Taxi - nach dem Roman von Karen Duve feiert Premiere in Köln

22.08.2015 - Thema: Kino

Am Donnerstagabend, den 20.08.2015 fand die NRW-Premiere der Spiegel-Bestselleradaption „Taxi“ im Odeon in Köln statt. Es war bereits die dritte Station für das Team um Regisseurin Kerstin Ahlrichs, Autorin Karen Duve und Hauptdarstellerin Rosalie Thomass auf der Premierentour durch Deutschland, die zuvor Halt in Hamburg und Berlin gemacht hat.

Die Vorstellung im größten Saal des Odeon wurde allerdings neben dem Kern der Filmcrew in Form von oben Genannten nur von Songschreiber Michel van Dyke, Co-Produzent Dieter Zeppenfeld, WDR-Redakteuer Frank Tönsmann und Farbfilm Verleih Mitinhaber Reno Koppe besucht. Der Rest der Besetzung, darunter Robert Stadlober, Stipe Erceg, Antoine Monot Jr., Armin Rhode und vor allem „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage, war leider nicht anwesend. Für die Fotografen gab es auf dem kleinen roten Teppich ein kurzes Stelldichein. Der Saal war gut gefüllt und nachdem Reno Koppe eine kurze Einführung gegeben hat, ging der 97-minütige Film auch schon los. Nach Ende des Films gab es kurzen Applaus und Koppe rief nach und nach mit jeweiliger kurzer Vorstellung die Beteiligten auf die Bühne. Es wurden diverse Danksagungen und kurze Anekdoten zur Entstehungsgeschichte gegeben. Besonders die quirlige Rosalie Thomass („Beste Chance“, „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“) belebte die Runde mit ihrer humorvollen und ungezwungenen Art.



Auch Fragen aus dem Publikum waren natürlich gerne erwünscht. Unter anderem kam bei dem Gespräch zum Vorschein, dass der Prozess, den Film auf die Leinwand zu bringen insgesamt drei Jahre beansprucht hat. Der WDR zeigte sich von Beginn an begeistert vom Gesamtpaket des Films und hatte keine wesentlichen konstruktiven Vorschläge zu geben. Autorin Karen Duve amüsierte mit mehreren ganz offenen, aber augenzwinkernden Kommentaren zum Filmprozess, der sich in seiner doch sehr komplexen und „respektloseren“ Natur deutlich vom unkomplizierteren Autorendasein differenziert. Sie hätte sich zwar in ein „filmisches Korsett“ zwingen müssen, doch man hätte sich beim Adaptionsprozess gegenseitig ergänzt. Viele Ideen von Kerstin Ahlrichs, die letztlich im Film gelandet sind, wären sogar besser als Duves eigenen im Buch. Duve offenbarte außerdem, dass sowohl der Film als auch das Buch autobiografische Züge enthält. Die Geschichte basiert unter anderem von den Erfahrungen der Autorin, als sie in den Achtziger Jahren in Hamburg Taxi gefahren ist. Interessant war auch die Tatsache, dass Ahlrichs und Thomass extra nach New York geflogen sind, um Peter Dinklage für den Film zu gewinnen. Dinklage, der erst während des Drehs besonders große Bekanntheit durch die Erfolgsserie „Game of Thrones“ erlangt hat, war von Beginn an die Wunschbesetzung von Ahlrichs für Alex Liebhaber Marc. Die sonst nicht aus der Fassung zu bringende Thomass gab sogar zu, dass sie angesichts der enormen Ausstrahlung von Dinklage „hibbelig“ wurde, was ihr sonst nur selten passiere. Thomass war schon vorher Fan von Dinklage, aber auch von Karen Duve. Laute Zustimmung aus dem Publikum löste Ahlrichs Bemerkung aus, dass das toughere „Role Model“ der Alex im Film ein bewusst anderes vom üblichen lieben und zärtlichen stereotyp wäre. Dennoch sei die Figur weit von Thomass eigenem Naturell entfernt. Nach 20 Minuten war die Frage & Antwort-Session auch schon wieder vorbei. Im Anschluss blieb die Crew noch im Foyer des Kinos und gab dort die Möglichkeit, bei Getränken im kleineren Kreis zu plaudern.

Taxi - nach dem Roman von Karen Duve läuft seit dem 20. August bundesweit im Kino.

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