R.E.D. 2 Pressekonferenz: Bruce Willis ist längst nicht in Rente

25.07.2013

Retired Extremely Dangerous - die Frage, ob Beschreibungen wie "in Rente" und "extrem gefährlich" auf Action-Star Bruce Willis mittlerweile auch im Privaten zutreffen, stellt sich letzten Mittwoch auf der Münchener Pressekonferenz zum Sequel von R.E.D.
© 2013 Concorde Filmverleih GmbHGelassener als eh und je stellt die Legende sich deutschen Journalisten und hat statt Hollywood-Attitude extra viel Zeit für das Frage-und-Antwort-Spiel mit dabei. Den Konferenzraum Mandarin Hotels verlässt er solange nicht, bis auch der letzte losgeworden ist, was er denn fragen wollte - das klingt doch alles andere als "extrem gefährlich".
Fast überrascht es ein wenig, wie entspannt Willis dort vorne sitzt, denn, wie er selbst erklärt, würzt seine 15 Monate alte Tochter sein Privatleben derzeit mit einem gehörigen Stück Action. Eine viertel Stunde verspätet Willis sich zum Photocall - die Kleine hätte zur Ruhe gebracht werden müssen, berichtet er den Journalisten und wart noch im selben Moment verziehen.
Sie zur Ruhe zu bringen ist dabei offenbar eine genauso anspruchsvolle Mission, wie jede der dutzend filmischen, denen der Stirb-Langsam-Star sich bisher stellen durfte. Im Blitzlichtgewitter des Photocalls nimmt er sich sogar einen Moment, um die Journalisten zu bitten, ihm für ein paar Sekunden eine Verschnaufpause zu gewähren. Das klingt ganz und gar nicht wie der gute, alte Bruce Willis? Vielleicht, denn verändert hat er sich auf jeden Fall: seine Prioriäten seien mittlerweile andere, als vor einigen Jahren, "in Rente" aber ist er nun wirklich nicht. Er habe sich mit dem natürlichen Lauf des Lebens verändert, gibt er gelassen lächelnd zurück. Zumindest das geistesgegenwärtige Kontern nach dem Motto Frage-Gegenfrage liegt Willis offenbar noch immer im Blut. Nach den konkreten Veränderungen gefragt, will er vom Fragesteller wissen, ob er sich nicht auch mit seinem Leben verändere.
Na, das sieht nun wirklich nicht nach Hollywood-Rente aus. Viel eher macht sich während der Pressekonferenz bemerkbar, dass Bruce Willis noch immer den alten Humor, diegleiche Gelassenheit und dieselbe Wirkung auf Menschenmassen besitzt. Einen Bereich aber gebe es doch, in dem er mittlerweile das Rentendasein genieße. Anders als früher würde er heute davon absehen, seine Stunts selbst zu bewerkstelligen. So glaubwürdig er in R.E.D. auch scheint, ist er privat doch wirklich wenig Rentner und noch viel weniger gefährlich. Viel eher wirkt er noch immer wie das sympathische und charmante Ausnahmetalent von früher. Mit den Jahren hat Bruce Willis nicht etwa verloren, sondern einiges gewonnen. Allein voran eine Familie, die auf seiner Prioritätenliste heute ganz oben steht hat. Das sei ihm gegönnt, denn wie er es selbst formuliert, hat er im Laufe seiner Karriere zwar ganze 11 Mal die Welt gerettet, im Privaten aber mehrere Beziehung einfach nicht retten können. Genauso wie das Familien-Glück sei dem Weltstar der Erfolg von R.E.D. 2. Wie erfolgreich das lang ersehnte Sequel tatsächlich werden wird, stellt sich dabei am 12. September heraus, wenn die Action-Komödie hierzulande endlich die Kinoleinwände erobern wird.
Erneut ist Willis in der Fortsetzung als Frank Moses zu sehen, der mit einem Knall aus seinem Rentnerdasein gerüttelt wird und sich schließlich - wie könnte es anders sein - an die nächste Weltrettung machen muss. Dieses Mal lebe der Film mehr von Komik, als von eigentlicher Action, wie Willis berichtet. Mehr will er zu dem Streifen eigentlich nicht sagen, denn es sei "genauso widersinnig, über Filme zu reden, wie zu Architekturwerken zu tanzen". "Bildet euch selbst eine Meinung!" schließt Willis das Thema R.E.D. 2.
Der Kinogang sei abschließend also jedem vom Hollywood-Star selbst ans Herz gelegt.