen Orden gibt, der hinter den Kulissen mächtigen Einfluss ausübt und zum anderen wird auf die Historie Bezug genommen. In der Serie hat der Orden Dracula zum Vampir gemacht. Nun gab es tatsächlich einen Ritterorden des Drachens im 15. Jahrhundert, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Türken zu vernichten und aus den Grenzen Europas rauszuhalten. Der Vater von Vlad Tepes, der historischen Figur welche Bram Stoker als Vorlage für seinen Vampir diente, war in der Tat Mitglied des Ordens und hatte in dem die Ehrenbezeichnung Dracul inne, was so viel wie „Drache“ bedeutet. Dracula heißt im altrumänischen dann so viel wie „Sohn des Drachen“. Insofern hat man da was reales aufgegriffen und mit der Etablierung eines Geheimordens auch eine Anspielung eingebaut, die auf die vielen verschiedenen Geheimgesellschaften des 19. Jahrhunderts anspielen wie die Freimaurer, Rosenkreuzer, usw. Nun wird Dracula ausgerechnet von Van Helsing befreit, und die beiden tun sich zusammen, um den Orden zu vernichten. Die Rolle Van Helsings ist also komplett konträr zu dem in allen anderen Geschichten, macht aber am Ende eine Entwicklung durch die nicht ganz logisch ist. Dracula reist nach Amerika um dort Geld zu verdienen und es ist schön, dass seine Unkenntnis der englischen Gebräuche und Sitten dann damit erklärt werden, dass er eben ein ungehobelter, unzivilisierter Ami ist. Und kein Osteuropäer. Aus den USA kommt auch ein schwarzer Verbündeter mit nach London, der Renfield heißt. Mit dem klassischen Renfield, welcher irre kichernd Insekten verspeist, hat dieser aber nur den Namen gemeinsam. Jedenfalls wollen sie nun eine Firma etablieren, welche drahtlose Elektrizität als Treibstoff der Zukunft einrichten will. Der Drachenorden möchte hingegen Öl nutzen und will sogar einen Krieg anfachen, um die Ölfelder der Türken zu bekommen. Wem das bekannt vorkommt, sieht nicht nur historische Anspielungen, sondern auch durchaus realpolitische. Jedenfalls entbrennt ein spannender Wirtschaftskrieg, der mit Intrigen, Erpressungen und Morden durchgeführt wird, was den Soap Charakter der Serie aufbaut. Zudem ist, wie in dem Buch, Mina Murray die Verlobte von Jonathan Harker, der hier aber ein Journalist und kein Anwalt ist, aber auch für Dracula arbeitet. Aber Mina ist auch die Wiedergeburt von Draculas ermordeter Frau, wie in „Francis Ford Coppolas Dracula“, und es entbrennt eine Dreieckegeschichte, welcher der Serie zudem eine emotional dramatische Tiefe verleiht. Dann kommt noch die leichtlebige Lucy Westenra hinzu, deren Rolle noch am ehesten der aus der Vorlage entspricht. Auch wenn sich jetzt alles nach Herzschmerz, Liebe und „Dallas“ im viktorianischen London anhört, so kommt der Horroranteil nicht zu kurz. Vampire treten mehrere auf und wenn Dracula seine Beherrschung verliert, dann fliegen schon mal die Körperteile durch die Gegend. Womit man bei dem zweiten Zweifel angekommen wäre. Jonathan Rhys Meyers entpuppt sich als hervorragender Dracula. Er ist elegant, gut aussehend und damit verführerisch genug, das er sowohl Männer als auch Frauen ansprechen kann. Und er strahlt eine melancholische Grundstimmung aus, welche die Trauer Draculas und sein Kampf um das Menschsein hervorragend unterstreichen. Aber stets ist auch die Gefahr zu spüren. Allein in dem Blick liegt dann eine Melancholie aber auch Grausamkeit, so dass man nie weiß, wie er sich verhalten wird. Dracula ist der Held, aber korrumpiert alle um sich herum und verspielt sich auch ab und zu immer wieder die Sympathie des Publikums. Welches ihm durchaus bei seinem Kampf um die Menschlichkeit beistehen will und auch die Rache emotional unterstützt. Erst am Ende schließt sich ein gewisser Kreis und die Figuren nehmen langsam die Rolle und die Konstellationen ein, wie sie auch in dem Buch vorherrschen. Man kann also gespannt sein wie es weitergeht. Einziger Schwachpunkt der Serie ist die etwas unlogische Wandlung Van Helsings am Ende und einige kleinere historische Fehler. So fragt man sich, warum die Nachttischlampen im Krankenhaus elektrisch sind, wenn Dracula ja erst seinen Plan entwickelt, London mit Strom zu versorgen. Aber das sind Kleinigkeiten, die das Sehvergnügen kaum schmälern.

Sowohl der Ton als auch das Bild sind sehr gut. Zu vielen Episoden gibt es entfernte Szenen und die dritte Episode ist auch noch in der Fassung enthalten, in der sie in England ausgestrahlt worden ist. Auf der letzten Scheibe sind noch weitere Extras enthalten, die nicht nur eine weitere entfernte Szene beinhalten, sondern auch ein Making Of, welches seinen Namen verdient. In den Specials wird berichtet, was in der Serie anders ist als im Vergleich zum Original, das Set wird erleuchtet und dann gibt es noch eine recht simpel animierte kleine Serie über den historischen Vlad und dann noch sogenannte Lost Tapes von Van Helsing, wie er in found footage Material aus einer Pseudo-Stummfilmzeit Vampirexperimente durchführt.

Eine gelungene Überführung einer legendären Gestalt in das Serienformat. Die Darsteller überzeugen und die Figuren und die Konstellationen sind anders als im Buch und in den meisten Filmen, was es erlaubt einen langen emotionalen Handlungsbogen zu entwickeln. Spannend, voller Anspielungen und blutig.

by Jons Marek Schiemann


DVD und Blu-ray zu Dracula

DVD
Dracula - Staffel 1 Dracula - Staffel 1
DVD Start:
12.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 428 min.

zur DVD Kritik

Blu-ray
Dracula - Staffel 1 Dracula - Staffel 1
Blu-ray Start:
12.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 447 min.