Hanni und Nanni 3 - Jana und Sophia Münsters Romeo muss Humor haben

21.05.2013

- Jana und Sophia Münster, Leopold Klieeisen und Justus von Donahnyi über die Natur der Freundschaft, die Verliebtheit und den Kult von Hanni und Nanni -

Hanni und Nanni sind verliebt. Wer den dritten Teil der Enid Blyton Verfilmung bereits im Kino gesehen hat, der wird auch wissen, in wen: in ein und denselben Jungen, nämlich den englischen Austauschschüler und Teilzeit-Romeo Clyde.
Da sollte der Erfolg bei den Mädchen für Clyde-Darsteller Leopold Klieeisen von nun an doch vorprogrammiert sein. Oder etwa nicht? Wir haben nachgefragt und uns hat der 16-Jährige vor ein paar Wochen fast ein bisschen schüchtern verraten, er selbst würde das nur sehr ungern beurteilen. Zumindest habe seine erste Kinorolle sein Leben bisher noch nicht völlig auf den Kopf gestellt und mit den Liebesbriefen von Fans halte es sich auch noch in Grenzen. Kaum zu glauben, wo wir Klieeisen als aufrichtig bodenständigen, talentierten und charmanten Jungen kennenlernen. Ganz locker lassen wollten wir da noch nicht. Wie also müsste sie eigentlich sein, das Mädchen, das Hanni und Nannis Romeo das Herz rauben könnte? Da zuckt er lachend die Achseln. Nett müsste sie eben sein, der Charakter spiele die entscheidendste Rolle. Einen festen Typ Mädchen habe er nicht. Noch so jung und mit seinem gewinnenden Charme doch schon ganz Gentleman! Das sollten doch beste Voraussetzungen für Klieeisens vielversprechende Zukunft auf der Kinoleinwand sein, wenn er sich, wie er uns verrät, auch noch nicht 100%ig auf den Schauspielberuf versteift habe. Natürlich mache ihm das Schauspiel derzeit mehr Spaß, als alles andere und doch habe er vor, zumindest immer offen für andere Berufsbranchen zu bleiben - er gehe ja auch noch zur Schule. Eine Schule übrigens, die Klieeisen zu Folge die ein oder andere Gemeinsamkeit mit dem Internat "Lindenhof" aufweist. Die Handlung von Hanni und Nanni 3 bewege sich daher seiner Meinung nach ziemlich nah am realen Leben und könne Jungs genauso wie Mädchen etwas bieten: allem voran eine Lektion über Freundschaft und Loyalität. Apropos Freundschaft: für Klieeisen ist es der Zusammenhalt, was ihm in Freundschaften besonders wichtig ist. Auch auf dem Set des Films scheint jener gegeben gewesen zu sein: die erfahrenen Kollegen hätten schon mal ein paar Tips gegeben und die Jungsschauspieler wären durch regelmäßige Coachings besonders intensiv auf ihre Szenen vorbereitet worden. Was aber mit jenen Szenen, in denen das Internat Lindenhof an einer Theateraufführung von "Romeo und Julia" arbeitet? Ob Klieeisen beim Dreh derselben durch seine Theatererfahrung wohl einen Vorteil hatte? Ein Stück weit bestimmt, wie er es beurteilt. Noch dazu handelt es sich bei dem Shakespeare Werk um ein Stück, dass der Jungschauspieler selbst nur zu gerne einmal auf einer Theaterbühne darstellen würde.

Ganz der Romeo also, der Junge, wegen dem Hanni und Nanni sich in Teil 3 sogar ein wenig bezicken. Fallen Jana und Sophia Münster die Zickereien als Hanni und Nanni da eigentlich leichter, weil auch sie als Zwillingsschwestern sich hier und da einmal auf die Nerven fallen? Als wir bei den beiden persönlich nachhaken, lachen sie: auch ihre Mutter habe das schon in den Raum gestellt. Ihre Beziehung sei jedoch eine sehr enge, die sich durch das Projekt Hanni und Nanni nur noch gefestigt habe. Wenn es von Zeit zu Zeit auch zu Unstimmigkeiten zwischen ihnen käme, würden diese zumindest niemals lange anhalten. Wie nahe sich die beiden tatsächlich stehen, wird auch während unseres Interviews deutlich: sie wären ihres Wissens noch nie in denselben Jungen verliebt gewesen, doch käme es zu einer solchen Situation, dann würden sie offen darüber sprechen, sind die zwei Schwestern sich einig. Ähnlich einig sind sie sich bei ihren Ansprüchen an einen potentiellen Freund: Humor müsse er haben, ihr persönlicher Romeo, und für sie da sein sollte er immer. Es sind sehr reife Antworten, die die beiden 15-Jährigen uns im Interview geben. Der Vorbildfunktion, die sie durch Hanni und Nanni für Mädchen ihres Alters hätten, wären sie sich bewusst. Natürlich sei jene Rolle auch mit einem Haufen Verantwortung verbunden, aber anderen etwas mitgeben zu können, fühle sich noch immer schön an. Mit Neid in ihrem Umfeld haben sie, wie sie sagen, übrigens kaum zu tun: die Menschen um sie würden sie viel mehr unterstützen und loben. Doch wie sind sie nun eigentlich, die Menschen um Jana und Sophia Münster herum? Auf die Frage, was ihnen in einer Freundschaft wichtig ist, sind sie zumindest über eines sicher: Freunde müssen einander vergeben können und einander in guten wie schlechten Zeiten unter die Arme greifen. Ein treffender Leitsatz, der für Hanni und Nanni 3 in deutlich mehr als einer Szene relevant ist. Da möchte man schnell zweifeln, ob einem tatsächlich zwei Jungschauspielerinnen gegenüber sitzen oder nicht doch eher zwei jahrzehntelang erfahrene und etablierte Schauspieltalente.

Einer der tatsächlich erfahrensten Schauspieler am Set, vielleicht sogar erfahrensten deutschen Schauspieler generell, sollte jedoch immer noch Allrounder Justus von Dohnanyi gewesen sein, der für den dritten Hanni und Nanni Teil din die Rolle des englischen Lehrers schlüpfte. Schnell wird in unserem Gespräch mit ihm klar, dass er selbst einiges von den Erziehungskonzepten britischer Lehrer hält. Die Erfahrungen seines Sohnes würden von Fairness und Erfolg der englischen Lehreinstellung zeugen. Die Rolle des Lehrers habe ihn dabei vor allem deswegen herausgefordert, weil er trotz all seiner Erfahrung einen Typen wie ihn tatsächlich nie zuvor dargestellt habe. Ferner sei das Projekt Kinderfilm eine Sache gewesen, die er zumindest einmal gemacht haben wollte. Ob Dohnanyi, der in erster Linie als Charakterdarsteller schwerer und historisch relevanter Stoffe zu seinem vortrefflichen Ruf gelangte, emotional wohl immer mal wieder eine Auszeit von der Bedeutungsschwere seiner Hauptprojekte braucht? Daran liege die Entscheidung für Hanni und Nanni tatsächlich nicht, gibt er zurück. Zwar sei die Romanadaption mit Sicherheit als eher leichter Stoff zu bezeichnen, doch seine Rollen würden ihn emotional nicht derart verfolgen, dass er sich bei der Projektwahl schließlich notgedrungenermaßen für einen leichteren Stoff entscheiden müsse. Viel eher lag jene Entscheidung für Hanni und Nanni wohl am Charakter des Lehrers als interessantem, vielseitigem und eigenem Typen, der Dohnanyi ganz gemäß seines hochtrabenden Rufes einmal mehr neue Facetten seines darstellerischen Reportoires ausleben lassen konnte. Doch nicht nur als Schauspieler ist Dohnanyi längst in aller Munde: im Grunde hat er sich mittlerweile in so gut wie jedem Bereich des Filmes schon einmal ausprobiert, was, wie er bestätigt, mit Sicherheit Auswirkungen auf seine schauspielerischen Fähigkeiten gehabt haben dürftte, wenn er so die Schauspielerei von der anderen Seite sehen und das Bild Film auf jene Weise zusammen mit dem eigenen Horizont erweitern konnte. Der Stoff Hanni und Nanni sei dabei jedoch explizit für sein schauspielerisches Ich interessant gewesen. Als Regisseur treffe der Bereich Jugendfilm sich beispielsweise nicht mit seinen Projektvorstellungen, wenn er die Arbeit mit derart jungen Kollegen auch genossen habe. Mit all seiner Erfahrung in verschiedensten Filmbereichen möchte man nun doch unmittelbar annehmen, dass Dohnanyi auf dem Hanni und Nanni Set fraglos die Mentorenfunktion für den Schauspielnachwuchs übernommen haben dürfte. Wie er sagt hätte er, wenn gefragt, tatsächlich sehr gerne Tipps gegeben, doch im Grunde seien seine Tipps bei all den Talenten und ihren Coaches nicht einmal von Nöten gewesen.

Na, das hört sich doch ganz nach einem Cast aus längst eingespielten, professionellen und auch zukünftig vielversprechenden Jungschauspielern an und da Enid Blytons Buchvorlage durch die bisherigen drei Filme längst nicht erschöpft sein dürfte, sollten sich alle Fans schon jetzt auf eine Filmfortsetzung freuen können. Der Stoff hat Generationen bewegt und wird wohl noch weitere bewegen, weil es sich, wie Dohnanyj bestätigt, tatsächlich um einen zeitlosen handelt. Mit Sicherheit habe der große Erfolg des Filmes bedingt mit dem Riesenerfolg des Buches zu tun und natürlich ernte die filmische Adaption mit die Lorbeeren der Vorlage, doch bewege sich zumindest der dritte Teil des Filmes nach seinem Wissen nicht untrennbar dicht an Enid Blytons Kult, wenn Dohnanyi die Reihe selbst auch nie gelesen habe.
Wie dicht sich die Filme nun tatsächlich am Buch bewegen, wie Hanni und Nannis Streit um Clyde endet und für wen der sich eigentlich entscheidet - all das sollten diejenigen, die es nicht längst getan haben, nun schnellstmöglich im Kino herausfinden, denn über eines waren sich Leopold Klieeisen, die Münster Zwillinge und Justus von Dohnanyi während unserer Interviews relativ einig: Hanni und Nanni sind in Buch wie Film, noch immer Jugendkult und werden es wohl auch die nächsten Jahrzehnte bleiben.

Hanni & Nanni 3 läuft seit dem 9. Mai in den deutschen Kinos.